Bildungsministerkonferenz /Zentralrat

Bildungsinitiative soll Vorurteile gegenüber Judentum abbauen

Josef Schuster: »Das Berücksichtigen dieser Empfehlungen könne «zu einer wirksamen Prävention vor Antisemitismus führen» Foto: IMAGO/Christian Spicker

An Schulen und anderen Bildungseinrichtungen sollen Vorurteile, Stereotype und Verzerrungen in der Vermittlung jüdischer Geschichte, Kultur und Religion abgebaut werden. Antisemitismus solle zudem nicht nur als historisches Phänomen, sondern auch in seinen aktuellen Erscheinungsformen behandelt werden, heißt es in einer am Montag von der Bildungsministerkonferenz, dem Zentralrat der Juden in Deutschland und dem Verband Bildungsmedien unterzeichneten Erklärung.

Die Empfehlungen richteten sich an Ersteller von Bildungsmedien, die Bildungsverwaltungen und »nicht zuletzt an die Lehrkräfte«.

Die Erklärung umfasst den Angaben zufolge zwölf zentrale Punkte: Jüdisches Leben soll in seiner Gegenwart und Vielfalt dargestellt werden. Sie betont, dass das Judentum in Deutschland, Europa und der Welt ein lebendiger Teil der Gesellschaft ist, dessen Stimmen in Bildungsmedien Gehör finden müssen. Jüdinnen und Juden seien zudem ein integraler Bestandteil der deutschen Gesellschaft. Bildungsmedien sollten vermeiden, sie als »Fremde« oder »Andere« darzustellen.

Die Darstellung des Judentums müsse zudem die unterschiedlichen Lebensentwürfe, sowohl religiöse als auch säkulare, berücksichtigen und die Vielfalt jüdischer Identitäten widerspiegeln, hieß es weiter: »Bildungsmedien sind aufgefordert, stereotype Darstellungen zu vermeiden, die zu antisemitischen Vorurteilen führen können. Dies schließt eine kritische Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen Darstellungen ein.« Die Erklärung fordert, dass Bildungsmedien altersangemessen über Antisemitismus informieren und dessen Erscheinungsformen erklären.

Die gemeinsame Erklärung sei das Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Kultus- beziehungsweise Bildungsministerkonferenz, dem Verband Bildungsmedien und dem Zentralrat der Juden, erklärte Zentralrats-Präsident Josef Schuster: »Das Berücksichtigen dieser Empfehlungen könne «zu einer wirksamen Prävention vor Antisemitismus führen». epd

Iran

Ist Modschtaba Chamenei noch am Leben?

Äußerungen aus dem Umfeld der Regierung von Präsident Masoud Peseschkian lassen aufhorchen

 10.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  10.08.2026

Bayern

Erneut Ermittlungen gegen Aiwangers Ex-Lehrer

Vor drei Jahren rüttelte die Flugblattaffäre um Hubert Aiwanger die bayerische Landespolitik heftig durcheinander. Viele haben das schon wieder vergessen. Nicht so die Staatsanwaltschaft Regensburg

 10.08.2026

Meinung

Renten: Her mit der aufrichtigen Debatte!

Eine Reform, die lediglich das Bestehende in noch teurer absichert, löst das Problem nicht

von Günter Jek  10.08.2026

Magdeburg

Sachsen-Anhalt: AfD und BSW legen zu

Die Rechtsaußenpartei baut ihren Vorsprung in Sachsen-Anhalt einer neuen Umfrage zufolge weiter aus. Die Wagenknecht-Partei wiederum könnte zum entscheidenden Machtfaktor werden

 10.08.2026

Berlin

Ron Prosor unterstützt deutsche Olympia-Bewerbung

»Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland wären ein starkes Zeichen. Nicht trotz seiner Geschichte, sondern gerade wegen seiner Geschichte«, sagt der israelische Botschafter

 10.08.2026

Interview

»Aufklärung im Hier und Jetzt«

Marina Müller über antisemitismuskritische Bildungsarbeit, die Rolle von Lehrern und das neue Projekt von »Zeugen der Zeitzeugen«

von Leon Stork  10.08.2026

Berlin

Bund gibt mehr Geld für Gedenkstätten

Die deutschen Gedenkstätten erhalten von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer mehr Fördermittel - für Projekte, aber auch für den Schutz der Orte und Mitarbeiter.

 10.08.2026

Washington D.C.

Trump ernennt jüdischen Juristen zum neuen Rechtsberater des Weißen Hauses

»Will ist hart, stark und klug! Er liebt auch unser Land und respektiert das Gesetz«, sagt der amerikanische Präsident

 10.08.2026