Rachel Salamander

»Vorbildliche Mittlerin«

Rachel Salamander, Literaturkritikerin und Gründerin der Literaturhandlung Berlin/München Foto: Christian Rudnik

Die Autorin, Buchhändlerin, Publizistin und Wissenschaftlerin Rachel Salamander hat die Auszeichnung »Pro Meritis Scientiae et Litterarum« (Für Verdienste um Wissenschaft und Schrifttum) des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst erhalten.

Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) nannte Salamander bei der Verleihung am Dienstagabend »eine vorbildliche und einflussreiche Mittlerin im Umgang der deutschen Gesellschaft mit dem Thema Judentum, der teilweise leider noch heute von Scheu und Unsicherheit geprägt ist«.

engagement Salamander sei »eine der großen jüdischen Stimmen Deutschlands«, sagte der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, Ludwig Spaenle (CSU). Sie sei eine brillante Intellektuelle, die sich durch ein herausragendes gesellschaftspolitisches Engagement auszeichne.

Salamander wurde 1949 in einem Durchgangslager für Überlebende des Holocaust geboren und verbrachte ihre frühe Kindheit in einem Lager für »Displaced Persons« in Föhrenwald. 1982 eröffnete sie in München ihre »Literaturhandlung«, eine Fachbuchhandlung für jüdische Literatur und Publikationen zum Judentum.

Von 2001 bis 2013 war Salamander Herausgeberin der Wochenbeilage »Literarische Welt« der Tageszeitung »Die Welt«. Sie leitete von 2013 bis 2014 das Literaturforum der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« und ist seit 2015 Aufsichtsratsmitglied des Suhrkamp Verlags. epd

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

 13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026

Erinnerungen einer deutschen Jüdin

Rabbinertochter und Gynäkologin

Rahel Straus: Eine Frauenärztin kämpfte Anfang des 20. Jahrhunderts gegen den Paragrafen 218

von Ellen Presser  13.10.2026

Noa Yedlin

Wenn das falsche Buch zum richtigen wird

»Romance« als Erfolgsrezept: Die israelische Autorin nimmt »ernste« Literatur und das Geschäft damit aufs Korn

von Nicole Dreyfus  13.10.2026

»Imanuels Interpreten« (26)

Paul Simon: Der Brückenbauer

Seit den 60er Jahren schreibt und spielt der New Yorker Künstler Musik, deren Texte durchweg stark sind. Mehrere Generationen haben zugehört. Heute wird das jüdische Talent 85 Jahre alt

von Imanuel Marcus  13.10.2026

Berlin

Jüdische Kulturtage müssen Hauptausstellung absagen

Wegen einer Finanzierungslücke fällt die Ausstellung aus. Die Jüdische Gemeinde kritisiert die Förderentscheidung des Senats

 12.10.2026

Jugendbuch

Zwei Mädchen im Winter 1947

Die amerikanische Schriftstellerin Holly-Jane Rahlens schreibt über Freundschaft in der Berliner Nachkriegszeit

von Katrin Diehl  12.10.2026

Slata Roschal

Der Autor ist tot

Sie las beim Bachmannpreis und verließ den Saal – in ihrem neuen Roman rechnet sie mit dem Literaturbetrieb ab

von Frank Keil  12.10.2026