Wuppertal

16-jähriger wegen Terrorabsichten auf jüdische Einrichtung verurteilt

Ort der Verhandlung: das Landgericht Wuppertal Foto: picture alliance/dpa

Ein 16-Jähriger aus Wuppertal ist für seine islamistischen Terrorabsichten zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Wuppertaler Landgericht sprach ihn wegen des Sich-Bereiterklärens zu einem Mord schuldig, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. 

Zur Tatzeit war er 15 Jahre alt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Jugendliche in einem Messenger-Dienst gegenüber seinem Chatpartner bereiterklärt hatte, einen islamistisch motivierten Anschlag auf jüdische Einrichtungen zu begehen. 

Umfassendes Geständnis

Der Angeklagte habe bereits zum Prozessbeginn ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich zu seiner Radikalisierung bekannt. Strafmildernd wertete das Gericht, dass sich der Jugendliche in einer persönlichen Ausnahmesituation befunden habe und er einem perfiden Vorgehen der professionell agierenden Anwerber aufgesessen sei. 

In der Untersuchungshaft habe er Kontakt zu einem Aussteigerprogramm aufgenommen. Die Hauptverhandlung war nicht öffentlich. Das Urteil ist nicht rechtskräftig und kann noch mit der Revision am Bundesgerichtshof angegriffen werden. 

Erste Hinweise auf den Jugendlichen, die zu einem Präventivgewahrsam geführt hatten, waren nach dem Anschlag im benachbarten Solingen von August 2024 eingegangen, wo bei einer Messerattacke drei Menschen starben. Die spätere Auswertung seines Handys ergab einen dringenden Tatverdacht, woraufhin Haftbefehl erlassen wurde. Die Behörden sehen aber keinen Zusammenhang zum Solinger Terroranschlag. dpa

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