Dialog

Brücken statt Brüche

Foto: Gregor M. Zielke

Dialog

Brücken statt Brüche

Eine neue große Tagung der Denkfabrik Schalom Aleikum widmet sich der digitalen Kommunikation in Krisenzeiten

 11.09.2025 07:03 Uhr

Kurz vor Rosch Haschana einen Neujahrsgruß posten, sich in einem Post mit den Familien der Geiseln solidarisieren oder einfach nur eine proisraelische Botschaft in den Sozialen Medien loswerden.

Oftmals sind die Kommentare dazu voller Hass. Wie können junge Erwachsene und die Gesellschaft damit umgehen? Wie kann digitale Kommunikation in Zeiten von Krisen gelingen? Wie bleibt man im Gespräch, auch wenn große Distanzen einander trennen, und wie geht man mit Fake News, mit Mobbing im Digitalen Raum und Hatespeech um?

Diesen Fragen widmet sich die Tagung »Digitale Brücken, digitale Brüche: Dialog in Krisenzeiten« der Denkfabrik Schalom Aleikum. In Berlin kommen am Donnerstag dazu Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Bildung zusammen, um in Vorträgen, Diskussionen und Workshops Fragen zu klären, die sich um digitale Kommunikation insbesondere von religiösen Minderheiten drehen.

Lesen Sie auch

Staatsministerin Natalie Pawlik, die neue Beauftragte der Bundesregierun für Migration, Flüchtlinge und Integration wird ein Grußwort halten, ebenso wie Zentralratspräsident Josef Schuster, der in seinem Grußwort betonte: »Ganze Communities geraten unter Druck, wenn sie in den sozialen Medien diffamiert oder verspottet werden.«

Soziale Medien eröffneten zwar Möglichkeiten für Austausch, »doch wir sehen ebenso, wie sie immer häufiger auch zum Schauplatz von Hass, Hetze und ganz gezielter Desinformation werden«.  Die gesamte Gesellschaft sei gefragt, Verantwortung zu übernehmen und »solchen Entwicklungen entgegenzutreten, denn sie schadet jedem von uns«, betont Schuster.

Diskriminierung bei TikTok – wie geht man dagegen vor?

Insbesondere in sozialen Medien wie TikTok erfahren Jugendliche, junge Erwachsene und Hass und Hetze, wenn sie ihre religiöse Identität preisgeben und sich selbstbewusst zu ihren Werten bekennnen. Wie dem begegnet werden kann, das ist Thema eines Workshops von Theresa Lehmann von der Amadeo Antonio Stiftung.

Wie der Gesetzgeber helfen kann, das erläutert Jonas Fegert vom Forschungszentrum Informatik und Tahireh Panahi, IT-Rechtlerin der Uni Kassel.

Mit den Experten soll erörtert werden, wie digitale Kommunikation den interkulturellen Dialog in Krisenzeiten beeinflusst und welche Chancen und Herausforderungen sich daraus ergeben. Wie im Workshop »Visuelle Kontinuitäten des Rechtsextremismus – Antisemitismus und Rassismus in historischen und digitalen Bildern« Furkan Yüksel von der Bildungsstätte Anne Frank.

Das Thema der Fachtagung, betonte Zentralratspräsident Josef Schuster, treffe den »Nerv unserer Zeit«: »Es geht um Polarisierung und gesellschaftlichen Zusammenhalt im digitalen Raum.  Soziale Medien eröffnen zwar Möglichkeiten für Austausch, doch wir sehen ebenso, wie sie immer häufiger auch zum Schauplatz von Hass, Hetze und ganz gezielter Desinformation werden.« 

Diese Prozesse blieben nicht im virtuellen Raum. Sie hätten unmittelbare Folgen im analogen Alltag, in unserem Zusammenleben hier in Deutschland.

Die Diskussionen begleiten erfahrene Journalisten und Experten: Ilanit Spinner, Eren Güvercin – Laura Cazés von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden, Pia Lamberty von CeMAS oder Navid Wali vom Violence Prevention Network sind als Panel-Gäste geladen.

Die Denkfabrik Schalom Aleikum, die an der Schnittstelle von Wissenschaft, Praxis und dialogischen Austausch auf akademischer sowie zivilgesellschaftlicher Ebene arbeitet, möchte mit der Tagung einen Akzent setzen, um auf die kommunikativen Herausforderungen der Zeit zu reagieren. ja

Dokumentation

»Seit zweieinhalb Jahren bebt die Erde«

In Erfurt sprach der Zentralratspräsident über den Status quo Jüdischen Lebens in der Bundesrepublik. Dabei ging Schuster auch auf das Programm »Demokratie leben« und die Kritik an Familienministerin Karin Prien ein

 25.03.2026

Krieg

Iran lässt wenige Schiffe durch Straße von Hormus

Die iranischen Behörden lassen nur wenige Schiffe durch die für den Energiehandel wichtige Wasserstraße. Viele Reedereien meiden die Route angesichts von Angriffen und fehlender Versicherungen

 25.03.2026

London

»Ihm gefiel die Angst«: Frauen berichten von Epstein-Skandal

Über Jahre betrieb Jeffrey Epstein einen Missbrauchsring mit einer hohen Zahl an Opfern. In einem Fernsehinterview berichten fünf Frauen von ihren schlimmen Erfahrungen

 25.03.2026

Meinung

EU-Parlament: Fällt die Brandmauer?

Nach einem Medienbericht haben sich Vertreter der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament mit rechtsextremen Kräften zur Migrationspolitik abgestimmt. Diese Enthüllung wirft viele Fragen auf

 25.03.2026

Krieg gegen Iran

Hoffnung auf Verhandlungen

Raketenalarm in Tel Aviv, Angriffe auf Teheran: Trotz neuer Vermittlungsversuche und Forderungen an den Iran bleibt eine schnelle Waffenruhe wohl unwahrscheinlich

 25.03.2026

Berlin

»Ich bin für dich Ron!«

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinden Deutschlands, ehrte Israels Botschafter Ron Prosor für dessen Engagement für die kurdischen Gemeinden. Wir dokumentieren die Laudatio im Wortlaut

von Ali Ertan Toprak  25.03.2026

Berlin

Kurdische Gemeinde zeichnet Ron Prosor aus

Der israelische Botschafter wurde beim Neujahrsfest für sein Engagement für die kurdische Gemeinschaft ausgezeichnet

 25.03.2026

Kassel

Schmerzensgeld-Klage nach Antisemitismus auf documenta

Vor Gericht kam es zu keiner Einigung – wie geht es nun weiter?

 25.03.2026

Dokumentation

»Dieser Krieg ist nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig«

Bundespräsident Steinmeier verurteilte im Auswärtigen Amt den Krieg Israels und der USA. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  25.03.2026