Meinung

Am rechten Ufer der Seine

Im Jahr 2012 stimmt Frankreich darüber ab, wer Präsident werden soll. Die aktuellen Regionalwahlen lassen jedoch nichts Gutes erahnen: Die Rechtsradikalen, 2007 von Nicolas Sarkozy für tot erklärt, sind auf dem Vormarsch. Jean-Marie Le Pen, Chef der Front National (FN), hat in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur spektakuläre 20,3 Prozent eingefahren. In mehr als der Hälfte der Wahlkreise sprang die Partei über die Zehnprozenthürde. Auf die Frage nach dem Warum gibt es keine einfache Antwort. Klar ist aber: Sarkozys Partei UMP hat sich mit der Diskussion um nationale Identität, Immigration und »Islamisierung« selbst ein Bein gestellt. Diese Themen locken vor allem Sympathisanten der FN in die Wahllokale. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise haben es Rechtsextreme leicht, Einwanderer und Muslime zu Sündenböcken der Nation zu machen. Mit seinen schwachen 26 Prozent hat Sarkozy jetzt den Beweis, dass er von derartigen Kampagnen lieber die Finger lassen sollte. Es sei denn, er will Le Pen noch stärker machen.

Die Autorin ist Frankreich-Korrespondentin der Jüdischen Allgemeinen.

USA

Amerikas nächster Präsident?

Rahm Emanuel gilt als Hoffnungsträger der Demokraten und steht für einen Kurs der Mitte – sowohl in innenpolitischen Fragen als auch im Verhältnis zu Israel. Eine Annäherung

von Joshua Schultheis  20.08.2026

München

Knobloch in Zeiten von Judenhass: »Ich habe mich getäuscht«

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden spricht offen über ihre Enttäuschung: Warum die Reaktion auf das Hamas-Massaker ihr nicht genügt und der Judenhass sie tief erschüttert

 20.08.2026

Florida

Nach antisemitischen Angriffen: »Hebräischer Hammer« gewinnt Vorwahl

Der jüdische Abgeordnete Randy Fine, ein republikanischer Israel-Unterstützer, setzt sich gegen den Antisemiten Dan Bilzerian durch

 20.08.2026

Berlin

Rückschlag für Dobrindt: Andreas Franck will nicht Antisemitismusbeauftragter werden

Der Innenminister muss einen Nachfolger für Felix Klein finden, der Ende August aus dem Amt scheidet

 20.08.2026

Mar del Plata

Argentinien entlässt Bundesrichter wegen antisemitischer Äußerungen

Der Justizrat sieht einen schweren Verstoß gegen die für Richter geltenden Anforderungen an Anstand und Unparteilichkeit

 20.08.2026

München

Brandanschlag auf jüdisches Gemeindezentrum: Hinweise auf deutschen Täter verdichten sich

56 Jahre nach dem tödlichen Anschlag in der Reichenbachstraße 27 legen die Ermittler einen neuen Erkenntnisstand vor

 20.08.2026

Berlin

Umfrage: Mehrheit lehnt AfD-geführte Regierung im Osten ab

Die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei kann bei den Landtagswahlen im Osten mit hohen Stimmanteilen rechnen. Die Möglichkeit, dass sie im Anschluss einen Ministerpräsidenten stellen könnte, stößt überwiegend auf Ablehnung

 20.08.2026

Washington D.C./Teheran

Trump droht Iran mit »Wirtschaftskrieg«

Ob auf militärischer oder diplomatischer Ebene: Sichtbare Erfolge seines Kriegs gegen den Iran bleibt der amerikanische Präsident schuldig. Nun verschärft er die Rhetorik. Iranische Medien zeigen sich unbeeindruckt

 20.08.2026

Medien

Protokollant des täglichen Irrsinns

Der Publizist Henryk M. Broder wird heute 80 Jahre alt. Eine persönliche Würdigung

von Reinhard Mohr  20.08.2026