Sotschi

Besuch statt Boykott

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer Foto: dpa

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer hat sich gegen den Boykott der Olympischen Winterspiele in Sotschi durch westliche Politiker ausgesprochen. »Russland befindet sich auf der Schwelle zwischen Europa und einen Rückfall in finstere Zeiten seiner Geschichte«, sagte Kaminer der Jüdischen Allgemeinen. »Wenn der Westen Russland meidet, stärkt das nur die rückwärtsgewandten Kräfte im Land.«

Zivilgesellschaft Ein Besuch der Spiele verbunden mit Treffen der Zivilgesellschaft könne viel mehr erreichen als ein medienwirksamer Boykott der Sportveranstaltung, ist Kaminer überzeugt. »Nur wenn Austausch zwischen dem Westen und Russland stattfindet, kann sich etwas ändern.«

Kaminer bestreitet, dass ein Besuch der Spiele eine Aufwertung des russischen Präsidenten Wladimir Putin bedeutet hätte. »Russland wird nun einmal von einem ehemaligen KGB-Offizier regiert«, so Kaminer. »Dafür das ganze Land zu bestrafen, schwächt Putin nicht – im Gegenteil.« Es sei notwendig, dass westliche Politiker nach Russland fahren und vor Ort für Aufklärung in dem Land sorgen, forderte Kaminer. ppe

Meinung

Die Hybris des Jens Spahn

Mit seinem Verhalten hat der CDU-Politiker nicht nur der eigenen Partei geschadet, sondern der Demokratie

von Ralf Balke  21.07.2026

Washington D.C.

US-Geheimdienste erwarten keine Kursänderung Teherans nach neuen Angriffen

Die neue Lageeinschätzung wurde der Regierung von Präsident Donald Trump bereits vorgelegt

 21.07.2026

Statistik

Opferberatungsstellen: 3.167 Fälle rechter Gewalt im Jahr 2025

Die nichtstaatlichen Opferberatungsstellen verzeichnen nach dem Rekordjahr 2024 den zweithöchsten Wert an rechter Gewalt. Am häufigsten war das Tatmotiv Rassismus. Besonders nahmen Angriffe auf politische Gegnerinnen und Gegner zu

 21.07.2026

Projekt

Ein Denkmal für gefallene Soldaten und ermordete Juden

Ein Dorf will mit einer Gedenkstätte an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Das geplante gemeinsame Gedenken an gefallene Soldaten und ermordete Juden ruft ein unterschiedliches Echo hervor

von Jens Bayer-Grimm  21.07.2026

München

Schmerz und offene Fragen auch zehn Jahre nach OEZ-Anschlag

Am 22. Juli 2016 erschoss ein rechtsextremer 18-Jähriger am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun junge Menschen. Noch immer sind für die Angehörigen viele Fragen offen

von Susanne Schröder  21.07.2026

Köln

Bewährungsstrafen gegen frühere Mitglieder antisemitischen Goyim-Netzwerks

Es geht um die Beteiligung an einer Verbreitung von Judenhass-Propaganda

 21.07.2026

Höchberg

DIG-Mitglied wegen Israel-Anstecker angegriffen und schwer verletzt

Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes

 21.07.2026 Aktualisiert

Beirut

USA: Erste Schritte bei »Pilotzonen« im Südlibanon

Nach jahrzehntelangem Kriegszustand gab es zuletzt Annäherungsversuche zwischen Israel und dem Libanon. Nun verkündet das US-Außenministerium als Vermittler einen weiteren Schritt

 21.07.2026

Washington D.C.

Trump: »Netanjahu wird unter keinen Umständen festgenommen«

Der amerikanische Präsident wendet sich gegen die Aussage des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani, der eine Festnahme prüfen lässt

 21.07.2026