Anschlag von Hanau

BKA-Chef Münch warnt vor rechten Einzeltätern

Bundeskriminalamts-Präsident Holger Münch Foto: Gregor Zielke

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, hat vor weiteren Anschlägen wie vor einem Jahr in Hanau gewarnt. Die Polizei habe es »zunehmend mit allein handelnden Tätern zu tun, die sich selbst radikalisiert haben und zum Teil irrational agieren«, sagte Münch dem in Berlin erscheinenden »Tagesspiegel« (Online).

Im hessischen Hanau hatte ein Mann am 19. Februar 2020 aus rassistischen Motiven neun Menschen aus Einwandererfamilien erschossen und anschließend seine Mutter und sich selbst getötet.

TÄTERTYP Bei diesem Tätertyp vermischten sich »Motive und Hintergründe, die von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Frauenfeindlichkeit oder Antisemitismus über krude Verschwörungstheorien bis hin zu psychotischen Störungen reichen«, sagte Münch.

Sorge bereitet dem BKA-Chef auch der Lockdown, weil noch mehr Menschen im Internet unterwegs seien und »mit Inhalten aus der rechten Meinungsblase« in Berührung kämen.

Unterdessen hat Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU) mehr Einsatz im Kampf gegen rassistisch motivierte Gewalt in Deutschland gefordert. »Die rassistischen Morde von Hanau verpflichten uns alle, mehr zu tun«, sagte Widmann-Mauz den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch).

Mehr als 50 Prominente unterstützen die Kampagne gegen rechsextreme und rassistische Hetze, darunter Iris Berben, Max Raabe und Zentralratspräsident Josef Schuster.

Es sei richtig, dass »die Bundesregierung den Kampf gegen Rassismus mit konkreten Maßnahmen von der Prävention über die Strafverfolgung bis hin zur Hilfe und Beratung für Betroffene« vorantreibe. »Und deshalb ist jede und jeder einzelne gefragt, klare Haltung zu zeigen und die Stimme gegen Hass und Gewalt zu erheben.«

ERINNERUNGSARBEIT Widmann-Mauz fördert gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung mit je 125.000 Euro die Initiative #MeineStimmeGegenHass, die auch Erinnerungsarbeit für die Opfer rechtsextremer Gewalt leisten will. Anlässlich des Jahrestages des Anschlags in Hanau hat die Deutschlandstiftung eine neue Kampagne aufgelegt.

Nach Angaben der Bundesregierung fordert die Initiative Menschen bundesweit mit Plakaten und Anzeigen sowie einem Fernseh-Spot dazu auf, sich gegen rechtsextreme und rassistische Hetze zu stellen. Mehr als 50 Prominente unterstützen laut Stiftung die Kampagne, darunter Schauspielerin Iris Berben, Sänger Max Raabe und der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

Der Vorsitzende des Stiftungsrates der Deutschlandstiftung Integration, der frühere Bundespräsident Christian Wulff, sagte den Funke-Zeitungen: »Wir müssen in der reellen wie in der digitalen Welt gegen diesen Hass entschlossen vorgehen. Den Nährboden solcher Ideologien müssen wir alle zusammen trockenlegen.« epd/kna

Berlin

CSD-Veranstalter: Anschlag nicht instrumentalisieren

Der Berliner CSD-Verein fordert Solidarität statt Spaltung nach dem Anschlag im Tiergarten. Was die Veranstalter noch betonen

 26.07.2026

Berlin

Wegner lobt nach Anschlag Einsatzkräfte und CSD-Veranstalter

Berlins Regierungschef Wegner hebt das rasche Handeln und das Zusammenspiel nach dem Terroranschlag am Rande des CSD hervor. Worüber er nun in den nächsten Tage sprechen möchte

 26.07.2026

Berlin

Bundeskanzler nennt CSD-Anschlag terroristisch und islamistisch

Nicht nur ein Angriff auf Teilnehmer des Berliner CSD, sondern auch einer gegen Freiheit und Offenheit – Bundeskanzler Merz kündigt an, genau das über Parteigrenzen verteidigen zu wollen

 26.07.2026

Karlsruhe

Generalbundesanwalt soll CSD-Ermittlungen übernehmen

Ein mutmaßlich islamistischer Hintergrund steht bei den Ermittlungen zum Anschlag am Rande des Berliner CSD im Fokus. Die Zuständigkeit wechselt daher bald zur obersten Anklagebehörde in Deutschland

 26.07.2026

Berlin

Dobrindt spricht von Terroranschlag – Verdächtiger flüchtig

Dramatisches Ende eines bunten Festes: Am Rande des CSD in Berlin fährt ein Fahrzeug in die Menge. Eine Person stirbt, 29 Menschen werden verletzt. Nach dem mutmaßlichen Täter wird gefahndet

 26.07.2026 Aktualisiert

Meinung

Die Gefahr des Islamismus endlich ernst nehmen

Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD reichen Bekundungen der Trauer und Betroffenheit nicht. Es braucht konkretes gesetzgeberisches Handeln, um dem Terror zu begegnen

von Volker Beck  26.07.2026

Berlin

Blumen, Trauer und Tränen nach CSD-Angriff

Eine Frau stirbt, viele Menschen werden schwer verletzt. Der Angriff mit einem Auto im Berliner Tiergarten galt offensichtlich den Besuchern des Christopher Street Day

von Andreas Rabenstein, Monika Wendel  26.07.2026

Teheran

Iran droht USA mit Ausweitung des Konflikts

Das iranische Militär droht den USA mit einer Ausweitung der Kämpfe. Sollten die Luftangriffe andauern, werde Teheran neue militärische Strategien in der Region anwenden

 26.07.2026

Berlin

CSD-Angriff: Keine Lebensgefahr bei acht Charité-Patienten

Ein Mann steuert am Samstagabend einen Van in eine Menschenmenge. Eine Frau stirbt. Mehrere Menschen erleiden teilweise schwere Verletzungen. Acht von ihnen werden in die Charité gebracht

 26.07.2026