Teheran

Bilder von Leichensäcken im Iran sorgen für Entsetzen

Gedenken in Frankfurt: Laut einem Bericht des unabhängigen Nachrichtenportals »Iran International« könnten seit dem Beginn der Proteste im Iran rund 12.000 Menschen getötet worden sein. Foto: picture alliance / Presse- und Wirtschaftsdienst

Aus dem weitgehend von der Außenwelt abgeschnittenen Iran gelangen trotz Internet-Blockade besorgniserregende Bilder nach außen. Aktivisten und Oppositionelle teilen etwa Videos, die auf dem Boden aufgereihte Leichensäcke mit Toten darin zeigen sollen. Dabei soll es sich um bei den Protesten getöteten Demonstranten handeln.

Die Videos ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren, schüren aber bei vielen die Sorge, dass die Gewalt gegen die Protestierenden ein besonders hohes Maß an Brutalität erreicht haben könnte.

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Bereits vor vier Tagen hatte ein persischsprachiges Faktencheck-Team mit Sitz in Kanada ein Video aus einem Vorort der iranischen Hauptstadt Teheran analysiert, das verletzte und blutüberströmte Menschen auf dem Boden eines Gebäudes zeigt. Das Portal »Fatnameh« kam zu dem Schluss, dass die Aufnahmen echt sind – unter anderem, weil sie zuvor nicht im Netz kursierten und mit Details zum aktuellen Geschehen im Iran übereinstimmen.

Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. Es sind die schwersten Unruhen im Iran seit Jahren.

Die iranischen Behörden haben bislang keine konkreten Todeszahlen veröffentlicht. Die Staatsführung spricht seit Tagen von Randalierern und Terroristen, die die Massenproteste unterwandert hätten. Aktivisten sprechen bisher von mehreren Tausend Toten.

Laut einem Bericht des unabhängigen Nachrichtenportals »Iran International« könnten seit dem Beginn der Proteste im Iran rund 12.000 Menschen getötet worden sein. Das Portal beruft sich unter anderem auf Angaben von Zeugen wie Angehörigen und medizinischem Personal sowie auf Daten von Krankenhäusern. Auch Berichte des Präsidialamts, des Obersten Nationalen Sicherheitsrats und der Revolutionsgarden seien ausgewertet worden. Es handele sich um das größte Massaker in der jüngeren Geschichte des Iran, schreibt das Portal. dpa

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