Bundespräsidentenwahl

Aigner wird zur Kandidatinnen-Kür in Berlin erwartet

Ilse Aigner lacht und applaudiert in einer Menschenmenge
Ilse Aigner (CSU) beim CSU-Parteitag im Oktober

Bundeskanzler Friedrich Merz will die Kandidatin der Union für das Bundespräsidentenamt am Montag nach den Beratungen der CDU-Gremien persönlich der Öffentlichkeit vorstellen. Es wird erwartet, dass er die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) schon am Sonntagabend bei einem informellen Abendessen des CDU-Präsidiums offiziell vorschlägt.

Nach Angaben aus seinem Umfeld wird sie dann am Montag an den regulären Sitzungen des CDU-Präsidiums (9.00 Uhr) und -vorstands (11.00 Uhr) teilnehmen. Die beiden werden dann gegen 13.00 Uhr in der Parteizentrale, dem Konrad-Adenauer-Haus, gemeinsam vor die Kameras treten.

Merz, Aigner und Söder gemeinsam bei Festakt in München

Anschließend brechen sie zum Flughafen auf und fliegen nach München, wo sie gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder an einem Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Hauptsynagoge Ohel Jakob teilnehmen. Die Münchner Synagoge wurde am 9. November 2006 eingeweiht, dem 68. Jahrestag der Reichspogromnacht, in der die Nazis 1938 in ganz Deutschland eine Welle der Gewalt und Zerstörung gegen jüdische Einrichtungen und die jüdische Bevölkerung auslösten. Der gemeinsame Termin in München ist schon länger geplant.

Es wird erwartet, dass sich Aigner auch zeitnah bei den Fraktionen im Bundestag vorstellen wird. Ein Termin wurde noch nicht angekündigt. Die nächsten regulären Sitzungen sind für Dienstag angesetzt. Unklar ist, ob Aigner in alle Fraktionen gehen wird, also auch bei den Abgeordneten der AfD und der Linken um Zustimmung werben wird.

Lesen Sie auch

Söder hatte Aigner bereits im April als Kandidatin für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ins Spiel gebracht. Die SPD hat bereits ihre Unterstützung in Aussicht gestellt. Die Koalitionsparteien haben eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen in der Bundesversammlung, die das Staatsoberhaupt wählt. Die Grünen haben bisher lediglich eine gewisse Sympathie für Aigner gezeigt, sich aber noch nicht auf sie festgelegt.

Merz und Aigner kennen sich seit fast 30 Jahren

Merz hatte sich lange Zeit weder öffentlich noch hinter verschlossenen Türen innerhalb der Union zu Aigner positioniert. Bereits im August gab es aber ein persönliches Treffen mit ihr am Tegernsee, bei dem über die P-Frage gesprochen wurde. Merz habe sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf sie festgelegt, heißt es aus seinem Umfeld.

Merz und Aigner kennen sich bereits seit 1998 und sind nach Angaben aus dem Umfeld des Kanzlers seit 25 Jahren »auch privat eng befreundet«. Merz hat in ihrem Wahlkreis am Tegernsee sein Ferienhaus. Dort sehen sie sich regelmäßig, haben einen gemeinsamen Freundeskreis. dpa

Berlin

Mann ersetzt Deutschlandflagge vor dem Reichstag durch Palästina-Flagge

Ein 22-Jähriger kletterte den fast 30 Meter hohen Mast auf dem Platz der Republik hinauf. Der Staatsschutz ermittelt

 08.11.2026

Ideologie

Wer darf jüdische Geschichte deuten?

Wie das progressive Milieu jüdische Identität neu definiert und Juden zu Privilegierten und Unterdrückern erklärt

von Gunda Trepp  08.11.2026

Kirsten Fehrs

Regierungsbildung in Berlin

EKD-Ratsvorsitzende fordert klare Abgrenzung von Antisemiten

Der Umgang der Linken mit ihrer Abgeordneten Vanessa Emde sorgt seit Wochen für Diskussionen. Welche Maßstäbe legt die EKD bei Antisemitismus an Parteien an?

 08.11.2026

Antisemitismus

»WerteInitiative« startet Kampagne gegen Judenhass

Antisemitismus als Chamäleon: Der Verein WerteInitiative will mit einer neuen Medienkampagne auf blinde Flecken beim Kampf gegen Judenhass aufmerksam machen

 08.11.2026

Josef Schuster

EKD-Synode

Zentralratspräsident: 9. November mahnt zu Widerspruch

Antisemitische Witze, rassistische Sprüche – auch im Bekanntenkreis sollte das aus Sicht von Zentralratspräsident Schuster nicht unwidersprochen bleiben. Der Würzburger Bischof Jung sieht Kirchen in der Verantwortung

 08.11.2026

München

20 Jahre jüdisches Leben im Herzen Münchens: Synagoge Ohel Jakob

Das Judentum ist seit 20 Jahren wieder mitten in der bayerischen Hauptstadt verankert

von Christiane Ried  08.11.2026

Bankenviertel in Riad

Konflikt mit Saudi-Arabien

Huthi greifen Wolkenkratzer im Zentrum von Riad an

Die fast täglichen Angriffe der Huthi hinterlassen große Kratzer am Image Saudi-Arabiens als sicherer Ort für Geschäfte und Tourismus. Jetzt wird der Geschäftsbezirk von Riad getroffen

 08.11.2026

Vanessa Emde

Regierungsbildung in Berlin

Linke Emde weist Rückzugsforderung des Vorstands zurück

Die Berliner Linke-Abgeordnete Vanessa Emde soll ihr Mandat im Berliner Abgeordnetenhaus zurückgeben, so fordert es der Landesvorstand. Jetzt äußert sich Emde dazu – mit einer klaren Antwort

 08.11.2026

Gholam-Hossein Mohseni-Ejei

Menschenrechte

Iran richtet drei weitere Männer nach Massenprotesten hin

Die Proteste gegen die iranische Führung im Winter wurden gewaltsam niedergeschlagen – nun werden drei weitere Demonstranten hingerichtet. Menschenrechtler kritisieren das Vorgehen scharf

 08.11.2026