Meinung

Am rechten Ufer der Seine

Im Jahr 2012 stimmt Frankreich darüber ab, wer Präsident werden soll. Die aktuellen Regionalwahlen lassen jedoch nichts Gutes erahnen: Die Rechtsradikalen, 2007 von Nicolas Sarkozy für tot erklärt, sind auf dem Vormarsch. Jean-Marie Le Pen, Chef der Front National (FN), hat in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur spektakuläre 20,3 Prozent eingefahren. In mehr als der Hälfte der Wahlkreise sprang die Partei über die Zehnprozenthürde. Auf die Frage nach dem Warum gibt es keine einfache Antwort. Klar ist aber: Sarkozys Partei UMP hat sich mit der Diskussion um nationale Identität, Immigration und »Islamisierung« selbst ein Bein gestellt. Diese Themen locken vor allem Sympathisanten der FN in die Wahllokale. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise haben es Rechtsextreme leicht, Einwanderer und Muslime zu Sündenböcken der Nation zu machen. Mit seinen schwachen 26 Prozent hat Sarkozy jetzt den Beweis, dass er von derartigen Kampagnen lieber die Finger lassen sollte. Es sei denn, er will Le Pen noch stärker machen.

Die Autorin ist Frankreich-Korrespondentin der Jüdischen Allgemeinen.

Europäisches Parlament

»Auschwitz ist eine Fälschung«: Immunität aufgehoben

Der rechtsextreme Politiker Grzegorz Braun muss sich in gleich mehreren Strafverfahren vor Gericht verantworten, unter anderem wegen Holocaustleugnung

 27.03.2026

Drohung

Katz: Israel verstärkt Angriffe im Iran

Das Vorgehen des Militärs gegen das Mullah-Regime werde nun stärker ausfallen und auf zusätzliche Ziele und Bereiche ausgeweitet, sagt der israelische Verteidigungsminister

 27.03.2026

Berlin

Tausende Straftaten bei israelfeindlichen Demonstrationen

Gewalt- und Propaganda-Delikte sowie Volksverhetzung in Hunderten Fällen wurden registriert

 27.03.2026

Berlin

Demonstration gegen Auftritt von Francesca Albanese

»Wer das Existenzrecht Israels delegitimiert und Gräueltaten rechtfertigt, darf in Berlin keine unwidersprochene Bühne erhalten«, sagen die Organisatoren der Kundgebung

von Imanuel Marcus  27.03.2026

Essay

Keine Empathie für Israel, nirgends

Was mich an der deutschen Reaktion auf den Iran-Krieg irritiert

von Ralf Fücks  27.03.2026

Kommentar

Wie mit dem Völkerrecht Israel delegitimiert wird

Der Angriff auf den Iran sei eindeutig völkerrechtswidrig, sagen zahlreiche Experten. Sie machen es sich zu einfach. Denn es spricht viel dafür, dass Israel ein Recht auf präventive Selbstverteidigung hat

von Monika Polzin  27.03.2026

Berlin

Antisemitischer Angriff in Prenzlauer Berg

Das Opfer schrieb hebräische Texte in ein Buch. Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts ermittelt

 27.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  27.03.2026

Jüdischer Wahlkämpfer

»Wer nicht kämpft, hat schon verloren«

David Rosenberg über den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz, die Niederlage seiner Partei und warum er sich gerade als junger Jude weiter politisch engagieren will

von Mascha Malburg  27.03.2026