Einspruch

Bleiben wir respektvoll

Rabbiner Avichai Apel Foto: Marco Limberg

Ein katholisches Kloster in der Nähe des Kinneret wurde in der vergangenen Woche Ziel eines Brandanschlags. Nach bisherigem Ermittlungsstand muss man davon ausgehen, dass es radikale religiöse Juden waren, die die Tat verübten. Die israelische Regierung hat den Anschlag strikt verurteilt. Richtig so. In den letzten 2000 Jahren haben wir Juden unter den Völkern gelebt und sind endlich nach Israel zurückgekehrt. Nun dürfen wir nicht die Fehler der anderen, unter denen wir gelitten haben, wiederholen.

Kurz nach dem Anschlag in Tabgha war ich gemeinsam mit Rabbinerkollegen und katholischen Bischöfen aus Deutschland dort. Ich hoffe und wünsche, dass die verwerfliche Tat nicht den jüdisch-christlichen Dialog belastet. Dankenswerterweise habe ich dort erfahren können, dass die katholischen Geistlichen nicht das Judentum als solches für den Anschlag verantwortlich machen.

aussöhnung Dennoch fürchte ich, dass wir im innerjüdischen Gespräch etwas klären müssen: Wenn es unter uns wirklich Leute gibt, die zu einer solchen Tat fähig sind, müssen wir dies ernsthaft analysieren. Es darf keine Wiederholung geben. Viele Israelis verbinden mit dem Christentum vor allem Inquisition, Kreuzzüge und die Verfolgung des Judentums. Das ist nicht falsch, aber wir sollten doch eher die Betonung auf die vergangenen 50 Jahre legen und über die Aussöhnung sprechen.

Die Tora lehrt uns, den Weg des Friedens gemeinsam zu beschreiten. Wir stehen für Demokratie und Meinungsvielfalt, und so wie wir zu Recht darauf achten, dass man uns nicht missioniert, so sollten wir auch Andersgläubige respektieren. Bei aller Empörung über den Anschlag von Tabgha sollten wir aber auch nicht vergessen, dass der jüdische Staat Israel das einzige Land im gesamten Nahen Osten ist, in dem Christen, Muslime und Juden ihre Religion frei leben können. Das dürfen wir uns nicht kaputt machen lassen.

Der Autor ist Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Groß-Dortmund und Vorstandsmitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz.

Teheran

Irans neuer Machthaber droht Gegnern in aller Welt

Irans Oberhaupt Mojtaba Chamenei ist seit seiner Ernennung im Versteck. Nun rief er zum weltweiten Kampf gegen »innere und äußere Feinde« auf

 20.03.2026

New York

Neue Vorwürfe: Mamdanis Ehefrau soll palästinensischen Terror glorifiziert haben

Rama Duwaji, Gattin des Bürgermeisters von New York, soll Mitglieder der Terrororganisation PFLP und die Flugzeugentführerin Leila Khaled in älteren Social-Media-Einträgen positiv dargestellt haben

 20.03.2026

Nahost

13 Raketenwellen gegen Israel, USA und IDF greifen Regime-Ziele in Teheran an

Die Lage im Überblick

 20.03.2026 Aktualisiert

Nahost

EU-Staaten fordern Aussetzung der Angriffe auf Energiesektor

Jüngste Angriffe auf Anlagen der Gasproduktion im Iran und im Nachbarstaat Katar schüren Befürchtungen vor einer weiteren Eskalation des Krieges

 20.03.2026

Teheran

Persisches Neujahr vom Krieg überschattet

Statt Frühlingsfreude prägen Trauer, Trümmer und Zukunftssorgen das Neujahr im Iran. Wie Menschen in der Hauptstadt versuchen, trotz Konflikten an Traditionen festzuhalten

 20.03.2026

Augsburg

Manfred Weber: AfD ist »absolut toxische Partei«

Vorwürfe, wonach es eine strukturierte, systemische Zusammenarbeit mit der AfD gebe, weist der EVP-Vorsitzende zurück

 20.03.2026

Gefahr

Israel: Iran kann kein Uran mehr anreichern

Seit 20 Tagen attackieren Israel und die USA den Iran mit schweren Luftangriffen. Dem israelischen Ministerpräsidenten zufolge hat die gemeinsame militärische Operation bereits Ergebnisse gebracht

 19.03.2026

Suchmaschine

USA ermöglichen Recherche zu Nazis in der eigenen Familie

War der eigene Opa ein Nazi? Diese Frage kann nun über das US-Nationalarchiv beantwortet werden. Erstmals wurden die überlieferten Mitgliedskarteien der NSDAP vollständig ins Netz gestellt

von Sabina Crisan, Marc Fleischmann  19.03.2026

Krieg

Araghtschi droht mit Vergeltung für Angriffe auf Infrastruktur

Irans Außenminister droht mit massiver Vergeltung, sollte Israel erneut Öl- und Gasanlagen angreifen. Araghtschi stellt auch eine weitere Bedingung für ein Kriegsende

 19.03.2026