Berlin

Bundespolizeibehörden kooperieren mit Yad Vashem

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, Bundesinnenministerin Nancy Faeser und der Vorstandsvorsitzende von Yad Vashem, Dani Dayan in Berlin Foto: ddk

Die Internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und die Polizeibehörden des Bundes wollen kooperieren. Eine entsprechende Erklärung unterzeichneten Bundesinnenministerin Nancy Faeser und der Vorstandsvorsitzende von Yad Vashem, Dani Dayan, am Donnerstag in Berlin.

Faeser betonte, dass die Schoa niemals in Vergessenheit geraten dürfe. »Die Erinnerung daran muss auch heute unser staatliches Handeln leiten.« Mit der Kooperation solle sowohl die Erinnerung lebendig gehalten als auch die Prävention weiter gestärkt werden. Die Zusammenarbeit mit Yad Vashem werde einen großen Gewinn für die Aus- und Fortbildung der Polizeibeamtinnen und -beamten des Bundes darstellen.

Mit aller Kraft Die Bundesinnenministerin sagte, dass ihr die stetig steigenden Zahlen antisemitischer Straftaten in Deutschland große Sorgen machen. Diese Straftaten müssten mit aller Kraft verhindert und bekämpft werden, dazu gehöre die Härte in der Strafverfolgung, aber auch viel stärkere Präventionsarbeit. »Um schon in der Polizeiausbildung die Grundlagen zu legen für ein noch stärkeres Bewusstsein für Antisemitismus und für Sensibilität gegenüber den Betroffenen ist unsere Zusammenarbeit gerade in diesen Tagen von großem Wert«, so Faeser.

Yad Vashems Vorstandsvorsitzender Dayan lobte die Vereinbarung und drückte seine Hoffnung aus, dass auch weitere europäische Länder diesem Beispiel folgen werden. Das Abkommen ermögliche, mit der Polizei und den Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten und pädagogische Workshops und Seminare anzubieten, »um ein tieferes Verständnis für die Geschichte des Holocaust zu vermitteln und ein kollektives Engagement für die Erinnerung an den Holocaust zu fördern«.

Felix Klein, der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, meinte, dass der Kampf gegen Antisemitismus zu oft daran scheitert, »dass er von den Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten in diesem Land nicht erkannt wird und nicht richtig eingeordnet wird«. Eine Sensibilisierung sei extrem wichtig. Daher sei die Bedeutung dieses Abkommens gar nicht hoch genug einzuschätzen. Er würde sich wünschen, dass auch viele Bundesländer, die noch keine derartigen Vereinbarungen haben, sich von dieser Kooperationsvereinbarung inspirieren lassen. ddk

Reaktion

»Juden können sich in Berlin nicht mehr sicher fühlen, wenn Elif Eralp gewählt wird«

Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt SPD und Grüne vor Regierung mit Linken

 24.09.2026

Berlin

Özdemir: »An die Linke muss derselbe Maßstab angelegt werden wie an die AfD«

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Bündnis90/Die Grünen) hat seine Partei vor einer Regierungskoalition in Berlin mit der Linkspartei gewarnt. Als Grund nannte er antisemitische Tendenzen

 24.09.2026

Debatte

Hamburgs zweite Bürgermeisterin warnt vor Linken in Berlin

Katharina Fegebank (Grüne): »Eine Regierung, die abhängig ist von Antisemiten und Terrorunterstützern darf es in Deutschland niemals geben«

 24.09.2026

Berlin

»Diese Flut an Anschuldigungen zielt darauf ab, andere Meinungen zu unterdrücken und das internationale Völkerrecht auszuhöhlen«

Jüdische Aktivisten kritisieren den Umgang mit der von zahlreichen Antisemitismusvorfällen geprägten Linkspartei

 24.09.2026

Gedenkstunde

In Auschwitz geboren: Holocaust-Überlebende spricht im Bundestag

Angela Orosz-Richt wurde 1944 im NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau geboren. Im Januar wird sie in der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag sprechen

 24.09.2026

München

Haft für mehrfach vorbestraften Holocaustleugner

Selbst im Gerichtssaal tätigte der Verurteilte weitere strafrechtlich relevante Äußerungen

 24.09.2026

Gespräch

Antisemitismusbeauftragter: Linke muss sich von Antisemiten trennen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner fordert von der Linken einen entschlosseneren Umgang mit Antisemitismus. Im Interview spricht der frühere Linken-Politiker darüber, was die Partei ändern müsse

 24.09.2026

Berlin-Wahl und ihre Folgen

Katherina Reiche: Linke-Regierung in Berlin gefährlich für Standort

Enteignungen und Judenhass seien für den Investitionsstandort Deutschland gefährlich, sagt die Bundeswirtschaftsministerin

 24.09.2026

Berlin

CDU bringt Verfassungsschutz-Prüfung der Linken ins Spiel

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Alexander Throm, begründete seinen Vorstoß mit Verbindungen einzelner Linken-Politiker zur organisierten Kriminalität sowie mit Antisemitismus

 24.09.2026