Meinung

Braune Säcke, braune Flut

Wenn das Hochwasser in Deutschland zurückgeht und die Schäden besichtigt werden, darf eines beim Aufräumen nicht vergessen werden: die braunen Säcke, NPD-Parteigänger und andere Nazis, die sich bei den Hilfsaktionen eingereiht haben, um sich als gute, hilfsbereite und gar nicht politische Menschen zu gerieren. »(R)echte Kerle packen an« war auf einem T-Shirt der Jungen Nationaldemokraten zu lesen, auf einem anderen »Nationale Solidarität 2013«.

Hier wird versucht, eine moderne Form der »Volksgemeinschaft« zu schaffen. Nichts gegen Gemeinschaftssinn, dieses Land braucht eine selbstbewusste Zivilgesellschaft, die ihre Interessen in die Hand nimmt. Aber diese Gesellschaft muss sich ihrer politischen Rolle bewusst sein. Und sie sollte wissen, dass zu ihr all die Menschen gehören, die hier leben. Um Städte und Dörfer vor der Flut zu schützen, haben alle mit angepackt: Einheimische, Flüchtlinge, Arbeitsmigranten, christliche, jüdische und islamische Gemeinden.

gummistiefel Mit den Nazis inszenieren sich aber deutsche Männer und Frauen, die angeblich mit Politik nichts zu tun haben wollen, als wählbare Honoratioren in Gummistiefeln, die so tun, als habe die Flut nur deutsches Leben bedroht. Gerne lassen sie sich mit Bürgermeistern fotografieren, die ihnen ob ihres Einsatzes dankbar die Hand schütteln. Den Nazis, die sich in die Sandsackkette eingereiht haben, kommt zupass, dass es Unmut gibt über Politiker, die das Hochwasser für ihre Zwecke nutzen. Nicht ganz zu Unrecht sagt man Gerhard Schröder nach, die Wahl 2002 durch das Hochwasser gewonnen zu haben. Und es dürfte nicht falsch sein, Angela Merkels Auftritten auf den Deichen ein ähnliches Kalkül zu unterstellen.

Das kann man als politische Show ablehnen, aber weder die berechtigte Kritik daran noch Deichbrüche und überflutete Städte rechtfertigen es, plötzlich – wie weiland Wilhelm Zwo – so zu tun, als gäbe es keine Parteien mehr, nur noch Deutsche.

Aber es gibt Hoffnung. Schon bei der Flut 2002 inszenierten sich Nazis als die echten Helfer; damals wurde, wer dies anmerkte, heftig attackiert – als redete man die Gefahr des Hochwassers klein. Jetzt aber melden sich Bürgermeister und distanzieren sich davon, dass sie Leuten die Hand schüttelten, von denen sie nicht wussten, dass es Nazis waren. Wenn aufgeräumt wird, vergesst nicht die braunen Säcke!

Die Autorin ist Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung.

USA

Trumps Ex-Grenzschutzchef soll »antisemitische Tirade« gehalten haben

Gregory Bovino soll wütend geworden sein, als ein orthodoxer Staatsanwalt wegen des Schabbats nicht an einer Telefonkonferenz teilnahm

 02.02.2026

Johann Wadephul

»Wir lassen uns in unserer Haltung nicht einschüchtern«

Das iranische Regime hat die Bundeswehr als Terrororganisation eingestuft. Der Außenminister bezeichnete den Schritt als »propagandistisch« und hofft auf schnelle Schritte gegen die Revolutionsgarden

 01.02.2026

Naher Osten

Iran betrachtet Bundeswehr als Terrororganisation

Nach langer Debatte stufte die EU Irans Revolutionsgarden kürzlich als Terrororganisation ein. Nun kommt eine Reaktion aus Teheran

 01.02.2026

Straße von Hormus

US-Militär warnt Revolutionsgarden vor Provokationen bei Manöver

Ab Sonntag will die iranische Elite-Einheit eine Übung in der strategisch wichtigen Meerenge abhalten

 31.01.2026

Sicherheit

Deutschland und Israel trainieren erstmals gemeinsam gegen Cyberangriffe

Deutschland und Israel proben gemeinsam die Abwehr schwerer Cyberangriffe. Denn Israel hat Erfahrungen, von denen Deutschland profitieren möchte

 31.01.2026

Nordrhein-Westfalen

Statt Auktion: 428 Holocaust-Dokumente an Auschwitz-Stiftung übergeben

Nach internationalen Protesten übergibt der Landtag in Nordrhein-Westfalen 428 Holocaust-Dokumente an die Stiftung Auschwitz-Birkenau. Darunter sind Lagerpostkarten, Täterbriefe und Lagergeld

 31.01.2026

Nahost

Trump schickt weitere Kriegsschiffe in Richtung Iran

Der US-Präsident drängt das iranische Regime weiterhin zu einem Deal

 31.01.2026

Nahost

Mehrere Explosionen im Iran

Vor einem Marinemanöver der iranischen Revolutionsgarden kommt es zu Detonationen in mehreren Teilen des Landes. Die iranische Propaganda spricht von Gaslecks und brennendem Schilf

 31.01.2026

Nahost

Vollendete Drohkulisse

US-Präsident Trumps »Armada« ist angekommen, die Optionen für Militärschläge liegen auf dem Tisch. Er stellt dem Mullah-Regime zwei Bedingungen. Wird Teheran einlenken?

von Imanuel Marcus  30.01.2026