Meinung

Die unschuldigen Opfer der Hamas

Ich bin ehrlich, auch wenn es den einen oder anderen verwundern sollte. Denn ich bin auch Vater zweier kleiner Kinder. Deswegen bedrückt es mich, wenn Kinder Kriegshandlungen zum Opfer fallen - ganz egal auf welcher Seite.

SCHULDIGE Namen, Herkunft oder Religion der Kinder sind da nicht wichtig. Wichtig ist, dass es sich um wehrlose Kinder handelt, deren Tod eine Schande, eine Tragödie, ein Trauma ist. Nichts ist trauriger, als ein totes Kind und seine trauernden Eltern zu sehen. Das sind Bilder, die mich den Krieg verabscheuen lassen.

Doch wir sollten aufhören, den Tod palästinensischer Kindern in Gaza entweder als eine Art »Grauzone« zu relativieren, bloß, weil man sich nicht traut, die wahren Schuldigen klipp und klar beim Namen zu nennen. Oder, noch schlimmer, weil man einfach die Schuld Israel in die Schuhe schieben möchte, wie das in bestimmten Kreisen schick ist, weil man Beifall bekommen möchte und es egal ist, ob der von der falschen Seite kommt.

Hätte die Hamas anstatt in Terrortunnel ihre Kraft in Schutzbunker investiert, wären viele palästinensische Kinder heute noch am Leben.

Fakt ist nämlich: Hätte die Hamas keine Raketen auf Israel abgefeuert, dann hätte Israel sich nicht zur Wehr setzen müssen. Es wäre zu keinem Krieg gekommen, und die Kinder wären heute noch am Leben.

Fakt ist: Hätte die Hamas anstatt in Terrortunnel und Raketenproduktion ihre Kraft und Energie in Schutzbunker und die Entwicklung eines Iron Dome investiert, wären diese Kinder heute noch am Leben.

TERROR Fakt ist auch: Hätten sich die Kämpfer der Hamas nicht wie Feiglinge unter und hinter der Zivilbevölkerung versteckt, während sie Raketen auf Israel abgefeuerten, hätte Israel nur die Terroristen getroffen, als es das Feuer auf die Abschussrampen, von wo aus Raketen auf israelische Zivilisten angegriffen worden, richtete.

Und Fakt ist definitiv auch: Hätte die Hamas nicht 4400 Raketen abgefeuert, dann wären 680 davon auch nicht im Gazastreifen eingeschlagen und hätten dort keine Kinder getötet.

Die toten palästinensischen Kinder im Gazastreifen sind deshalb einzig und allein die Opfer der Hamas. Genau das sollten internationale Organisationen, Politik und Berichterstatter klar und deutlich aussprechen. Nicht, um damit den Juden oder Israel einen Gefallen zu tun. Nein, sondern einzig und allein, um dem Tod weiterer palästinensischer Kinder vorzubeugen. Es ist wichtig, der Hamas zu signalisieren, dass man nicht mehr bereit ist, ihre Strategie der »Kinder als menschliche Schutzschilde« hinzunehmen.  

Wir krank ist das: Die Hamas feiert beim Tod unschuldiger Juden in Israel wie auch beim Tod der eigenen Leute, die sie als Märtyrer preist.

Ich bin stolz, dass wir in Israel ein moralisches Problem damit haben, dass es Opfer auf der Gegenseite gibt, minderjährige Opfer. Für die Gegenseite stellen weder israelische noch eigene Opfer ein moralisches Problem dar - im Gegenteil. Sie feiert beim Tod unschuldiger Juden in Israel wie auch beim Tod der eigenen Leute, die sie als Märtyrer preist.

ROLLE DES WESTENS Zwei israelische und 67 palästinensische Kinder sind laut dem (Hamas-geführten) Gesundheitsministerium in Gaza den Kampfhandlungen im Mai zum Opfer gefallen. Das sind 69 tote Kinder, die auch auf die Rechnung der westlichen Staaten gehen, welche nicht entschieden genug gegen radikalislamistische Terrorbewegungen vorgehen. Schlimmer noch: Welche sich naiverweise einbilden, dass man Terroristen mit finanzieller Hilfe beruhigen, kaufen oder womöglich sogar umprogrammieren kann.

Kaum jemanden interessiert diese »Spirale der palästinensischen Gewalt« wirklich - weder den Westen noch die muslimische oder arabische Welt, und am allerwenigsten die Palästinenser selbst.

Finanzielle Hilfe, die teilweise in die Raketenproduktion gesteckt wird, um Israelis zu beschießen. Um Juden zu ermorden. Um die IDF dazu zu zwingen, sich zur Wehr zu setzen. Um eigene Kinder als menschliche Schutzschilder einzusetzen, während man sich in Terrortunneln und unter Krankenhäusern versteckt hält. Um der Welt Bilder von toten palästinensischen Kindern präsentieren zu können. Um ein verdrehtes Bild der Realität zu zeigen und Täter-Opfer-Umkehr zu betreiben. Um radikale Strömungen auf der Welt dazu zu verleiten, Israel als »Kindermörder« zu diffamieren. Und um dann aus Mitleid wieder endlos finanzielle Hilfe aus dem Westen zu erhalten. Bis die nächsten Kinder an der Reihe sind.

Kaum jemanden interessiert diese »Spirale der palästinensischen Gewalt« wirklich - weder den Westen noch die muslimische oder arabische Welt, und am allerwenigsten die Palästinenser selbst. Die einzigen Menschen auf der Welt, die wirklich bestürzt über den sinnlosen Tod von unschuldigen israelischen und palästinensischen Kindern sind, sind einige Israelis, darunter auch ich.

Der Autor ist deutsch-persisch-israelischer Politologe, Publizist, ehemaliger Sprecher der Israel Defense Forces und Mitarbeiter der israelischen Regierung.

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