Meinung

Wo Extremisten keine Gegenwehr fürchten müssen

Neues Jahr, gleiches Berlin. Am Montag wurde erneut eine Berliner Hochschule besetzt – diesmal die Alice Salomon Hochschule (ASH). Die »Student Coalition Berlin« hatte gemeinsam mit der Gruppe »Not in Our Name ASH« zu der Aktion aufgerufen. Beide Gruppen hatten sich vor wenigen Monaten mit den Angreifern solidarisiert, die das Präsidiumsgebäude der Freien Universität Berlin mit »Äxten, Sägen, Brecheisen und Knüppeln« gestürmt, einen Mitarbeiter verletzt und einen Schaden von mindestens 100.000 Euro verursacht haben.

Am Jahrestag des 7. Oktober veröffentlichte Not in Our Name ASH ein Statement, das die Hamas-Massaker als »legitim« bezeichnete. Außerdem sei die Forderung nach Gewaltlosigkeit »paternalistisch« und die Berichte über die massenhafte Vergewaltigung israelischer Frauen lediglich nur »israelische Propaganda«.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

All das ist öffentlich auf Instagram einsehbar. Es stellt sich die Frage, ob die Hochschulpräsidentin der ASH womöglich von diesen Terror-verherrlichenden Beiträgen der Studenten und »Aktivisten« wusste, als sie die Besetzung duldete.

Fest steht: Für die Präsidentin wirkten nicht die Besetzer, sondern die Polizisten, die das Eindringen weiterer Eindringlinge verhindern wollten, »bedrohlich«. Die Studierenden, erklärte die Präsidentin gegenüber einem Journalisten, »haben ja heute eine ganz friedliche Veranstaltung gemacht.« Auch hier stellt sich die Frage: War ihr das aufgeklebte rote Hamas-Dreieck und das Schild mit dem arabischen Spruch »Hamas, Habibi« bekannt, und ließ sie die Besetzung dennoch nicht räumen?

So etwas würde niemals toleriert, wenn es sich um rechtsextreme Studenten oder »Aktivisten« handelte.

An deutschen Hochschulen sind Terrorverherrlichung und ihre wohlwollende Tolerierung durch die Uni-Verantwortlichen mittlerweile leider zur Normalität geworden. Was also tun?

Um die Situation zu verändern, muss man zuerst akzeptieren, wie sie ist: Das Problem an den westlichen Universitäten sind nicht nur die extremistischen Studenten und ihre Unterstützer, sondern auch die Hochschulgemeinschaft, die dies zulässt – etwas, das niemals toleriert würde, wenn es sich um rechtsextreme Studenten oder »Aktivisten« handeln würde.

Politik und Gesellschaft müssen sich also fragen, wie sie mit einem staatlich finanzierten Hochschulbetrieb umgehen wollen, in dem Extremisten ohne nennenswerte Gegenwehr aktiv sein können. Einfache Antworten gibt es nicht – aber es ist höchste Zeit für eine konkrete Strategie.

Der Autor ist Vizepräsident der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD).

Meinung

Siedlergewalt: Eine Schande für Israel

Generalstabschef Zamir und Rabbi Lichtenstein haben recht: Die Exzesse gegen Palästinenser im Westjordanland müssen gestoppt werden, bevor es zu spät ist

von Ayala Goldmann  20.03.2026

Meinung

Warum die Stellungnahme der USA beim IGH eine Enttäuschung ist

Die Intervention Washingtons vor dem Internationalen Gerichtshof nimmt zwar Israel gegen den Vorwurf des Genozids in Schutz. Sie liefert den Richtern aber kaum Argumente

von Menachem Z. Rosensaft  20.03.2026

Meinung

Was im Iran-Krieg bisher erreicht wurde

Israelis und Amerikaner können durchaus schon militärische Erfolge gegen den Iran vorweisen. Das Mullah-Regime wird definitiv schwächer aus diesem Konflikt herauskommen, als es hineingegangen ist

von Sima Shine  18.03.2026

Meinung

Die Hertie School ist eine seltene Ausnahme

An der privaten Hochschule wurde die Studierendenvertretung für eine Pro-BDS-Resolution abgestraft. Das ist ein wichtiges Signal. Doch das Problem des Antisemitismus an deutschen Universitäten reicht viel weiter

von Ron Dekel  18.03.2026

Meinung

Das Tischtuch ist zerschnitten

Die niedersächsische »Linke« hat auf ihrem Parteitag einen Beschluss gegen den Zionismus verabschiedet. Das schadet dem Zusammenleben von Juden und Nichtjuden in Deutschland

von Achim Doerfer  18.03.2026

Kommentar

Jetzt offenbart die Linke ihr wahres Gesicht

Wer den Zionismus ablehnt, lehnt die Existenz eines jüdischen Staates ab - und damit genau jenen Schutzraum, der für Juden weltweit nach Jahrhunderten der Verfolgung existenziell geworden ist

von Daniel Neumann  17.03.2026

Meinung

Linke: Rotes Fähnchen im antizionistischen Wind

Linken-Parteichef Jan van Aken bagatellisiert den Beschluss seiner Genossen in Niedersachsen zu Israel. Damit dürfte er nicht durchkommen

von Michael Thaidigsmann  16.03.2026

Meinung

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind nach wie vor aktiv

von Jacques Abramowicz  13.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  13.03.2026