Sachsenhausen

100-jähriger KZ-Wachmann im Herbst vor Gericht

KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg Foto: dpa

Mehr als 76 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wird es nach Information der »Welt am Sonntag« im Herbst zu einem neuen NS-Prozess kommen. Das Landgericht Neuruppin habe die Anklage gegen einen 100 Jahre alten ehemaligen Wachmann des KZ Sachsenhausen zugelassen, der dort von Januar 1942 bis Februar 1945 im Einsatz war. Der Prozess solle Anfang Oktober beginnen. Der Beschuldigte soll für zwei bis zweieinhalb Stunden am Tag verhandlungsfähig sein, hieß es unter Berufung auf Gerichtspräsident Frank Stark.

Stephanie Bohra vom Berliner NS-Dokumentationszentrum Topographie des Terrors, sagte der Zeitung: »Mord verjährt nicht, darum müssen sich auch ältere Semester vor Gericht verantworten. Es geht um die Aufklärung von Verbrechen, und ehemalige Häftlinge haben die Gelegenheit, zu berichten, was dort passierte.« Rechtsanwalt Thomas Walther, der Nebenkläger in den letzten NS-Verfahren vertritt und den Angaben zufolge auch am Neuruppiner Prozess beteiligt ist, hält diesen für notwendig: »Viele Nebenkläger gehören dem gleichen Alter wie der Beschuldigte an und hoffen auf Gerechtigkeit.«

Das KZ Sachsenhausen in Oranienburg nördlich von Berlin wurde 1936 als Modell- und Schulungslager der SS in Betrieb genommen und war ab 1938 auch Verwaltungszentrale aller NS-Konzentrationslager. Bis zur Befreiung durch die Rote Armee am 22. April 1945 waren dort mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Zehntausende starben an den Haftbedingungen, durch medizinische Experimente oder wurden ermordet. Um die Befreiung der Häftlinge zu verhindern, trieb die SS im April 1945 mehr als 30.000 von ihnen auf Todesmärsche. epd

Islamismus

Reul: Anschlag sollte »volle Synagoge« treffen

NRW-Innenminister sprach im Landtag zum geplanten Anschlag auf das Gotteshaus in Hagen

 23.09.2021

Justiz

Straftatbestand der verhetzenden Beleidigung in Kraft

Mit dem neuen Gesetz wird eine strafrechtliche Lücke geschlossen

 23.09.2021

Sachsen-Anhalt

Innenministerin Zieschang kündigt Aufklärung im Landtag an

Polizeikommissarin soll monatelangen Briefwechsel mit dem rechtsterroristischen Attentäter von Halle geführt haben

 23.09.2021

Berlin

Auszeichnung für Josef Schuster

Bundespräsident Steinmeier verleiht Verdienstorden an den Präsidenten des Zentralrats der Juden

 23.09.2021

Synagoge Hagen

NRW-Innenminister erstattet Landtag Bericht

Nach dem Tipp eines ausländischen Geheimdienstes war an Erew Jom Kippur ein Großaufgebot der Polizei ausgerückt

 23.09.2021

Berlin

Ausstellung unter Holocaust-Mahnmal wird erneuert

Das Stelenfeld bleibt aber weiter für Besucherinnen und Besucher zugänglich

 23.09.2021

Durban IV

»Nicht mal ein Minjan«

Mehr als 30 Länder, darunter auch Deutschland, blieben der umstrittenen UN-Antirassismuskonferenz fern

von Michael Thaidigsmann  23.09.2021

Bundestagswahl

Auf dem Prüfstand

In der »Tachles Arena« des Zentralrats der Juden antworteten die Spitzenkandidaten der demokratischen Parteien auf Fragen zu Antisemitismus, Israel und Sicherheit

von Jérôme Lombard  23.09.2021

Antisemitismus

Europäische Rabbiner verurteilen Angriff auf Juden in Hamburg

Dies dürfe nicht zur Normalität werden, sagte CER-Generalsekretär Gady Gronich

 23.09.2021