Nachrichten

Arbeitsbesuch, Straftaten, Judenhass

Deutsch-israelisches Treffen Foto: picture alliance / ZB

Arbeitsbesuch in Israel
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist am Samstagnachmittag zu einem dreitägigen Arbeitsbesuch nach Israel. Am Sonntag, 29. August, werde sie unter anderem den israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett, Präsident Isaac Herzog und Außenminister Yair Lapid zu Gesprächen treffen, teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer mit. Außerdem werde die Bundeskanzlerin mit dem israelischen Kabinett zusammenkommen. Merkel werde am Sonntagnachmittag zudem in Anwesenheit von Premier Bennett einen Kranz in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem niederlegen. Dabei sei auch der Besuch einer Ausstellung sowie des künftigen Dokumentationszentrums geplant, hieß es weiter. Zudem werde der Bundeskanzlerin bei einer Zeremonie in Jerusalem die Ehrendoktorwürde des Technion–Israel Institute of Technology in Haifa verliehen. Am Montag werde Merkel Vertreter des in Tel Aviv angesiedelten Israelischen Instituts für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) zu einem Runden Tisch in Jerusalem treffen. Am späten Vormittag werde sie wieder zurückreisen. Mitte Juni ist in Israel eine neue Regierung vereidigt worden. Die Koalition wird von insgesamt acht Parteien vom rechten bis zum linken Spektrum getragen, darunter ist erstmals eine arabische Partei. Damit ging die Ära des rechtskonservativen Langzeit-Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der seit 2009 ohne Unterbrechung im Amt gewesen war, zu Ende. Merkel scheidet nach der Bundestagswahl Ende September aus dem Amt aus. dpa/ja

Straftaten in NRW
Im ersten Halbjahr 2021 wurden in Nordrhein-Westfalen 206 antisemitische Straftaten begangen. Dies geht aus einem Bericht der Landesregierung hervor, der dem »Kölner Stadt-Anzeiger« (Dienstag) vorliegt. Dabei ging es vor allem um Volksverhetzungs-, Beleidigungs- und Propagandadelikte, aber auch um Sachbeschädigung, Bedrohung und in drei Fällen um Körperverletzung. Etwa die Hälfte der Taten sei von Personen aus dem rechts­extremistischen Spektrum verübt worden, 70 Fälle seien dem »Phänomenbereich ausländische Ideologie« zuzuordnen, heißt es in der Antwort des NRW-Innenministeriums auf Anfrage der AfD-Fraktion im Landtag. Im gesamten Vorjahr hatte die Zahl der Fälle bei 276 gelegen. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher liegt. Im Mai dieses Jahres hatte es in Deutschland in mehreren Städten im Zuge des Nahostkonflikts antisemitische und israelfeindliche Ausschreitungen gegeben. Vom 10. bis zum 21. Mai wurden in NRW in diesem Zusammenhang etwa 90 antisemitische Straftaten gemeldet, teilte das Innenministerium mit. Die 276 Fälle im Jahr 2020 hatten einen Rückgang bedeutet, es waren 39 Straftaten weniger als im Vorjahr. kna/ja

Judenhass in London
Bei einem offensichtlich antisemitischen Angriff im Nordlondoner Stadtteil Stamford Hill wurde vergangene Woche ein 64-jähriger jüdischer Mann auf dem Weg zur Synagoge bewusstlos geschlagen, wie am Wochenende bekannt wurde. Bei einer weiteren Attacke offenbar desselben Angreifers wurde in der Nähe ein kleiner jüdischer Junge beim Fahrradfahren heftig ins Gesicht geschlagen. Britischen Medienberichten zufolge zeigten Kamera­aufnahmen, dass der mutmaßliche Täter anscheinend islamische Kleidung trug. Die jüdische Nachbarschaftswache Shomrim bezeichnete den Vorfall als »bösartigen rassistischen Angriff«. Der zusammengeschlagene Mann sei »bewusstlos mit gebrochenem Fuß und Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert« worden, fügte die Gruppe hinzu. Der zusammengeschlagene 64-Jährige sagte der britischen Nachrichtenagentur PA, er habe »keine Erinnerung« an den Vorfall, da er bewusstlos geschlagen worden sei. »Mein Kopf schlug an die Wand, und das war’s, ich kann mich nicht erinnern.« Die Polizei nehme den Vorfall »sehr ernst, da es in der Gemeinde sehr viel Angst gibt«. Der Täter ist nach wie vor noch nicht gefasst worden. ja

Teheran

Trotz Angriffen: Iran mobilisiert zu Al‑Kuds‑Protesten

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan findet im Iran immer eine staatlich-inszenierte Großdemonstration gegen Israel statt. Die Führung rief die Bevölkerung auf, es dem »Feind« zu zeigen

 13.03.2026

Andenes

Kanzler Merz sieht keinen Anlass für Militäreinsatz in Straße von Hormus

Der französische Präsident treibt die Idee eines Militäreinsatzes zum Schutz von Öltankern und Handelsschiffen in der Straße von Hormus voran. Kanzler Merz ist da deutlich zurückhaltender

 13.03.2026

Washington D.C.

»Schaut mal, was heute mit diesen geistesgestörten Drecksäcken passiert«

»Wir verfügen über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und viel Zeit«, schreibt der amerikanische Präsident auf seiner Plattform Truth Social

 13.03.2026

Maskat

Bericht: Tote und Verletzte durch Drohne im Oman

Woher die Drohnen kamen, war zunächst nicht bekannt. Trotz Vermittlungsbemühungen wurde der Oman mehrfach zum Ziel iranischer Angriffe

 13.03.2026

Meinung

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind nach wie vor aktiv

von Jacques Abramowicz  13.03.2026

Paris

Nationaler Widerstandsrat will Übergangsregierung im Iran stellen

Die Gruppe exilierter Iraner will nach dem Sturz der Mullahs innerhalb von sechs Monaten Wahlen durchführen. Der Widerstandsrat ist jedoch höchst umstritten

 13.03.2026

Nahost

US-Tankflugzeug bei Einsatz im Irak abgestürzt

Vier der fünf Crew-Mitglieder starben

 13.03.2026

Incirlik

Iranische Rakete auf NATO-Stützpunkt in der Türkei abgefeuert

Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung verstärkt die Allianz ihre Luftverteidigung in der Region. Ankara droht derweil dem Regime in Teheran

 13.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  13.03.2026