Bandera-Äußerungen

Beauftragter der Bundesregierung kritisiert Melnyk

Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung, Felix Klein Foto: imago images/Jürgen Heinrich

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat den ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk für Äußerungen über den ukrainischen Nationalistenführer Stepan Bandera kritisiert.

»Die Äußerungen von Botschafter Melnyk zu Stepan Bandera, einer äußerst umstrittenen Persönlichkeit, halte ich für problematisch«, sagte Klein den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Montag). Sie sorgten »eher für Spaltung und Unverständnis bei befreundeten Staaten.«

Melnyk hatte in einem Interview mit Thilo Jung, Journalist und Podcaster des Formats »Jung & Naiv«, in der vergangenen Woche bestritten, dass Bandera als Kollaborateur der Nazis mitverantwortlich für Pogrome und die Ermordung von 800.000 Juden in der Ukraine war. »Er hat keinen Befehl gegeben, Juden zu vernichten«, sagte Melnyk in dem Podcast. »Es gibt keine Beweise.« Das ukrainische Außenministerium ging daraufhin auf Distanz zu Melnyk.

Klein appellierte an die Ukraine, einen Beitrittsantrag bei der International Holocaust Remembrance Alliance ( IHRA) zu stellen. »Diese zwischenstaatliche Organisation ist das geeignete Forum, in dem die von Herrn Melnyk aufgeworfenen Fragen international differenziert diskutiert werden können«, sagte der Regierungsbeauftragte.

Klein bedauerte, dass die ukrainische Regierung sich hinsichtlich einer IHRA- Mitgliedschaft bisher ablehnend gezeigt habe. »Die von Botschafter Melnyk ausgelöste Debatte sollte Anlass sein, nunmehr rasch eine Aufnahme anzustreben«, sagte er. epd

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