Angriff des Iran

Ich war mal ein Fan von Ihnen, Frau Baerbock …

Außenministerin Annalena Baerbock Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Frau Baerbock, ich war mal ein großer Fan von Ihnen und habe mich auf Ihre »feministische Außenpolitik« gefreut. Doch Sie sind zu einer der größten Enttäuschungen geworden – für die Menschen im Iran wie auch für die Menschen in Israel.

Sie sprechen davon, dass Israel das Recht auf Selbstverteidigung hat, und ermahnen im gleichen Atemzug, dass »Vergeltung keine Kategorie im Völkerrecht« sei. Dabei hat das islamistische Regime in Iran seit 45 Jahren nur ein Ziel: die Auslöschung Israels. Der Iran füttert außerdem seine Stellvertreter im Ausland mit Geld und Waffen, damit diese Zivilisten in Israel mit Raketen beschießen.

Glauben Sie mir, Israelis wollen keine »Vergeltung«, sondern nichts lieber, als in Ruhe und Frieden mit ihren arabischen Nachbarn Seite an Seite zu leben. Die deutsche Regierung hat das Mullah-Regime, den größten Unruhestifter im Nahen Osten, mit wirtschaftlichen Beziehungen über Jahrzehnte groß gemacht.

Sie sprechen jetzt davon, Sanktionen zu verstärken – eine Nebelkerze, wenn man weiß, dass die EU den Iran schon sanktioniert und die großen finanziellen Partner der Islamisten China und Russland heißen. Ihre Ankündigungen ringen den Mullahs nur ein müdes Lächeln ab, hinterlassen aber sicher keinen bleibenden Eindruck.

Ein anderes Wort für »Vergeltung« ist Rache. Wissen Sie, wie jüdische Menschen »Rache« verstehen? Nachdem Dutzende Genozide am jüdischen Volk begangen wurden, ist jedes jüdische Kind, das über diesen Erdball wandert, unsere »Rache«.

In der schier unendlichen Geschichte des Judenhasses steht Deutschland wieder auf der falschen Seite. Doch dieses Mal werden wir nicht als »Nie wieder«-Opfer im deutschen Erinnerungstheater dienen, sondern die Zukunft unserer Kinder verteidigen – mit allen Mitteln. Und als wahre Freundin werden Sie ja sicher an unserer Seite stehen, oder?

Die Autorin ist Journalistin und lebt in Israel.

Filmkritik

»Blutspur Antwerpen« – Ein Lehrstück in Sachen Antisemitismus

Keine einzige Rezension hat den Krimi bislang als das gewertet, was er ist: Ein rassistisches Machwerk in Gestalt einer »antisemitischen Parabel«

von Achim Bühl  27.07.2026

Meinung

Die Gefahr des Islamismus endlich ernst nehmen

Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD reichen Bekundungen der Trauer und Betroffenheit nicht. Es braucht konkretes gesetzgeberisches Handeln, um dem Terror zu begegnen

von Volker Beck  26.07.2026

Meinung

»Glückwunsch« zum Genozid-Vorwurf

Solange die Grüne Jugend einseitig gegen Israel gerichtete Beschlüsse fasst, kann sie kein Partner im Kampf gegen Antisemitismus sein

von Anika Schmütz  26.07.2026

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  26.07.2026

Meinung

Wo ist der Geist von Sarajevo?

Auch in Deutschland rufen Vertreter der bosnischen Diaspora zunehmend nach harten Sanktionen gegen Israel und scheuen den Dialog mit den jüdischen Gemeinden hier. Das war schon einmal anders

von Marc Simon  24.07.2026

Meinung

Notbremse gegen Antisemitismus

Die Hochschulleitungen müssen den Judenhass ihrer Mitarbeiter und Studierenden als das ernst nehmen, was er ist: eine Gefahr für jüdisches Leben in Deutschland

von Debora Eller  22.07.2026

Meinung

Herr Kretschmer, es gibt nichts mit der AfD zu bereden!

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer stellt einmal mehr die Brandmauer in Frage und will »mit jedem reden, der reden will«. Doch reden muss man allenfalls mit den Wählern der AfD

von Michael Thaidigsmann  22.07.2026

Meinung

Es reicht!

Im Angesicht der brutalen und mutmaßlich antisemitisch motivierten Gewalttat bei Würzburg muss endlich über Verantwortlichkeiten geredet werden

von Volker Beck  22.07.2026

Meinung

Ist der neue jüdische Außenminister nur ein Feigenblatt?

Großbritanniens neuer Premier Andy Burnham hat Ed Miliband zum Außenminister ernannt. Dass nun ein jüdischer Politiker für die Nahostpolitik zuständig ist, könnte auch ein Feigenblatt sein

von Michael Thaidigsmann  21.07.2026