Gelsenkirchen

»Antisemitismus aktiv entgegentreten«

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) Foto: IMAGO/Panama Pictures

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst hat aus Anlass des Jahrestages judenfeindlicher Demonstrationen vor der Synagoge in Gelsenkirchen am 12. Mai gemahnt, dass sich solche antisemitischen Ausschreitungen nicht wiederholen dürfen.

»Viele haben schon fast vergessen, was im vergangenen Jahr in Gelsenkirchen und an vielen anderen Orten in Nordrhein-Westfalen und Deutschland geschehen ist, aber es ist außerordentlich wichtig, daran zu erinnern«, sagte er der Jüdischen Allgemeinen. »Das Demonstrations- und Versammlungsrecht ist ein hohes Gut, es darf aber niemals dazu missbraucht werden, um Judenhass auf deutschen Straßen zu verbreiten«, so Wüst.

ausschreitungen Bei einer Hass-Demonstration waren am 12. Mai vergangenen Jahres etwa 180 Menschen vor die Gelsenkirchener Synagoge gezogen. Zu hören waren Sprechchöre mit antisemitischen Inhalten, gezeigt wurden unter anderem palästinensische Flaggen. Anlass war der Konflikt zwischen Israel und Terrororganisationen in Gaza. Auch in Solingen, Düsseldorf, Bonn und Münster hatte es antisemitische und israelfeindliche Ausschreitungen gegeben.

Angaben der NRW-Staatskanzlei zufolge will Ministerpräsident Wüst auf Einladung der Jüdischen Gemeinde am Freitag, 13. Mai, die Synagoge besuchen und mit jüdischen, muslimischen und christlichen Jugendlichen aus Gelsenkirchen über die Vorfälle sowie die Auswirkungen auf das Zusammenleben diskutieren. Bei dem Termin wolle er sich auch mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde sowie der Stadt Gelsenkirchen austauschen. 

staatsräson Unserer Zeitung sagte er: »Der Schutz und die Stärkung jüdischen Lebens ist Teil der nordrhein-westfälischen Staatsräson und auch mir persönlich ein Herzensanliegen.« Gleichwohl reichten politische Maßnahmen alleine nicht aus, so Wüst weiter.

In Gelsenkirchen habe sich nach den antisemitischen Ausschreitungen beeindruckendes gesellschaftliches Engagement gezeigt, Menschen, die dem Hass entgegengetreten sind. »Wir brauchen diesen breiten gesellschaftlichen Konsens und die Bereitschaft der gesellschaftlichen Mehrheit, Antisemitismus in allen seinen Formen aktiv entgegenzutreten.« ja

USA

Gericht setzt Sanktionen gegen Francesca Albanese aus

Ein Richter in Washington hat Sanktionen der Trump-Regierung gegen die UN-Berichterstatterin vorerst gestoppt. Die USA werfen ihr Voreingenommenheit und Antisemitismus vor

 15.05.2026

London

König Charles besucht Opfer der Messerattacken in Golders Green

Der Monarch spricht auch mit dem 76-jährigen Norman Shine, der im April bei einer antisemitisch motivierten Mersserattacke an einer Bushaltestelle am Hals verletzt worden war

 15.05.2026

Würzburg

Schuster sieht Gleichgültigkeit bei Judenhass - Zivilcourage gefragt

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, warnt vor einem Wegsehen bei Antisemitismus in Deutschland. Und gibt konkrete Tipps, wie man auf judenfeindliche Sprüche reagieren sollte

 15.05.2026

Peking

Trump erhöht Druck auf Iran

»Ich werde nicht mehr besonders lange geduldig sein«, sagt der amerikanische Präsident

 15.05.2026

Spanien

FC Barcelona distanziert sich von Jungstar Yamal – Entschuldigung an israelische Fans

»Wir möchten betonen, dass der betreffende Moment im Vorfeld von keiner mit dem FC Barcelona verbundenen Partei geplant war«, schreibt der Verein auf Hebräisch

 15.05.2026

Bern

Mengele-Akten endlich öffentlich

Der Schweizer Nachrichtendienst blockierte den Zugang zu diesen Unterlagen jahrzehntelang. Nun wird diese Sperre aufgehoben

von Nicole Dreyfus  14.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Hilfsflotte sticht von Türkei aus erneut in See

Israel wirft einigen Aktivisten Verbindungen mit der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor

 14.05.2026

Meinung

Orden für den Botschafter: Wie Leo XIV. Irans Regime aufwertet

Mit seinem Orden für den iranischen Botschafter beim Heiligen Stuhl verpasst der Papst den Menschen im Iran symbolisch einen Tritt in die Magengrube

von Michael Thaidigsmann  13.05.2026

Meinung

Linke Luftnummer

Der Fünf-Punkte-Plan gegen Antisemitismus der Berliner Linken ist heuchlerisch. Die Partei ist derzeit nämlich nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems

von Ralf Balke  13.05.2026