»Wiedergutmachung«

428.000 Juden erhielten bislang Entschädigung vom Bund

Neben Einzelfallzahlungen fördert der Bund auch die häusliche Pflege und medizinische Versorgung von Holocaust-Opfern. Foto: imago images/Lehtikuva

Überlebende der Schoa und andere jüdische Opfer des Nationalsozialismus haben bis einschließlich des ersten Halbjahrs dieses Jahres knapp 1,1 Milliarden Euro an Härtefall- und sonstigen einmaligen »Wiedergutmachungs«-Zahlungen erhalten. Das gab die Bundesregierung vergangene Woche in ihrem Bericht an den Deutschen Bundestag bekannt.

VEREINBARUNG Umfasst von der Auflistung sind die Bereiche einmalige Beihilfen, laufende Beihilfen, einmalige Überbrückungsleistungen sowie die sogenannte institutionelle Förderung. Im Jahr 1992 hatten Bundesregierung und die Claims Conference ein Entschädigungsabkommen für jüdische NS-Opfer vereinbart, seit 1994 informiert die Regierung einmal im Jahr über den Stand der Auszahlungen.

Über die Einzelfallzahlungen hinaus erhalten jüdische Verfolgte mit besonders schwerem Verfolgungsschicksal laufende Beihilfen von derzeit 580 Euro im Monat. Bis zum 30. Juni 2021 hat die Bundesrepublik hierfür rund 4,6 Milliarden Euro aufgewendet.

ALTENPFLEGE Rund 428.000 jüdische Menschen weltweit erhielten Zahlungen aus Deutschland. In Israel wurden bislang 208.000 NS-Opfer finanziell entschädigt, in den USA waren es knapp 92.000. Auf dem dritten Rang der Länder mit den meisten NS-Opfern steht Russland (38.400), erst dann folgt Deutschland mit 28.500 Anspruchsberechtigten. Bewilligt und ausgezahlt werden die Gelder von der Claims Conference.

Die institutionelle Förderung umfasst zudem Maßnahmen der medizinischen Versorgung und der Altenpflege für Holocaust-Überlebende in ihrem häuslichen Umfeld. Es werden rund 300 Institutionen weltweit gefördert, die jüdischen Verfolgten im häuslichen Bereich Unterstützungsleistungen zukommen lassen. mth

Washington

Rubio: Erwarten heute eine Antwort aus dem Iran

Während sich die Spannungen zwischen dem Iran und den USA zuletzt zugespitzt haben, setzen die USA weiter auf eine Verhandlungslösung mit Teheran. Nun äußert sich der US-Außenminister dazu

 08.05.2026

Meinung

»Boykottlisten« gegen »Zionisten«? Die 30er-Jahre lassen grüßen

Streit um eine Palästina-Halskette: Was wirklich im Berliner Café »The Barn« passierte, was das Café »Acid« damit zu tun hat und welche Rolle die Lokalpresse spielt

von Ayala Goldmann  08.05.2026

Andenken

Vier Schulen und mehrere Plätze nach Margot Friedländer benannt

Vor einem Jahr - am 9. Mai - starb die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit 103 Jahren. Für viele war sie ein Vorbild. Inzwischen tragen immer mehr Schulen, Straßen und Plätze ihren Namen. Eine Übersicht

von Karin Wollschläger  08.05.2026

Essay

Wenn meine Töchter mich fragen

Am 8. Mai 1945 wurde der NS-Staat besiegt, aber nicht das Denken, das ihn ermöglicht hat. Der Hass wächst heute wieder. Werde ich meinen Kindern einmal sagen können, dass ich nicht geschwiegen, sondern widersprochen habe?

von Andreas Albrecht  08.05.2026

Initiative

Antisemitismusbeauftragter Klein begrüßt Gesetzentwürfe im Bundesrat

Im Bundesrat geht es an diesem Freitag um den Handel mit Nazi-Opfer-Gegenständen und um das Leugnen des Existenzrechts Israels. Der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein begrüßt die Vorstöße

von Anita Hirschbeck  08.05.2026

Meinung

Der »Tag des Sieges« und der Krieg heute

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges müssen wir die Geschichte neu aufrollen und hinterfragen, wie wir mit dem stets pompös begangenen 9. Mai umgehen sollen

von Irina Bondas  08.05.2026

Washington D.C./Teheran

USA fordern Freilassung von Nobelpreisträgerin Mohammadi

Der Gesundheitszustand der inhaftierten iranischen Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist schlecht

 08.05.2026

Boulder/Washington D.C.

Brandanschlag auf Solidaritäts-Demo für Hamas-Geiseln: Täter bekennt sich schuldig

Nach dem tödlichen Angriff in Colorado auf eine Solidaritätskundgebung für israelische Geiseln droht dem mutmaßlichen Täter nach seinem Geständnis nun lebenslange Haft

 08.05.2026

Washington D.C.

USA laden Israel und Libanon zu neuer Gesprächsrunde ein

Nach israelischen Angaben soll es bei den Treffen unter anderem um konkrete Schritte zur Entwaffnung der Hisbollah gehen

 08.05.2026