Weimar

Bundespräsident besucht Gedenkstätte Buchenwald

Bundespräsident Joachim Gauck legt eine Blume zum Andenken nieder. Foto: dpa

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Dienstag bei einem Besuch der Gedenkstätte Buchenwald den Nationalsozialismus als »schwarzes Loch« der deutschen Geschichte bezeichnet. Der Ort nahe Weimar enthalte einen Appell, humane Werte überall zu verteidigen, sagte Gauck vor dem historischen Eingangstor zum ehemaligen NS-Konzentrationslager. Das Besondere an Buchenwald sei, dass sich hier die Hochkultur der deutschen Klassik mit dem allertiefsten Fall der Zivilisation verbinde.

In dem Lager auf dem Ettersberg bei Weimar wurden von 1937 bis zur Befreiung 1945 von der SS mehr als eine viertel Million Menschen aus über 50 Nationen gefangen gehalten. Etwa 56.000 Häftlinge wurden in Buchenwald und seinen 136 Außenlagern von den Nationalsozialisten ermordet oder starben infolge schlechter Lebensbedingungen, Hunger und Krankheiten.

Begegnungen Neben Begegnungen mit ehemaligen KZ-Häftlingen und Insassen des sowjetischen »Speziallagers Nr.2«, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg in Buchenwald bis 1950 rund 7000 Menschen starben, stand auch ein Gespräch mit Studierenden auf dem Programm des Bundespräsidenten.

Begleitet wurde Gauck bei seinem Besuch von fünf jungen Freiwilligen, die seit September 2013 in der Gedenkstätte arbeiten. Außerdem waren Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU), Gedenkstättenleiter Volkhard Knigge und der Vorsitzende des Stiftungsrates der Gedenkstätte, Kultusminister Christoph Matschie (SPD), dabei.

Es ist der erste Besuch Gaucks in seiner Funktion als Bundespräsident in der Gedenkstätte. Erst vor zwei Wochen hatte Gauck das ehemaligen KZ Theresienstadt in Tschechien besichtigt. In der vergangenen Woche war in der Gedenkstätte Buchenwald das restaurierte Lagertor des ehemaligen Konzentrationslagers mit dem zynischen Spruch »Jedem das Seine« wieder an seinem ursprünglichen Platz eingesetzt worden. epd

Justiz

Mord verjährt nicht

Die Zentrale Stelle in Ludwigsburg ermittelt seit 65 Jahren gegen NS-Verbrecher. Ein Besuch

von Michael Thaidigsmann  26.01.2023

Brüssel

»Ohne Juden wäre Europa nicht geworden, was es heute ist«

Auch die EU gedachte der Opfer der Schoa – erstmals war in diesem Jahr Israels Staatsoberhaupt der Hauptredner

von Michael Thaidigsmann  26.01.2023

Mahnmale

»Wesenskern unseres Landes«

Zentralrat der Juden fordert finanzielle Absicherung für KZ-Gedenkstätten

 26.01.2023

Erinnern

Deutschland und die Opfer der Schoa

Im Bundestag und an anderen Orten in der Bundesrepublik wird am Freitag der Holocaust-Gedenktag begangen

 26.01.2023

Armut

Gemischte Gefühle

Wie jüdische Verbände auf die Höhe von Einmalzahlungen aus dem Härtefallfonds des Bundesarbeitsministeriums reagieren

von Christine Schmitt, Michael Thaidigsmann  26.01.2023

Einspruch

Ein würdeloser Fonds

Igor Matviyets ärgert sich über den beschämenden Umgang von Bund und Ländern mit jüdischen Zuwanderern

von Igor Matviyets  26.01.2023

27. Januar

Wir müssen handeln

»Nie wieder« bedeutet, die Demokratie zu verteidigen und Leben zu retten. Eine Betrachtung aus amerikanischer Sicht

von Amy Gutmann, Ken Burns  26.01.2023

Yad Vashem

Sechzehn stumme Zeugen

Eine Ausstellung im Bundestag erzählt eindrucksvoll vom Schicksal jüdischer Familien

 26.01.2023

Jüdischer Friedhof Köln

Brandstifter von Gericht für schuldunfähig erklärt

Das Landgericht Köln verurteilte den 46-Jährige für seine Tat, sah wegen einer psychischen Erkrankung aber von einer Strafe ab. »Kein Grund zur Entwarnung«, kommentiert der zuständige Oberstaatsanwalt

von Joshua Schultheis  25.01.2023