Literatur

Von Kafka inspiriert

Bestellerautor Ian McEwan Foto: imago stock&people

Inspiriert von Franz Kafkas berühmter Erzählung Die Verwandlung hat der britische Erfolgsautor Ian McEwan (71) ein Buch über das Brexit-Chaos in Großbritannien geschrieben. Der Roman Die Kakerlake (Original: The Cockroach) werde am 27. November auf Deutsch erscheinen, teilte der Diogenes Verlag mit.

Großbritannien Darin gehe es um die Verwandlung eines Mannes namens »Jim Sams«, der in seinem früheren Leben ignoriert oder gehasst wurde, jetzt aber auf einmal der mächtigste Mann Großbritanniens ist. Er sieht es als seine Mission, den Willen des Volkes in die Tat umzusetzen und ist dabei wild entschlossen, sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen.

Ian McEwan verneigt sich vor Kafka, um eine Welt zu beschreiben, die Kopf steht.

McEwan wurde mit den Worten zitiert: »Wenn das Parlament geschlossen wird, sodass die Regierung in einem kritischen Moment nicht herausgefordert werden kann, wenn Minister schamlos lügen wie einst die Sowjetführer, wenn Brexiteers in hohen Positionen die Katastrophe eines No-Deals geradezu herbeiflehen – dann muss ein Schriftsteller sich fragen, was er tun kann. Es gibt nur eine Antwort darauf: schreiben.« Von McEwan war erst im Frühjahr der Roman »Maschinen wie ich« über Künstliche Intelligenz erschienen.

Samsa Kafkas 1915 erstmals veröffentlichte Erzählung handelt von Gregor Samsa, der eines Morgens aufwacht und sich »zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt« sieht, nach und nach von Familie und Gesellschaft ausgeschlossen wird und schließlich zugrunde geht. »Ian McEwan verneigt sich vor Kafka, um eine Welt zu beschreiben, die Kopf steht«, hieß es vom Diogenes Verlag.  epd

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  08.09.2026

Philosophie

Zwischen Mensch und Maschine

Vor rund 100 Jahren kam Hilary Putnam 1926 in Chicago zur Welt. Der amerikanische Denker revidierte regelmäßig seine Positionen. Seine Philosophie ist überraschend dialogisch – was eine wenig bekannte judaistische Perspektive eröffnet.

von Richard Blättel  08.09.2026

Jubiläum

60 Jahre »Star Trek«: Faszinierend!

Vor 60 Jahren landete das Raumschiff »Enterprise« in den US-Wohnzimmern - und damit auch ein jüdischer Segen

von Alexander Brüggemann  08.09.2026

Kino

Wie ein Holocaust-Überlebender in Ostfriesland Frieden fand - Doku über die letzten Lebensjahre von Albrecht Weinberg

Albrecht Weinberg überlebte den Holocaust und wollte Deutschland für immer den Rücken kehren. Doch zum Ende seines Lebens fand er in seine Heimat Friedland zurück. Ein neuer Dokufilm zeigt seine letzten Jahre

von Kira Taszman  08.09.2026

Literatur

Shortlist für Deutschen Buchpreis veröffentlicht

Dana Vowinckel und Shida Bazya sind für die Auszeichnung nominiert – der Preisträger wird am 5. Oktober bekanntgegeben

 08.09.2026

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  08.09.2026

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 08.09.2026

»Imanuels Interpreten« (24)

Stan Getz: Der Saxofon-Poet

Wenn Getz live spielte, wollten alle da sein und zuhören. Der Vollblutmusiker kämpfte jedoch über Jahrzehnte hinweg mit Dämonen, die ihn zerstörten

von Imanuel Marcus  08.09.2026

Der deutsch-brasilianische Philosoph Carlos Fraenkel

Potsdam

Philosoph Fraenkel neuer Direktor des Potsdamer Einstein-Forums

Das Einstein-Forum in Potsdam hat mit dem Philosoph Carlos Fraenkel einen neuen Direktor. Für seine Zeit formuliert er deutliche Ziele

von Benjamin Lassiwe  07.09.2026