Protest

Berlin erinnert an Sarah Halimi

Demonstration in Paris in Erinnerung an Sarah Halimi (April 2021) Foto: imago images/PanoramiC

Vor der französischen Botschaft in Berlin findet am Samstag eine Protest- und Gedenkkundgebung in Erinnerung an die 2017 ermordete pensionierte jüdische Ärztin Sarah Halimi statt.

»Nach den starken Protesten in Paris, Tel Aviv und Miami rufen wir zu der ersten und bis dato einzigen Kundgebung in Berlin auf. In Gedenken an die Opfer antisemitischer Gewalt und für Gerechtigkeit im Fall Sarah Halimi!«, schreiben die Organisatorinnen der dazugehörigen Facebook-Veranstaltung, Mia Campo de Verano und Maria Kireenko, Mitglied im Bundesvorstand Junges Forum DIG.

Sigmount Königsberg, Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, teilte den Hinweis auf die Kundgebung auf Facebook.

https://www.facebook.com/sigmount/posts/10161791528813018

URTEIL Sarah Halimi wurde im April 2017 in Paris von einem 27-jährigen Mann misshandelt und vom Balkon ihrer Wohnung geworfen.

Das höchste französische Gericht bestätigte vor kurzem, dass es gegen den mutmaßlichen Täter, der laut Medien in der Psychiatrie behandelt wird, keinen Prozess geben wird. Er soll bei der Tat unter Rauschgifteinfluss gestanden haben.

Gegen die umstrittene Entscheidung des Kassationsgerichts demonstrierten Menschen in mehreren Ländern.

Gegen die umstrittene Entscheidung des Kassationsgerichts demonstrierten Menschen in mehreren Ländern. Israels Staatspräsident Reuven Rivlin kritisierte in einem Schreiben an seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron das Urteil.

KUNDGEBUNG Die Berliner Protest- und Gedenkkundgebung beginnt am 8. Mai um 11 Uhr mit Redebeiträgen. Es folgt das Kaddisch-Gebet, danach sollen Kerzen gezündet und Blumen niedergelegt werden.

Die Organisatoren schreiben: »Da es sich um eine Gedenkkundgebung für Sarah Halimi handelt, bitten wir euch auf das Zeigen von Flaggen und Symbolen zu verzichten, die keine jüdischen Organisationen oder den israelischen Staat repräsentieren.«

Wegen der Corona-Pandemie werden alle Teilnehmer außerdem gebeten, während der Kundgebung einen Mund-Nasenschutz zu tragen und einen Abstand von 1,5 Metern zu anderen Teilnehmer einzuhalten. ja/dpa

Debatte

Nach Rede zu Iran-Krieg: Spahn kritisiert Bundespräsidenten

Bundespräsident Steinmeier hatte den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als völkerrechtswidrig bezeichnet. Der Unionsfraktionschef hält das für anmaßend

 24.03.2026

Krieg

Iran lässt wenige Schiffe durch Straße von Hormus

Die iranischen Behörden lassen nur wenige Schiffe durch die für den Energiehandel wichtige Wasserstraße. Viele Reedereien meiden die Route angesichts von Angriffen und fehlender Versicherungen

 24.03.2026

Berlin

Urteil gegen mutmaßliche Hamas-Mitglieder erwartet

Die Terrororganisation Hamas soll in Europa Waffenlager haben, um Anschläge verüben zu können. Vom Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder erhoffte man sich auch weitere Erkenntnisse. Ist das gelungen?

 24.03.2026

Interview

»Geschichten, die Kindern guttun«

Die Jiddisch-Professorin Miriam Udel über Kinderliteratur, Ethik und Menschlichkeit

 24.03.2026

Meinung

Wie lange müssen wir noch so leben?

Seit Beginn des Iran-Kriegs werden jüdische Einrichtungen noch häufiger Ziel von Terrorattacken. Das Absurde ist: Dieser Zustand ist für Jüdinnen und Juden längst zur Norm geworden

von Laura Cazés  24.03.2026

Erinnerungskultur

Felix Klein verteidigt Wolfram Weimer gegen Buchenwald-Verbände

Zwei Angehörigen-Verbände wollen verhindern, dass der Kulturstaatsminister eine Rede in der Gedenkstätte Buchenwald hält. Mit ihrer Kritik würden sie sich selbst schaden, sagt der Antisemitismusbeauftrage

 24.03.2026

Kommentar

Bedingt lernfähig

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übt harte Kritik am Vorgehen der USA gegen den Iran. Über den Terror der Mullahs verliert er dagegen kein Wort – wieder einmal

von Ralf Balke  24.03.2026

Teheran

Bericht: Neuer Generalsekretär in Irans Sicherheitsrat

Nach der Tötung von Ali Laridschani ist im Iran ein neuer Generalsekretär für den mächtigen Nationalen Sicherheitsrat benannt worden. Das Amt bekleidet nun ein bisher eher Unbekannter

 24.03.2026

Nahost

Libanon weist iranischen Botschafter aus

Die Lage zwischen der Hisbollah und Israel spitzt sich immer weiter zu. Die Regierung in Beirut trifft nun weitere Maßnahmen, um den iranischen Einfluss einzudämmen

 24.03.2026