Liedermacher

Wolf Biermann: Ein gutes Lied ist zeitlos gut

Wolf Biermann Foto: picture alliance/dpa

Aus Sicht von Wolf Biermann ist Musik nicht fest mit der Zeit ihrer Entstehung verknüpft. »Ein gutes Lied ist immer gut. Egal, in welcher Zeit«, sagte der Dichter und Liedermacher der »Frankfurter Rundschau«. Ein schönes Lied aus der griechischen Antike sei auch heute noch ein schönes Lied.

Beim Schreiben seiner Gedichte und Lieder denke er selbst nicht daran, dass sie die Zeit überdauern könnten. So »selbstbesoffen« sei er nicht. »Wenn es einem überhaupt gelingt, etwas länger Haltbares zu produzieren, dann nur, weil man es für diesen Moment schreibt - und dabei nicht auf die ewige Haltbarkeit spekuliert«, sagte der 88-Jährige.

Lesen Sie auch

Rückblickend auf sein Leben sagte Biermann, er habe früh genug gelernt, dass er sich in wichtigen Fragen irren kann. »Nur eines unterscheidet mich von den irrsten Irrern: Wenn ich es endlich kapiert hatte, war ich nie zu feige, mich zu korrigieren. Das ist ein Elixier für ein lebendiges Leben gewesen«, sagte er.

Der in Hamburg geborene Wolf Biermann zählt zu den profiliertesten politischen Liedermachern und Dichtern Deutschlands. Mit 16 Jahren ging er aus politischer Überzeugung in die DDR. Ende 1965 bekam er dort wegen seiner kritischen Lieder und Gedichte Auftritts- und Publikationsverbot. 1976 wurde er nach einem Konzert in Köln ausgebürgert. Das löste in Ost- und Westdeutschland Proteste aus. epd

Berlin

TU eröffnet neues Kompetenzzentrum für Antisemitismusforschung

Nach umfassendem Umbau stünden künftig rund 55.000 Bücher und Zeitschriften sowie etwa 11.000 visuelle Antisemitika für Forschung und Lehre zur Verfügung

 14.05.2026

Zahl der Woche

13 Gruppen

Fun Facts und Wissenswertes

 14.05.2026

Eurovision Song Contest

Die Leichtigkeit der anderen

Der Schoa-Überlebende Walter Andreas Schwarz vertrat Deutschland 1956 beim ersten Grand Prix Eurovision in Lugano. Seine Biografie prallte auf ein Publikum, das die Vergangenheit hinter sich lassen wollte

von Claudio Minardi  14.05.2026

ESC

In der Höhle des Löwen

Noam Bettan steht für Diversität und Offenheit – und wird genau dafür von »Pro-Palästinensern« attackiert. Doch der junge Israeli will sich nicht unterkriegen lassen

von Martin Krauß  14.05.2026

Interview

»Vertrauen und Austausch«

Kim Wünschmann über den Auftrag des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg

von Pascal Beck  14.05.2026

Kino

»Palästina 36«

In ihrer Doku geht die palästinensische Regisseurin Annemarie Jacir fahrlässig mit einem historischen Thema um

von Ralf Balke  14.05.2026

Berlin

Ulf Poschardt gibt Herausgeber-Position bei »Welt« auf

Die Hintergründe

von Steffen Trumpf  13.05.2026

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026

Film

Iris Knobloch eröffnet 79. Filmfestival von Cannes

Die Festivalpräsidentin sieht einen Wandel in der Filmwelt: »Das Kino ist nicht mehr in Schubladen eingeteilt. Es ist ein sehr offenes Ökosystem.«

 13.05.2026