Meinung

Palästina-Aktivisten sind keine Streiter für Kunstfreiheit

Stefan Laurin Foto: Roland W. Waniek

Meinung

Palästina-Aktivisten sind keine Streiter für Kunstfreiheit

In Dortmund störten sie eine Veranstaltung, auf der ein Film über die Massaker der Hamas gezeigt werden sollte

von Stefan Laurin  06.09.2024 13:23 Uhr

Während viele in der deutschen Kulturszene den geplanten Entschließungsantrag des Bundestages zum Schutz des jüdischen Lebens als Angriff auf die Kulturfreiheit sehen, haben nun auch in Dortmund Palästina-Aktivisten einmal mehr gezeigt, dass sie nichts weniger interessiert als Freiheit und Pluralismus.
 
Das Dortmunder U, untergebracht in den ehemaligen Räumen einer Brauerei nicht weit vom Hauptbahnhof der Stadt, ist eines der beeindruckendsten Kulturzentren der Stadt: Neben dem Museum am Ostwall stehen auch einem Kunstverein und der Technischen Universität Ausstellungsräume zur Verfügung. Auch einen Ort für Filmkunst gibt es, das U verfügt über ein eigenes Kino. In dem sollte am Mittwochabend der Film »Screams before Silence« gezeigt werden.

Für »Screams before Silence« interviewte Sheryl Sandberg, ehemalige hochrangige Managerin beim Facebook-Mutterkonzern Meta und Gründerin von LeanIn.org, mehrere Augenzeugen, freigelassene Geiseln, Ersthelfer, medizinische und forensische Experten sowie Überlebende der Hamas-Massaker. Er kommt ohne Bilder des Hamas-Terrors aus, hat vor allem die sexualisierte Gewalt der Islamisten zum Thema und zeigt auf, dass die Taten der Hamas vorsätzlich geschahen.
 
Der Film konnte nicht wie geplant gezeigt werden. Im Kino anwesende Palästina-Aktivisten störten schon von Beginn an, ein Mann stellte sich mit einer Palästinenser-Fahne vor die Leinwand, bis Sicherheitskräfte ihn aus dem Saal führten, der Feueralarm ertöten und schließlich wurde die Vorführung abgesagt.

Der Vorfall, und er ist nur einer von vielen, zeigt die Doppelbödigkeit der Aktivisten-Szene. Ihr eher bürgerlicher, intellektueller Teil beklagt den Untergang der Kunstfreiheit in Deutschland, wenn der Bundestag hoffentlich bald in einem Entschließungsantrag fordern wird, Antisemiten nicht mehr mit öffentlichen Geldern zu alimentieren, während die Aktivistenszene wie gestern in Dortmund versucht, Informationen über die Verbrechen der Hamas im öffentlichen Raum zu unterdrücken.

So plump diese Strategie auch ist, sie geht häufig immer noch auf und so wird diese Szene in Deutschland nicht als das erkannt, was sie ist: Sie unterstützen - ob bewusst, aus Ignoranz oder aus Opportunismus - Terroristen und sind keine Streiter für die Kunstfreiheit.

Der Autor ist freier Journalist und Herausgeber des Blogs Ruhrbarone.

Meinung

Wie die Kirche beim Thema Iran die Orientierung verliert

Ein Kommentar von Daniel Neumann

von Daniel Neumann  02.03.2026

Analyse

Geduld ist das Gebot der Stunde

Das iranische Regime hat in der Vergangenheit einen zermürbend langen Atem bewiesen. Auch nach der Tötung seines obersten Führers ist daher Demut und Weitsicht gefragt.

von Nathan Peres  02.03.2026

Kommentar

Die Kotel ist für alle da

Die Klagemauer könnte in Zukunft einzig vom orthodoxen Rabbinat verwaltet werden. Was als Schutz der Heiligkeit verkauft wird, wäre ein Angriff auf religiöse Vielfalt

von Sophie Goldblum  27.02.2026

Meinung

Was Layout verraten kann

Holger Friedrich hat die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung auf den Markt gebracht. Bei der Gestaltung drängen sich merkwürdige Bilder auf. Welche Zielgruppe will er wohl erreichen?

von Marco Limberg  25.02.2026

Meinung

Xavier Naidoo hat allen etwas vorgemacht

Der Popstar hat gerade erst sein Comeback gegeben, da verbreitet er wieder antisemitisch konnotierte Verschwörungsmythen. Spätestens jetzt ist seine angebliche Läuterung ganz und gar unglaubwürdig geworden

von Ralf Fischer  23.02.2026

Kommentar

Eure Masche zieht nicht mehr!

Mittlerweile hat es sich selbst im Kulturbetrieb herumgesprochen, dass die Bigotterie der sogenannten pro-palästinensischen Aktivisten allzu durchschaubar ist, wenn Menschenrechte gepredigt und im gleichen Atemzug »Genozid« und »Boykott« geschrien wird

von Sophie Albers Ben Chamo  22.02.2026

Meinung

Endlich kehrt Ehrlichkeit in die Debatte über die UNRWA ein!

Der CDU-Antrag bringt auf den Punkt, was seit Jahren verdrängt wurde: Palästinensische Gewalt darf natürlich nicht als politisches Instrument akzeptiert werden

von Daniel Neumann  21.02.2026

Essay

Iran ist nicht das islamistische Regime. Iran, das seid ihr!

Eine Verneigung vor dem Mut der freiheitsliebenden Menschen im Iran und in der iranischen Diaspora

von Sarah Maria Sander  19.02.2026

Meinung

Königliches Versagen im Kulturbetrieb

Das renommierte Reina-Sofía-Museum in Madrid setzt eine Schoa-Überlebende vor die Tür. Die Existenz des Juden wird zur Provokation, die Befindlichkeit des Antisemiten zum schützenswerten Gut. Spanien ist verloren!

von Louis Lewitan  19.02.2026