Fußball

Berichte: UEFA will über Suspendierung Israels abstimmen

Die israelische Fußball-Nationalmannschaft (Foto von 2024) Foto: copyright (c) Flash90 2023

Die Europäische Fußball-Union UEFA könnte nach übereinstimmenden Medienberichten in der kommenden Woche eine Suspendierung Israels beschließen. Laut der Zeitung »The Times« und der Nachrichtenagentur AP soll eine Mehrheit des Exekutivkomitees wegen des Vorgehens von Israel im Gaza-Krieg einen solchen Ausschluss befürworten. Die UEFA äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten.

Eine Suspendierung würde wohl nicht nur Israels Nationalteam, sondern auch Maccabi Tel Aviv im Europapokal betreffen. Der Verein gastiert in der Gruppenphase der Europa League sowohl beim VfB Stuttgart (11. Dezember) als auch beim SC Freiburg (22. Januar). Das Nationalteam bestreitet planmäßig die nächsten Spiele am 11. Oktober in Norwegen sowie am 14. Oktober in Italien.

US-Regierung offenbar gegen Ausschluss

Einen Ausschluss hatten mehrere vom UN-Menschenrechtsrat bestellten Experten in dieser Woche gefordert. Dies sei ihrer Auffassung nach als Reaktion auf Israels Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen, wo Hunderttausende Zivilisten auf der Flucht sind, nötig. 

Der Sport dürfe nicht den Eindruck erwecken, dass alles beim Alten sei, teilten die unabhängigen Berichterstatter mit. »Sportverbände dürfen bei schweren Menschenrechtsverletzungen nicht wegsehen«, schreiben sie. 

Die US-Regierung um Präsident Donald Trump stellt sich einem Bericht von Sky News zufolge gegen einen möglichen Ausschluss für die WM, die 2026 in den USA, Mexiko und Kanada stattfindet. 

Ein Sprecher des für die Außenpolitik zuständigen Ministeriums von Marco Rubio sagte dem britischen Sender: »Wir werden uns mit aller Kraft dafür einsetzen, alle Versuche, Israels Fußball-Nationalteam von der WM auszuschließen, vollständig zu unterbinden.«

Israel spielt aktuell um WM-Ticket

Israel weist sämtliche Vorwürfe im Rahmen des UN-Menschenrechtsrates stets zurück. Das Land wirft dem Rat und seinen Berichterstattern vor, gegen Israel voreingenommen zu sein. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte wiederholt, die israelische Armee gehe gegen die Hamas vor, nicht gegen die Zivilbevölkerung. Die Streitkräfte (IDF) haben im Verlauf des Krieges humanitäre Zonen und Fluchtrouten eingerichtet und Bewohner vor bevorstehenden Luftangriffen gewarnt.

Die Fußballer Israels spielen derzeit in der europäischen Qualifikationsrunde um ein Ticket für die WM. In Gruppe I belegt Israel hinter Norwegen und Italien aktuell Platz drei. Das bislang letzte Spiel absolvierte das Team am 8. September gegen Italien (4:5).

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte Sanktionen gegen Israel in der Vorwoche bereits abgelehnt. Es gebe keinen Verstoß gegen die olympische Charta, hieß es. Bei den Sanktionen gegen russische Sportler wegen des Krieges in der Ukraine hatte das IOC Verstöße gegen die olympische Charta als Grund genannt. Russlands Olympisches Komitee ist weiterhin suspendiert. Auch das Fußball-Nationalteam nimmt nicht an der WM-Qualifikation teil. dpa/ja

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