Nikki Haley

»Anders als alle bisherigen Pläne«

Nikki Haley Anfang Oktober mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus Foto: imago/UPI Photo

Der von US-Präsident Donald Trump angekündigte Plan für einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern ist nach den Worten seiner UN-Botschafterin Nikki Haley fertig – und »anders als alle bisherigen Pläne«.

Die scheidende Diplomatin kündigte am Dienstag in ihrer letzten Sitzung des Sicherheitsrats zum Thema einen Plan mit »durchdachten Details« an. Die Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern liegen seit 2014 brach.

ZIEL »Dieser Plan besteht nicht nur aus ein paar Seiten mit ungenauen und unvorstellbaren Richtlinien«, sagte Haley. »Er erkennt an, dass die Gegebenheiten im Nahen Osten sich verändert haben.« Heute seien Dinge möglich, »die vorher undenkbar« waren, sagte Haley. »Israel möchte Frieden.« Nun komme es darauf an, dass alle Akteure im Nahen Osten sich demselben Ziel verschreiben.

Die Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern liegen seit 2014 brach.

Trump hatte im September angekündigt, den Nahost-Plan innerhalb von vier Monaten vorzustellen. Zuständig sind sein Schwiegersohn Jared Kushner und der Nahost-Beauftragte Jason Greenblatt. Trump hofft, den Konflikt bis zum Ende seiner ersten Amtszeit Anfang 2021 beizulegen.

Nikki Haley gilt als leidenschaftliche Verfechterin von Trumps Nahost-Politik. Sie unterstützte als Diplomatin die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt sowie auch die Verlegung der US-Botschaft dorthin. Zuletzt versuchte die amerikanische UN-Botschafterin, die Gewalt der Hamas bei den Vereinten Nationen durch eine Resolution offiziell zu verurteilen, scheiterte jedoch. Die nötige Zweidrittelmehrheit in der Vollversammlung kam nicht zustande.

Der neue Plan erkennt die neuen Gegebenheiten im Nahen Osten an, betont Haley.

»HEUCHELEI« Im Oktober hatte Haley angekündigt, ihren Posten zum Jahresende abzugeben. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte nach dem Bekanntwerden des Rücktritts: »Ich danke Botschafterin Haley dafür, den Kampf gegen die Heuchelei bei den UN ohne Kompromiss angeführt zu haben, für Wahrheit und Gerechtigkeit in unserem Land. Ich wünsche ihr viel Glück!«

Israel Staatspräsident Reuven Rivlin reagierte mit den Worten: »Im Namen der Bürger Israels danke ich einer wahren Botschafterin von ganzem Herzen.« Haley habe als Botschafterin amerikanischer Politik stets auch die Interessen Israels in Nahost im Blick gehabt – und zwar ohne Einschränkungen.

Als ihre Nachfolgerin hat Trump Außenamtssprecherin Heather Nauert angekündigt, die vom Senat in Washington noch bestätigt werden muss.  dpa/ja

Lettland

Deutsche Städte gedenken der nach Riga deportierten Juden

1941/42 wurden mehr als 25.000 Juden aus Deutschland und Österreich zur Vernichtung in die lettische Hauptstadt deportiert. Daran gedachten nun Vertreter aus 30 deutschen Städten

 03.07.2026

Karlsruhe

Waffen für Hamas? Verdächtiger nach Deutschland überstellt

Seit Monaten geht die Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Hamas-Anhänger vor, die Waffen für die Organisation geschmuggelt haben soll. Ein weiterer Beschuldigter ist jetzt in deutscher U-Haft

 03.07.2026

Iran

Wollte Israel iranische Unterhändler töten?

Wie die »New York Times« berichtet, fürchtete die Trump-Administration bei den Iran-Verhandlungen die gezielte Tötung der iranischen Delegierten Abbas Araghchi und Mohammad Bagher Ghalibaf durch Israel

 03.07.2026

Studie

AJC warnt vor AfD-Regierungsübernahme

Zum AfD-Bundesparteitag hat das American Jewish Committee eine Analyse über den Landesverband in Sachsen-Anhalt veröffentlicht. Die Aussage ist eindeutig

 03.07.2026

Gesellschaft

Filmproduzentin Brauner: Erinnerungskultur ist gescheitert

Symbolpolitik statt echter Auseinandersetzung - Alice Brauner hält die deutsche Erinnerungskultur für gescheitert. Ihr neuer Film über Menschenversuche in Auschwitz soll die Vergangenheit schonungslos sichtbar machen

von Hannah Krewer  03.07.2026

Vereinigte Staaten

Trump: »Warum Juden Demokraten wählen, ist mir ein Rätsel«

Im CNBC-Interview hat sich der US-Präsident erneut abschätzig über amerikanische Juden geäußert, die seine Politik nicht goutieren

 03.07.2026

Iran

Trauerfeierlichkeiten für Ajatollah Chamenei beginnen Samstag

Rund vier Monate nach seiner Tötung soll Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei beerdigt werden. Mehrere Tage lang herrscht dafür im Iran Ausnahmezustand

 03.07.2026

Interview

»Ich nehme die Kritik sehr ernst«

Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antisemitismus, wechselt nach Paris. Im Interview blickt er zurück und zieht Bilanz

von Leticia Witte  03.07.2026

Mehr Juden, bitte!

Ein Plädoyer für eine neue Migrationspolitik in Deutschland

von Tobias Kühn  03.07.2026