Hören!

Zwei jüdische Tenöre

Startenor: Richard Tauber Foto: pr

Am 22. Januar 1935 absolvierten Richard Tauber und Joseph Schmidt bei einem Faschingskonzert der Wiener Philharmoniker ihren wohl berühmtesten gemeinsamen Auftritt. Vor der Machtergreifung Hitlers waren die beiden Tenöre in Deutschland Superstars gewesen. Jetzt standen sie als »Nichtarier« im Reich auf dem Index. Der Deutschlandfunk widmet den beiden Sängern am Samstag, den 21. Dezember, ab 23.05 Uhr eine Lange Nacht.

populär Der 1891 geborene Richard Tauber eroberte schon in jungen Jahren die größten Opernbühnen und später mit den eigens für ihn geschriebenen »Tauber-Liedern« die Herzen des Publikums. Zahlreiche Plattenaufnahmen verstärkten diese Popularität. Dem 13 Jahre jüngeren Joseph Schmidt blieb wegen seines kleinen Wuchses eine Karriere als Kantor in der Synagoge zu Czernowitz und als Sänger auf der großen Bühne verschlossen.

Das junge Medium Radio kannte derartige Vorurteile nicht und ermöglichte dem Sänger eine beispiellose Karriere. Gemeinsam ist Richard Tauber und Joseph Schmidt die bis heute anhaltende Popularität, die sie auch bei einer jüngeren Fangemeinde genießen. In der Langen Nacht werden zwei Sänger wieder zu hören und zu entdecken sein, deren Repertoire nicht nur aus den Hits »Dein ist mein ganzes Herz« und »Ein Lied geht um die Welt« bestand.

Es soll auch an den Komponisten, Instrumentalisten und Dirigenten Richard Tauber erinnert werden; ebenso an Joseph Schmidts religiöse Gesänge in deutscher, hebräischer und aramäischer Sprache. ja

»Du bist die Welt für mich. Eine Lange Nacht über Joseph Schmidt und Richard Tauber.« Deutschlandfunk, Samstag, 21. Dezember, 23.05 Uhr

Geheimisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  05.01.2026

Daniel Kahn

»Das Akkordeon war ein Schlüssel«

Der Musiker über seine Liebe zum Instrument des Jahres 2026

von Christine Schmitt  05.01.2026

Geschichtsforschung

Mörderische Mitmacher

Der Historiker Götz Aly geht in seinem neuen Buch der »zentralsten Frage aller deutschen Fragen« nach: »Wie konnte das geschehen?«

von Till Schmidt  04.01.2026

Aufgegabelt

Gesunder Januar-Saft

Rezepte und Leckeres

 04.01.2026

Medizin

Mit mRNA-Impfstoff gegen die Lungenpest

In Israel ist der weltweit erste mRNA-basierte Impfstoff gegen ein tödliches antibiotika-resistentes Bakterium entwickelt worden

von Sabine Brandes  03.01.2026

Erhebung

Dieser hebräische Babyname ist in Deutschland am beliebtesten

Welche Namen geben Eltern ihren Sprösslingen in diesem Jahr am liebsten? In welchen Bundesländern gibt es Abweichungen?

 02.01.2026 Aktualisiert

Theater

Zwischen Witz und Wut

Avishai Milstein erinnert in seinem neuen Stück in den Münchner Kammerspielen an Philipp Auerbach – mit Samuel Finzi in der Hauptrolle

von Michael Schleicher  02.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  02.01.2026

W. Michael Blumenthal

»Jetzt wird es sich zeigen«

Der Gründungsdirektor des Jüdischen Museums Berlin wird 100 Jahre alt. Er floh 1939 nach Shanghai und ging 1947 in die USA. Heute fragt er sich, ob wir aus der Geschichte gelernt haben

von Axel Brüggemann  02.01.2026