Bundestag

AfD bei Wahl zum Vorsitz in drei Ausschüssen gescheitert

Foto: imago images/Christian Ohde

Die AfD hat sich vorerst in keinem Bundestagsausschuss
den Vorsitz sichern können. Wie die innenpolitische Sprecherin der
Grünen, Irene Mihalic, in Berlin mitteilte, hat sich am Mittwoch bei
den geheimen Wahlen im Innenausschuss, im Gesundheitsausschuss und im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung jeweils keine Mehrheit für die von der AfD vorgeschlagenen Kandidaten
gefunden. Damit sind die Abgeordneten in allen drei Ausschüssen, in
denen die AfD das Vorschlagsrecht für den Vorsitz hatte, gescheitert.

Die Fraktion hatte für den Vorsitz im Innenausschuss Martin Hess
nominiert. Der Polizeioberkommissar gehört seit 2013 dem Bundestag
an. Gerade diese Personalie hatte für Aufregung gesorgt. Denn der
Innenausschuss ist einer der größten Ausschüsse im Parlament. In dem
Gremium werden sicherheitsrelevante Gesetze sowie Vorhaben im Bereich
der Migrations- und Asylpolitik federführend beraten.

Mihalic betonte: »Die Mehrheit der Ausschussmitglieder hat den
Vorschlag der AfD offensichtlich für nicht geeignet befunden.« In der
nächsten Sitzungswoche im Januar würden in den jeweiligen Ausschüssen
die stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Bis dahin übernehme der
oder die Dienstälteste die Leitung.

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Gabriela
Heinrich, sprach nach der Wahl im Entwicklungsausschuss von einer
»Gewissensentscheidung«. Sie betonte, dass der Name des
AfD-Kandidaten Dietmar Friedhoff »im Verfassungsschutz-Gutachten zur AfD« auftauche.

Im Gesundheitsausschuss scheiterte nach Bundestagsangaben der
AfD-Abgeordnete Jörg Schneider mit seiner Kandidatur. Mit der Frage
des Vorsitzes müsse sich nun der Ältestenrat befassen, hieß es.

Die Verteilung der Ausschussvorsitze im Bundestag erfolgt nach
einem Verfahren, bei dem die Fraktionen sich reihum ein Gremium
aussuchen. Die Reihenfolge richtet sich dabei nach der
Fraktionsstärke. Die AfD war an fünfter Stelle. Insgesamt hat der
Bundestag für diese Wahlperiode 25 Ausschüsse eingesetzt. epd

Kommentar

Die Schatten der Vergangenheit sind lang

Wie der Hessische Rundfunk über jüdische Grundstücke stolpert

von Daniel Neumann  18.09.2026

Weimar

Gedenkstätte Buchenwald bittet um Spenden für Kyryl Romantschenko

Die Familie Romantschenko ist der Gedenkstätte Buchenwald seit Jahrzehnten eng verbunden. Nun benötigt der 18-jährige Kyryl Romantschenko Unterstützung

 18.09.2026

Wuppertal

Brandanschlag auf Synagoge: Staatsanwaltschaft geht von Judenhass aus

Der 37 Jahre alte mutmaßliche Täter soll aus antisemitischen Gründen gehandelt haben

 18.09.2026

Tel Aviv

Shin-Bet-Chef: Wir finden alle Hamas-Terroristen vom 7. Oktober

»Wir haben euch verfolgt, wir verfolgen euch und wir werden euch bis zum letzten Mitverschwörer verfolgen«, sagt Shin-Bet-Chef David Zini

 18.09.2026

Jerusalem

Warum ein Ex-Shin-Bet-Chef Israelis dazu aufruft, zu Jom Kippur in der Synagoge ihre Waffen zu tragen

Die Verantwortlichen der Synagogen sollten dafür sorgen, dass bewaffnete Menschen kommen, sagt Arik Barbing

 18.09.2026

Erinnerungspolitik

Weimer wirft AfD »Frontalangriff« auf Integrität der Republik vor

In den Positionen der Rechtsaußenpartei sieht der Kulturstaatsminister einen Angriff auf das moralische Selbstverständnis der Bundesrepublik

von Corinna Buschow, Karsten Frerichs  18.09.2026

Martin Hikel (3.v.l, SPD), Bezirksbürgermeister von Neukölln, nimmt vor dem Rathaus Neukölln an der Aktion „Berlin trägt Davidstern“ teil.

Berlin

Solidarität nach Angriff auf Frau mit Davidstern

Stadtweit waren Berlinerinnen und Berliner zum Tragen eines Magen David aufgerufen. In Neukölln kam es auch zu Pöbeleien

 18.09.2026

Sachsen-Anhalt

Jurist hält Bundeszwang »nicht für abwegig«

Falls eine AfD-geführte Landesregierung Verfassungsrecht oder Bundesgesetze missachten sollte, könnte der sogenannte Bundeszwang zum Einsatz kommen

 18.09.2026

Reaktionen

»Dass es hier in Wuppertal passiert und wieder passiert, das macht mich sprachlos«

Der Wuppertaler SPD-Bundestagsabgeordnete Helge Lindh ist einer von vielen Menschen, die sich zum Brandanschlag auf die Synagoge geäußert haben. Die Reaktionen im Überblick

 18.09.2026