Pirna

Auschwitz-Komitee: AfD-Bürgermeister »bitteres Signal«

Christoph Heubner Foto: picture alliance / Eva Oertwig/SCHROEWIG

Das Internationale Auschwitz Komitee hat auf den Wahlsieg der AfD im sächsischen Pirna mit Sorge reagiert. Das Wahlergebnis sei »ein bitteres Signal an alle Repräsentantinnen und Repräsentanten der demokratischen Parteien«, erklärte Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner am Montag in Berlin. Dies sei möglich, wenn sich die demokratischen Parteien nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen könnten und der AfD und ihren Wählerinnen und Wählern das Feld überlassen.

Das »bittere Signal« der Wahl in Pirna gelte ebenso allen Nichtwählerinnen und Nichtwählern, die die Demokratie durch ihre Haltung aufgegeben hätten und »für dieses Wahlergebnis Mitverantwortung tragen«, sagte Heubner. Pirna hatte am Sonntag Tim Lochner und damit bundesweit erstmals einen AfD-Kandidaten zum Oberbürgermeister gewählt.

Der für die AfD angetretene parteilose Tischlermeister erhielt 38,54 Prozent der Stimmen. Vor gut einer Woche hatte der sächsische Verfassungsschutz den Landesverband der AfD als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Heubner erklärte mit Blick auf die NS-Zeit, auch Pirna sei für Überlebende von NS-Verbrechen »ein wichtiger Ort auf der Landkarte ihrer Schmerzen, der sie für immer an die Mordtaten und Gaskammern der Nationalsozialisten erinnern wird«. Dass die Stadt des Gedenkens nun als erster Ort in Deutschland von einem AfD-Oberbürgermeister repräsentiert werden wird, sei für sie »nur schwer erträglich«. In Pirna-Sonnenstein hatten die Nationalsozialisten 1940 und 1941 in der Heil- und Pflegeanstalt fast 14.000 vorwiegend psychisch kranke und geistig behinderte Menschen ermordet. epd

Babyn Jar

Sie alle hatten einen Namen

In der Schlucht bei Kyjiw ermordeten deutsche Täter am 29. und 30. September 1941 innerhalb von zwei Tagen rund 34.000 Jüdinnen und Juden

von Andreas Albrecht  29.09.2026

Deutschland

Elif Eralp war Mitglied der linksextremistischen Roten Hilfe

Der Landesverfassungsschutz erwähnt die Rote Hilfe in seinem jüngsten Jahresbericht als mit Abstand größte linksextremistische Organisation in Berlin

 29.09.2026

Sachsen-Anhalt

AfD-Wahlsieger Siegmund: Stelle mich im Dezember zur Wahl

Ob es dann tatsächlich für eine Mehrheit reicht, ist offen. Die Debatte über ein AfD-Verbotsverfahren nimmt derweil wieder Fahrt auf

 29.09.2026 Aktualisiert

Österreich

Israelische Familie wegen Herkunft nicht bedient?

An einem Imbissstand im Salzburger Land wurden Touristen mutmaßliche Opfer antisemitischer Diskriminierung

 29.09.2026

Jahrestag

Terrorunterstützer planen für den 7. Oktober israelfeindliche Demos

In Duisburg, Frankfurt, Hannover und Köln sind Kundgebungen vorgesehen. Aufrufe zur Teilnahme enthalten unverblümte Terroraufrufe

von Imanuel Marcus  29.09.2026

UNO

Francesca Albanese korrigiert umstrittene Holocaust-Aussage

In einem Interview hatte die Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete behauptet, Juden seien in Konzentrationslagern auf dem Weg in die Gaskammern als »Muslime« bezeichnet worden

 29.09.2026

Washington D.C.

Sanktionserleichterungen für Iran? Trump dementiert Bericht

Wie geht es weiter im US-Krieg gegen den Iran? Im Gespräch sollen Sanktionserleichterungen für Teheran sein. Der US-Präsident bestreitet das

 29.09.2026

Berlin

Berliner Linke gerät wegen weiterer Clan-Kontakte unter Druck

Welche Großfamilie war noch auf der Wahlparty der linken Wahlgewinner vertreten?

 29.09.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD sprechen ab Donnerstag

Nach dem Willen von Grünen und SPD soll es sich um ein »gemeinsames Vorgespräch« zur Verständigung bei dem zuletzt heftig diskutierten Thema Antisemitismus handeln

 29.09.2026