Meinung

Brandgefährlich

Empörung, Betroffenheit, Verurteilung – das sind die gängigen Reaktionen nach Angriffen auf jüdische Einrichtungen. Schlag auf Schlag melden sich Politiker, Verbandsfunktionäre und andere Vertreter des öffentlichen Lebens zu Wort. Gerade so geschehen beim Brandanschlag auf die Begräbnishalle in Dresden. Doch was kommt nach diesen Ritualen? Es wird still. Ein paar Hinweise aus der Bevölkerung noch, das war’s dann. Die Schäden werden beseitigt, ein Täter ist nicht zu fassen, und die Sonderkommission der Polizei wird aufgelöst. So war es auch Mitte Mai, als in Worms die Synagoge beinahe in Flammen gestanden hätte. Ein Feuerzeug wurde gefunden, ansonsten verliefen die Ermittlungen im rheinland-pfälzischen Sand. Wie so oft, landauf, landab. Das freut und ermuntert die Täter. Denn weil die Empörungswelle in der Regel folgenlos abebbt, können sich die Angreifer beruhigt zurücklehnen: Ziel erreicht. Abschreckung sieht anders aus. Und das darf einen schon verstören. Wenn ein Brandsatz auf eine Synagoge geworfen wird, ist das vieles, aber sicherlich kein Kavaliersdelikt.

Berlin

Wegen Kritik an Passage zu Judenhass: CDU entfernt Wahlkampfvideo vorübergehend

In den sozialen Medien schreiben Kritiker, die Wahlwerbung setze friedliche Demonstrationen mit Antisemitismus gleich. Die Partei weist dies zurück

von Imanuel Marcus  06.07.2026

Vermummte Menschen mit Holzlatten

Berlin

Antisemitismus-Streit in linkem Jugendzentrum eskaliert

In Berlin-Hellersdorf ist es am Wochenende zu gewalttätigen Auseinandersetzungen wegen konträrer Positionen zu Israel gekommen

 06.07.2026

Gaza

Hamas löst De-facto-Regierung im Gazastreifen auf

Die saudi-arabische Zeitung »Asharq Al-Awsat« schreibt unter Berufung auf Quellen innerhalb der Terrororganisation, dieser Schritt könnte den Weg für eine Übergangsverwaltung aus Fachleuten ebnen

 06.07.2026 Aktualisiert

Jerusalem

NGO Monitor wirft Ärzte ohne Grenzen tief verwurzelten Antisemitismus vor

Einem neuen Bericht zufolge erlebten zahlreiche jüdische Beschäftigte ein Arbeitsumfeld, in dem israelfeindliche Einstellungen weit verbreitet seien

 06.07.2026

USA

»Wir kommen zurück« – Wieso New Yorker Juden Deutsche werden

Mehr und mehr New Yorker Jüdinnen und Juden beantragen als Nachfahren von NS-Verfolgten die deutsche Staatsangehörigkeit. Viele sehen darin eine Rückkehr zu ihren Wurzeln – und auch eine Absicherung

von Anne Pollmann  06.07.2026

Jerusalem

Netanjahu widerspricht Vance: Israel hat »sehr viele Freunde«

Zuvor hatte US-Vizepräsident JD Vance behauptet, dass die USA der einzige internationale Verbündete Israels seien. Der israelische Präsident entgegnete, dass die internationalen Beziehungen des Landes deutlich besser seien, als es der öffentliche Eindruck vermuten lasse

 06.07.2026

Diplomatie

Streit mit der Türkei: Wadephul stellt sich an die Seite Israels

Außenminister Johann Wadephul hat Aussagen seines türkischen Amtskollegen Hakan Fidan als »vollkommen unangemessen« bezeichnet. Fidan hatte Israel ein »Problem für die Menschheit« genannt

 06.07.2026

Iran

Trauerzug mit Chameneis Leichnam führt durch Teheran

Rund vier Monate nach seiner Tötung soll Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei beerdigt werden. Die Trauerfeiern sollen die Geschlossenheit des Regimes demonstrieren, zeigen aber auch, welcher politische Flügel ausgeschlossen wird

 06.07.2026

Debatte

Zentralrat der Juden positioniert sich zum Thema AfD-Verbot

 05.07.2026