Paris

Bericht: Marine Le Pen trifft Israels Botschafter

Marine Le Pen Anfang April bei einer Industriemesse in Villepinte Foto: picture alliance / abaca

Die Vorsitzende des rechten Rassemblement National, Marine Le Pen, ist laut einem Bericht zu einem vertraulichen Gespräch mit dem israelischen Botschafter in Frankreich, Joshua Zarka, zusammengetroffen. Das Treffen habe am Mittwoch in Paris stattgefunden und sei nicht öffentlich angekündigt worden, schreibt die Publikation »Le Parisien«. Die israelische Botschaft bestätigte demnach die Zusammenkunft.

Das Gespräch gilt als weiteres Zeichen der Annäherung zwischen der Partei Le Pens und Israel. Die Politikerin hatte sich in den vergangenen Jahren wiederholt demonstrativ hinter den jüdischen Staat gestellt. Im Mai 2025 sagte sie mit Blick auf den Krieg in der Region: »Israel tut, was es kann, in einer äußerst schwierigen Situation.« Zugleich kritisierte sie damalige Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu Benjamin Netanjahu als »unwürdig«.

Bereits einige Monate zuvor war RN-Parteichef Jordan Bardella gemeinsam mit Marion Maréchal zu einem vielbeachteten Besuch nach Israel gereist. Beobachter werteten dies als weiteren Schritt in der Strategie der Partei, ihr politisches Image zu verändern und sich international breiter aufzustellen.

Lesen Sie auch

Hintergrund ist auch eine veränderte Linie Israels im Umgang mit europäischen Rechtsparteien. Medienberichten zufolge wurde ein früheres Kontaktverbot für israelische Diplomaten gegenüber solchen Parteien bereits vor einigen Jahren aufgehoben.

In Deutschland hatte der frühere Botschafter Israels, Jeremy Issacharoff, 2019 erklärt, einen Kontakt mit der AfD werde es nicht geben. Obwohl die Partei mittlerweile in fünf Bundesländern als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wurde, führt sie derzeit in den Meinungsumfragen.

Für Le Pen kommt das Treffen in einer politisch heiklen Phase. Die Oppositionspolitikerin wartet derzeit auf eine gerichtliche Entscheidung darüber, ob sie bei der Präsidentschaftswahl 2027 antreten darf. Im Zusammenhang mit der Affäre um parlamentarische Mitarbeiter drohen ihr nach Angaben des Berichts eine Haftstrafe sowie eine mehrjährige Unwählbarkeit. Eine Entscheidung wird Anfang Juli erwartet. im

Berlin

Streit um Antisemitismus: SPD und Grüne unterbrechen Sondierungsgespräche

Die Linke will eine rot-grün-rote Koalition in der Hauptstadt schmieden. Doch Grüne und SPD setzen erstmal ein Stoppschild. Auslöser ist der Umgang der Linken mit dem Thema Antisemitismus

 13.10.2026

Kontinuität

Bundesratsinitiative für EU-Forschungskooperation mit Israel

Drei Bundesländer wollen die weitere Beteiligung Israels am EU-Forschungsrahmenprogramm sicherstellen. Dazu wird jetzt eine Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht

 13.10.2026

Kommentar

Der geplatzte Testballon von Halle

Die AfD wird weiterhin versuchen, sich als ganz normale Partei zu inszenieren, wenn es um jüdisches Leben geht. Ein Angriffsziel bleibt es trotzdem. Deswegen müssen wir achtsamer werden, wenn die Angriffe subtiler werden

von Igor Matviyets  13.10.2026

Sachsen-Anhalt

CDU-Fraktion will bei Ministerpräsidenten-Wahl den Saal verlassen

Kamen Stimmen für die Wahl des AfD-Landtagspräsidenten aus den Reihen der CDU? Für die nächste wichtige Wahl im Dezember will die Fraktion vorbauen und nimmt einen ungewöhnlichen Weg

 13.10.2026

120. Geburtstag

Philosoph Bormuth: Die Gedanken von Hannah Arendt geben Orientierung

Das Werk der Philosophin Hannah Arendt bietet nach Ansicht des Oldenburger Wissenschaftlers Matthias Bormuth Orientierung in polarisierten Zeiten. Ihr Plädoyer für eigenes Denken und streitbaren Austausch sei heute hochaktuell

 13.10.2026

New York

Die US-Linke ist besessen von Palästina – nun frisst die Revolution ihre eigenen Kinder

Zohran Mamdanis Aufstieg hat in der Demokratischen Partei einen Linksruck ausgelöst. Längst ist der Bürgermeister der US-Metropole mit seiner zweifelhaften Anti-Israel-Rhetorik zur Ikone der Palästina-Bewegung in Amerika geworden. Nun wird er Teilen des eigenen Lagers zu weich

von Jan Klauth  13.10.2026

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

9. November

Bautzen erinnert an Novemberpogrome 1938

Der Bautzener Kornmarkt war Schauplatz der Novemberpogrome von 1938. Eine temporäre Installation soll am authentischen Ort an NS-Opfer erinnern

 13.10.2026