Nicola Beer

EU-Staaten in die Pflicht nehmen

FDP-Europaabgeordnete Nicola Beer Foto: PR

Mit dem Antritt der neuen EU-Kommission beginnt auf europäischer Ebene auch eine neue Ära im Kampf gegen den Antisemitismus. Zumindest lässt Ursula von der Leyens Rede auf der Veranstaltung »Nach Halle: Von Worten zu Taten gegen Antisemitismus« darauf hoffen. Denn das, was die von Judenhass betroffenen Menschen erleiden, sollte uns allen die Augen öffnen.

Austausch Wir müssen das Vermächtnis der Holocaust-Überlebenden bewahren. Wir sollten auch den Austausch zwischen Europa und Israel intensivieren, gerade für junge Menschen. Es braucht lebendige Städtepartnerschaften, Programme zur Prävention von Hass im Netz sowie eine Revision der Lehrpläne.

Wir müssen alle EU-Mitgliedsstaaten in die Pflicht nehmen, sie noch mehr sensibilisieren. Die IHRA-Antisemitismusdefinition muss von allen angewendet werden, die Sicherheit jüdischen Lebens überall gewährleistet sein.

Sanktionen Es ist unerträglich, dass in Europa weiterhin Al-Quds-Demonstrationen stattfinden können und die antizionistisch-antisemitische BDS-Bewegung wie eine friedliebende NGO behandelt wird. Notwendig sind genauere Kontrollen und gegebenenfalls Sanktionen, besonders, wenn diese Bewegung oder ihr nahestehende Gruppen EU-Gelder beantragen. Überfällig ist auch ein vollständiges Verbot der Hisbollah in Europa. Es geht nicht an, dass sie weiterhin öffentlich auftreten und werben kann.

Im Kampf gegen Judenhass braucht es nicht nur Entschlossenheit, sondern auch mehr Kooperation zwischen Europäischem Parlament, Kommission und den EU-Mitgliedsstaaten. Gemeinsam können wir viel erreichen. Und hoffentlich wird auch das einseitige Abstimmungsverhalten vieler Regierungen bei den Vereinten Nationen, mit dem regelmäßig dem Antisemitismus autoritärer Staaten in die Hände gespielt wird, ein Ende haben.

Die Autorin ist Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und Mitglied der Arbeitsgruppe von Abgeordneten zum Kampf gegen den Antisemitismus.

Meinung

Warum der Begriff »Davidstern-Skandal« unpassend ist

Die Formulierung beschreibt den Vorfall nicht nur falsch, sie deutet ihn auch als ein jüdisches Vergehen

von Martin Krauß  30.01.2026

Meinung

Warum es auch schwerfällt, die gelbe Schleife abzulegen

Zwei Jahre und drei Monate lang haben Menschen auf aller Welt mit der gelben Schleife ihre Solidarität mit den am 7. Oktober 2023 nach Gaza verschleppten Geiseln gezeigt. Nun können wir sie endlich ablegen

von Sophie Albers Ben Chamo  29.01.2026

Meinung

Die Täter müssen sich schämen

Ein Missbrauchsskandal erschüttert derzeit die jüdische Gemeinschaft Deutschlands. Wer solche Taten besser verhindern will, muss Betroffene in die Lage versetzen, angstfrei über ihre schrecklichen Erfahrungen sprechen zu können

von Daniela Fabian  29.01.2026

Meinung

Wenn Entwicklungspolitik Hamas-Propaganda übernimmt

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) tätigt faktisch falsche Aussagen und übernimmt zentrale Narrative der palästinensischen Terrororganisation. Und dies ist nur die Spitze des Eisberges

von Sacha Stawski  29.01.2026

Meinung

Was würden Saba und Safta sagen?

Sie würden uns zurufen: »Wehrt euch gegen diesen Hass! Schließt euch mit denen zusammen, die in Deutschland bisher schweigen, aber dennoch die Mehrheit darstellen«

von Avitall Gerstetter  28.01.2026

Meinung

Ein Schmock kommt selten allein

Im »Dschungelcamp« scheint Gil Ofarim in bester Gesellschaft. Doch was hat er aus seiner Lüge in der »Davidstern-Affäre« gelernt?

von Ayala Goldmann  27.01.2026

Meinung

»Zeit Geschichte« stellt sich in eine unsägliche Tradition

Das Titelbild der neuen Ausgabe des Hefts reduziert den Nahostkonflikt auf ein simples Gut-gegen-Böse-Schema. Immer wieder nutzen renommierte Medien problematische Bildsprache, wenn es um Israel geht

von Nikolas Lelle  27.01.2026

Meinung

Israel hat seine Zukunft zurück

Ran Gvili, die letzte Geisel in Gaza, wurde geborgen und nach Israel überführt

von Sabine Brandes  26.01.2026

Menachem Z. Rosensaft

Deutsche Bahn auf Abwegen

Eine neue Bahntrasse soll in nur 400 Meter Abstand an der Verladerampe des ehemaligen Todeslagers Bergen-Belsen vorbeiführen. Der Umgang mit diesem historischen Ort ist skandalös

von Menachem Z. Rosensaft  22.01.2026