EKD-Synode

Zentralratspräsident: 9. November mahnt zu Widerspruch

Josef Schuster
Zentralratspräsident Josef Schuster bei der EKD-Synode in Würzburg

Zum Jahrestag der NS-Novemberpogrome am 9. November mahnt der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, die Menschen in Deutschland, gegen Antisemitismus und Rassismus laut zu werden. »Gerade unter Menschen, die wir gut kennen, braucht es manchmal etwas Mut, um etwas zu sagen«, sagte Schuster am Sonntag in Würzburg vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland.

»Meine Bitte an uns alle ist: Warten wir nicht darauf, dass jemand anders einen Anfang macht«, so Schuster. Man müsse widersprechen, wenn jemand einen antisemitischen Witz erzählt. Und das sollte auch geschehen, wenn niemand am Tisch sitze, den es betrifft.

Der Würzburger katholische Bischof Franz Jung erinnerte in einem Grußwort an die Verantwortung der Kirchen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. »Angesichts tiefgreifender Spaltungen und des Erstarkens von Extremismus ist das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft gefährdet«, sagte Jung.

Konflikte friedlich moderieren

In dieser Situation müssten die christlichen Kirchen dazu beitragen, verbindende Kräfte zu stärken, um ein immer weiteres Auseinanderfallen der Gesellschaft zu verhindern. »Es ist unsere Aufgabe, die Demokratie zu stützen als jene Gesellschaftsform, die Konflikte friedlich zu moderieren vermag und eine Verständigung in der Mitte ermöglicht.«

Lesen Sie auch

Jung erinnerte in seinem Grußwort auch an das 500. Jubiläum der Reformation, das Protestanten und Katholiken 2017 als »gemeinsames Christusfest« gefeiert hätten. »In einem Prozess der Heilung der Erinnerungen haben wir uns den Verwundungen aus der Vergangenheit gestellt und einander zugesagt, in hoher gegenseitiger Wertschätzung auf dem Weg zur sichtbaren Einheit bleiben zu wollen«, sagte Jung.

Die nächste große Etappe sei nun der 500. Jahrestag des wichtigsten lutherischen Bekenntnisses, der 1530 in Augsburg verfassten Confessio Augustana. »Es wäre schön, wenn uns dieser Anlass weiter dazu antreibt, das Verbindende unter uns zu suchen und zu festigen.« KNA

Ideologie

Wer darf jüdische Geschichte deuten?

Wie das progressive Milieu jüdische Identität neu definiert und Juden zu Privilegierten und Unterdrückern erklärt

von Gunda Trepp  08.11.2026

Kirsten Fehrs

Regierungsbildung in Berlin

EKD-Ratsvorsitzende fordert klare Abgrenzung von Antisemiten

Der Umgang der Linken mit ihrer Abgeordneten Vanessa Emde sorgt seit Wochen für Diskussionen. Welche Maßstäbe legt die EKD bei Antisemitismus an Parteien an?

 08.11.2026

Antisemitismus

»WerteInitiative« startet Kampagne gegen Judenhass

Antisemitismus als Chamäleon: Der Verein WerteInitiative will mit einer neuen Medienkampagne auf blinde Flecken beim Kampf gegen Judenhass aufmerksam machen

 08.11.2026

München

20 Jahre jüdisches Leben im Herzen Münchens: Synagoge Ohel Jakob

Das Judentum ist seit 20 Jahren wieder mitten in der bayerischen Hauptstadt verankert

von Christiane Ried  08.11.2026

Bankenviertel in Riad

Konflikt mit Saudi-Arabien

Huthi greifen Wolkenkratzer im Zentrum von Riad an

Die fast täglichen Angriffe der Huthi hinterlassen große Kratzer am Image Saudi-Arabiens als sicherer Ort für Geschäfte und Tourismus. Jetzt wird der Geschäftsbezirk von Riad getroffen

 08.11.2026

Vanessa Emde

Regierungsbildung in Berlin

Linke Emde weist Rückzugsforderung des Vorstands zurück

Die Berliner Linke-Abgeordnete Vanessa Emde soll ihr Mandat im Berliner Abgeordnetenhaus zurückgeben, so fordert es der Landesvorstand. Jetzt äußert sich Emde dazu – mit einer klaren Antwort

 08.11.2026

Gholam-Hossein Mohseni-Ejei

Menschenrechte

Iran richtet drei weitere Männer nach Massenprotesten hin

Die Proteste gegen die iranische Führung im Winter wurden gewaltsam niedergeschlagen – nun werden drei weitere Demonstranten hingerichtet. Menschenrechtler kritisieren das Vorgehen scharf

 08.11.2026

Constantin Schreiber

Wahl des Staatsoberhaupts

Constantin Schreiber kündigt eigenen Präsidenten-Kandidaten an

Das BSW schickt den früheren »Tagesschau«-Sprecher in die Bundesversammlung, doch der sieht politisch keine Gemeinsamkeiten mit der Partei. Was ihn trotzdem dazu bewegt, die Nominierung anzunehmen

 08.11.2026

Vanessa Emde

Regierungsbildung in Berlin

Linke-Abgeordnete Emde muss über Mandatsverzicht entscheiden

Die Linke in Berlin erhöht den Druck auf ihre umstrittene Abgeordnete Vanessa Emde. Sie soll ihr Mandat zurückgeben, fordert die Parteiführung. Nun liegt der Ball bei der Neuköllner Politikerin

 08.11.2026