Berlin

Auschwitz-Überlebender beunruhigt über Aufstieg der AfD

Pavel Taussig Foto: picture alliance/dpa

Am Internationalen Holocaust-Gedenktag hat sich der Auschwitz-Überlebende Pavel Taussig beunruhigt über den Aufstieg rechter Kräfte wie der AfD in Deutschland gezeigt. »Ich hatte lange nicht damit gerechnet, noch mal so etwas zu erleben und hoffe, dass es dabei nicht bleibt«, sagte er am 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

Der 91-Jährige, der im November 1944 kurz vor seinem elften Geburtstag mit seiner jüdischen Familie aus der Slowakei nach Auschwitz deportiert wurde, begleitet heute Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zur zentralen Gedenkfeier in Auschwitz.

Er hat nicht nur das deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager in dem damals von der Wehrmacht besetzten Polen überlebt, sondern auch einen der sogenannten Todesmärsche nach Mauthausen in Österreich. Im Mai 1945 wurde er im KZ Gunskirchen von US-Soldaten befreit.

Lesen Sie auch

Tätowierte Häftlingsnummer

Nach Auschwitz kehre er nun nur »zähneknirschend« zurück, sagte Taussig, auf dessen linkem Unterarm die tätowierte Häftlingsnummer noch gut erkennbar ist. »Aber ich halte es für meine Pflicht.«

Die heutige Gedenkstätte könne das, was in Auschwitz vor 80 Jahren geschehen sei, nicht mehr authentisch wiedergeben. »So etwas kann man nicht konservieren«, sagte der 91-Jährige. »Es ist sehr schwierig, die wirklichen Zustände zu schildern - die Ängste, die ich da hatte, den Hunger.«

Es erschrecke ihn, dass heute das Wissen über den Holocaust unter jungen Leuten abnimmt. »Es stimmt mich traurig«, sagte Taussig. Nach einer kürzlich veröffentlichten Umfrage der Jewish Claims Conference haben zwölf Prozent der 18- bis 29-Jährigen in Deutschland noch nie etwas von den Begriffen Holocaust oder Schoah gehört. dpa

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  26.10.2026

Wilko Möller (AfD), Landtagsabgeordneter in Brandenburg, guckt nachdenklich

Rechtsextremismus

Urteil gegen AfD-Politiker wegen Wahlplakats rechtskräftig

Hat der AfD-Abgeordnete Wilko Möller mit einem »Hitlergruß« auf Plakaten Wahlkampf gemacht? Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte ihn zu einer Geldstrafe verurteilt. Dagegen legte der Politiker Revision ein – vergeblich

 26.10.2026

Leerer Klassenraum (Symbolbild)

Hessen

Strafverfahren gegen Lehrer wegen israelfeindlicher Posts eingestellt

Wegen Instagram-Beiträgen, die als »antisemitisch und israelfeindlich« eingestuft wurden, ist ein Gymnasiallehrer seit einem Jahr vom Dienst suspendiert. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung wurde nun eingestellt

 26.10.2026

Krieg

Selenskyj: Warten fast einen Monat auf Hegseth-Unterschrift

Der Ukraine mangelt es nach eigenen Angaben an Raketen zur Abwehr russischer Angriffe. Nun äußert Präsident Selenskyj Kritik am US-Verteidigungsminister Hegseth

 26.10.2026

Deutschland

Zentralrat der Juden warnt vor möglicher antisemitischer Gewalt bei Protesten am 31. Oktober

In einem Schreiben wird für das Wochenende zu Vorsicht und verschärften Sicherheitsmaßnahmen geraten

 26.10.2026

Regierungsbildung

Berliner SPD plant Mitgliederbefragung über Koalition

Die Basis soll über eine Koalition mit Linken und Grünen mitentscheiden

 26.10.2026

Debatte

Zentralrat der Juden warnt vor AfD in Sachsen-Anhalt und nimmt Linke in Berlin Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Präsident Josef Schuster blickt sorgenvoll auf zwei deutsche Bundesländer

 26.10.2026

Berlin

Linke-Kandidat für Neukölln: Recherchen dokumentieren Nähe zu PFLP-Sympathisanten

Ein Dossier der Monitoringgruppe Amit, über das die »Welt« berichtet, dokumentiert mehrere Berührungspunkte des 45-jährigen Rechtsanwalts mit Personen und Veranstaltungen, bei denen Sympathien für die Organisation erkennbar waren.

 26.10.2026

Berlin

Schuster: Nehme der Linken Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Der Kampf gegen Judenhass erschwert die Gespräche über Rot-Grün-Rot in Berlin. Eine Erklärung der Linken reicht dem Präsidenten des Zentralrats der Juden nicht

 26.10.2026