Berlin

»Aggressives Ritual des antisemitischen Hasses«

Samuel Salzborn ist Ansprechpartner des Landes Berlin zu Antisemitismus. Foto: Anja Thiele

Der Berliner Antisemitismusbeauftragte Samuel Salzborn hat den für den 8. Mai geplanten Al-Quds-Marsch in der Hauptstadt als zentrale antisemitische Großveranstaltung kritisiert.

Eine Verbotsprüfung dieser Demonstration durch Innensenator Andreas Geisel (SPD) sei deshalb wichtig, sagte Salzborn dem Berliner »Tagesspiegel« (Online).

VERBOT Ein Bündnis jüdischer und nichtjüdischer Vereine und Verbände hatte den Berliner Senat zu einem Verbot des Al-Quds-Marsches aufgerufen. Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert ein Verbot.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Für den Aufzug von Israelfeinden, Antisemiten und Holocaust-Leugnern über den Berliner Ku’damm sind nach Angaben der Berliner Polizei 2000 Teilnehmer angemeldet.

Auf die Frage, ob er mit einer Kippa durch Berlin laufen würde, sagte Salzborn: »Zunächst muss genau das unser politisches Ziel sein.«

REALITÄT Es sei völlig unbestritten, dass die freie Ausübung der Religion für jeden gewährleistet sein muss: »Ich fürchte jedoch, dass wir von dem Ziel, überall in Berlin problemlos Kippa zu tragen, in der Realität noch weit entfernt sind.«

Antisemitische Einstellungen lägen in Berlin etwas unter dem Bundesdurchschnitt von 15 bis 20 Prozent, so Salzborn: »Im Schnitt sind Berlinerinnen und Berliner also weniger antisemitisch eingestellt als im gesamten Bundesgebiet.« Einstellungen seien aber das eine, das daraus resultierende Verhalten das andere.

»Gerade bei den dokumentierten Straftaten gibt es in Berlin eine extreme Ballung und insofern muss man, so sehr ich das bedauere, davon ausgehen, dass es in Berlin an vielen Orten zu Übergriffen kommen kann.« epd/ja

https://twitter.com/ProfSalzborn/status/1382713027330445313?s=20

Meinung

Ein Boykott, der auch den Palästinensern schadet

Das Studierendenparlament der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf würde gerne die akademische Kooperation mit Israel beenden. Dabei ist interkultureller Austausch nicht zuletzt für die Friedensbemühungen in Nahost essenziell

von Michael Ilyaev  15.04.2026

Meinung

Große Worte, leiser Rückzug – und Israel bleibt zurück

Für Israel war US-Präsident Trumps harte Linie gegen Iran eine sicherheitspolitische Rückendeckung. Jetzt, wo Trump den Rückzug angedeutet hat, entsteht ein strategisches und militärisches Vakuum

von Roman Haller  15.04.2026

Interview

»Auch Clickbait spielt eine Rolle«

Wie kommt es zu den israelfeindlichen und antisemitischen Narrativen in deutschen Medien? Lukas Uwira hat dazu geforscht

von Chris Schinke  15.04.2026

Nahost

Iran droht USA mit Angriffen

Die USA blockieren Schiffe mit Ziel iranischer Häfen. Teheran droht mit Konsequenzen für die fragile Waffenruhe

 15.04.2026

Berlin

Immer mehr Israelis beantragen deutsche Staatsbürgerschaft

Innerhalb weniger Jahre vervierfacht sich die Einbürgerung von Menschen aus dem jüdischen Staat

 15.04.2026

Umfrage

AfD klar stärkste Kraft

Die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei legt erneut zu. Viele Wähler sind unzufrieden mit der Regierung

 15.04.2026

Ramallah

Am Jom Haschoa: Abbas ehrt Verantwortlichen für Terror-Renten

Zu Lebzeiten leitete Qadri Abu Bakr das Gefangenenwesen der Palästinensischen Autonomiebehörde und war damit für das Pay-for-Slay-System verantwortlich

 15.04.2026

Nahost

USA stoppen erste Schiffe nach Beginn der Blockade gegen Iran

Betroffen sind bisher sechs Frachter und Tanker, die aus iranischen Häfen ausgelaufen waren oder sich der Straße von Hormus näherten

 15.04.2026

Meinung

Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

Die kürzlich angenommene Resolution zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus

von Jacques Abramowicz  15.04.2026