Köln

»Auf dem Weg in den Rechtsextremismus«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, wirft der AfD Stimmungsmache gegen nationale und religiöse Minderheiten vor.

Der AfD-Parteitag in Köln habe gezeigt, dass die AfD sich nicht vom rechten Rand abgrenzen und den antisemitischen Einstellungen ihrer Mitglieder klar entgegentreten wolle, erklärte Schuster am Sonntag in Berlin. »Antisemitismus, Antiziganismus und Rassismus gehören mittlerweile zum gängigen Ton der Partei«, unterstrich der Zentralratspräsident. Die Partei wolle offenbar ein chauvinistisch-nationalistisches Denken in Deutschland wieder salonfähig machen.

minderheiten »Gegen nationale und religiöse Minderheiten wird ohne Skrupel und ohne Verantwortungsbewusstsein Stimmung gemacht«, erklärte Schuster. Die AfD strebe sogar Einschränkungen der Religionsfreiheit an, die jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland bedrohten.

Schuster äußerte die Einschätzung, dass die Rechtspopulisten sich »ganz klar auf dem Weg in den Rechtsextremismus« befänden. »Ich rechne damit, dass die AfD unter dem neuen Spitzenteam weiter nach rechts rücken wird«, erklärte der Präsident des Zentralrats der Juden. Er hoffe, dass vielen ihrer Anhänger die Augen geöffnet wurden und sie sich von den Rechtspopulisten wieder abwenden.

demokratie Schuster forderte die demokratischen Parteien und die Zivilgesellschaft auf, sich der AfD klar entgegenzustellen. »Die Tausenden Menschen, die in Köln für unsere Demokratie demonstriert haben, haben dafür bereits ein eindrückliches Zeichen gesetzt«, hob er hervor.

Mehr als 10.000 Menschen waren am Samstag auf die Straße gegangen, um gegen den zeitgleich stattfindenden Parteitag der AfD zu protestieren. Auch am Sonntag gab es noch kleinere Proteste. Auf die Beteiligung der Kirchen an den Protesten reagierte die rechtspopulistische Partei mit harscher Kritik. ja/epd

Drohung

Katz: Israel verstärkt Angriffe im Iran

Das Vorgehen des Militärs gegen das Mullah-Regime werde nun stärker ausfallen und auf zusätzliche Ziele und Bereiche ausgeweitet, sagt der israelische Verteidigungsminister

 27.03.2026

Berlin

Tausende Straftaten bei israelfeindlichen Demonstrationen

Gewalt- und Propaganda-Delikte sowie Volksverhetzung in Hunderten Fällen wurden registriert

 27.03.2026

Berlin

Demonstration gegen Auftritt von Francesca Albanese

»Wer das Existenzrecht Israels delegitimiert und Gräueltaten rechtfertigt, darf in Berlin keine unwidersprochene Bühne erhalten«, sagen die Organisatoren der Kundgebung

von Imanuel Marcus  27.03.2026

Essay

Keine Empathie für Israel, nirgends

Was mich an der deutschen Reaktion auf den Iran-Krieg irritiert

von Ralf Fücks  27.03.2026

Kommentar

Wie mit dem Völkerrecht Israel delegitimiert wird

Der Angriff auf den Iran sei eindeutig völkerrechtswidrig, sagen zahlreiche Experten. Sie machen es sich zu einfach. Denn es spricht viel dafür, dass Israel ein Recht auf präventive Selbstverteidigung hat

von Monika Polzin  27.03.2026

Berlin

Antisemitischer Angriff in Prenzlauer Berg

Das Opfer schrieb hebräische Texte in ein Buch. Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts ermittelt

 27.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  27.03.2026

Jüdischer Wahlkämpfer

»Wer nicht kämpft, hat schon verloren«

David Rosenberg über den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz, die Niederlage seiner Partei und warum er sich gerade als junger Jude weiter politisch engagieren will

von Mascha Malburg  27.03.2026

Debatte

Felix Klein: »Kufiyas in Buchenwald« sind Provokation

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung äußert sich empört über die geplanten Proteste zum 81. Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Buchenwald mit Bezug auf den Nahost-Konflikt

 27.03.2026