Magdeburg

BSW: Wählen den AfD-Kandidaten zum Landtagspräsidenten

Ulrich Siegmund, Co-Fraktionschef der AfD Foto: picture alliance/dpa/Revierfoto

Das BSW in Sachsen-Anhalt hat bekräftigt, am Dienstag die Mehrheit zu beschaffen für den ersten AfD-Landtagspräsidenten. »Als erstes Zeichen, dass wir parlamentarische Gepflogenheiten achten, wählen wir morgen den Kandidaten der AfD zum Landtagspräsidenten«, sagte der BSW-Fraktionsvorsitzende Thomas Schulze in Magdeburg. Die AfD sei mit knapp 44 Prozent gewählt worden, sie sei die stärkste Kraft und laut Geschäftsordnung stehe ihr die Position des Landtagspräsidenten zu. »Und das haben wir auch zu achten«, so Schulze.

CDU-Fraktionschef Sven Schulze sagte, der Landesvorstand habe den Abgeordneten empfohlen, sich bei der Wahl des Landtagspräsidenten zu enthalten. Gefragt nach dem Grund verwies Schulze auf die Mehrheit von AfD und BSW, auf die Stimmen der CDU komme es nicht an. Grüne, SPD und Linke lehnen einen AfD-Parlamentspräsidenten klar ab. Die AfD ist vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Ulrich Siegmund spricht von einem »historischen Tag«

Ulrich Siegmund, Co-Fraktionschef der AfD, sprach mit Blick auf den Dienstag von einem »historischen Tag«. Wenn alles gemäß den Absprachen laufe, werde der erste AfD-Landtagspräsident gewählt. Siegmund verwies zudem darauf, dass der AfD der Posten des Vizepräsidenten im Parlament fünf Jahre lang verwehrt worden sei.

Am Dienstag konstituiert sich der Landtag in Magdeburg. Dann soll das Präsidium neu gewählt werden. Der AfD-Abgeordnete Tobias Rausch möchte Landtagspräsident werden, die AfD-Fraktion hat ihn einstimmig nominiert.

Lesen Sie auch

Die SPD hat Wissenschaftsminister Armin Willingmann für das Amt des Vizepräsidenten vorgeschlagen. Die CDU schickt als Vizekandidaten den Bildungspolitiker Carsten Borchert ins Rennen.

Die AfD stellt im Parlament 39 Abgeordnete. CDU, Linke, Grüne und SPD kommen zusammen ebenfalls auf 39 Sitze, das BSW ist mit 5 Abgeordneten vertreten. Für eine Mehrheit im Parlament braucht es 42 Stimmen. dpa

Der Verfassungsrechtler Steffen Augsberg, Hessens Justizminister Christian Heinz (CDU), der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker und Zentralratspräsident Josef Schuster (v.l.)

Initiative

Hessen dringt auf Strafen für Leugnung des Existenzrechts Israels

Die hessische Landesregierung dringt darauf, dass ihr Vorschlag zur Strafbarkeit israelfeindlicher Äußerungen umgesetzt wird. Die Bundesregierung bleibt aber skeptisch. Auch der Zentralrat der Juden ist nicht restlos überzeugt

 05.10.2026

Berlin

Parteien in der Hauptstadt bereiten sich auf drittes Vorgespräch vor

Nach der Abgeordnetenhauswahl setzen Linke, Grüne und SPD auf ein drittes Vorgespräch. Details bleiben geheim – und keiner weiß, wo das Ganze hinführt

 05.10.2026

Berlin

Israelis selbst schuld an Empathielosigkeit? SPD-Politiker in der Kritik

Der Sozialdemokrat Lars Castellucci machte am Samstag mit einem X-Post zum versuchten Anschlag auf ein Flugzeug mit israelischen Passagieren von sich reden. Viele sehen darin eine Täter-Opfer-Umkehrung

 05.10.2026

Kommentar

Die Linke sollte nicht den Berliner Bürgermeister stellen

Die Partei sollte sich erst einmal in der Opposition regenerieren und gegen Rassismus einsetzen

von Herbert Rubinstein  05.10.2026

Shelly Meyer

Kommentar

Wer tatsächlich vom »Judenfetisch« profitiert

150 Juden in Berlin haben mit einem Offenen Brief die Linkspartei unterstützt - das sind etwa 0,4 Prozent der Berliner jüdischen Stimmen. Doch sie könnten für die breite Öffentlichkeit kaum wertvoller sein

von Shelly Meyer  04.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 02.10.2026

Sacramento

Kalifornien führt »jüdisch« als ethnische Kategorie ein

Gouverneur Gavin Newsom unterschrieb mehrere Gesetze, die für Juden in dem Bundesstaat relevant sind

 02.10.2026