Berlin

»Verbrannte Bücher«

Im Ausstellungspavillon beim Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin ist ab Donnerstag eine Ausstellung mit dem Titel »Verbrannte Bücher – Von den Nazis verfemte Autoren« zu sehen. Die Schau erinnert an die Werke jener Schriftsteller, die, beginnend mit der Bücherverbrennung 1933, aus dem öffentlichen Bewusstsein gestrichen werden sollten.

Ausgewählte Fotos und Dokumente illustrieren die Schicksale einzelner Autoren, wie zum Beispiel Anna Seghers, Heinrich Mann, Kurt Tucholsky, Jakob Wassermann, Joseph Roth und Alfred Döblin. Auf neun großformatigen Stelen werden deren Lebensläufe gezeigt, teilte der Förderkreis »Denkmal für die ermordeten Juden Europas« als Initiator am Dienstag in Berlin mit.

hörstationen »Die Informationstafeln zur Biografie, zur Verfolgung und Flucht oder Ermordung der Schriftsteller werden zusätzlich als Hörstationen präsentiert«, erklärte Jan Frontzek, Kurator und Designer der Schau. »Dadurch erhalten die Besucher einen besseren Zugang zur Thematik.«

Volker Weidermann, der die Ausstellung zusammen mit Frontzek kuratiert hat, sagte, es gehe darum, »auch an die vollkommen vergessenen Autoren zu erinnern, an die, für die das Feuer von 1933 wirklich das Ende ihrer Karriere bedeutete, die am Anfang ihres Lebens und Schreibens standen und deren Werke tatsächlich ausgelöscht wurden aus den Annalen der Literatur.« Weidermann, Feuilletonchef der FAZ, betonte, Anliegen sei es, »diese Lebensgeschichten noch einmal zu erzählen, dieses abgerissene Leben nachvollziehbar zu machen«.

auftakt Begleitet wird die Sonderausstellung von einer monatlichen Lesung, in der prominente Persönlichkeiten wie Iris Berben, Daniel Kehlmann und Herta Müller aus den Werken der Autoren lesen. Den Auftakt für diese Veranstaltungsreihe macht die Schauspielerin und Kabarettistin Katherina Lange. Sie spielt zur Eröffnung der Schau am Donnerstag, 16. Februar, um 19 Uhr Szenen aus dem Werk »Das kunstseidene Mädchen« von Irmgard Keun, anschließend wird FAZ-Redakteur Tobias Rüther über das Leben der Schriftstellerin referieren. ja/epd

16.2. bis 31.12.2012, Öffnungszeiten täglich außer freitags von 11-17 Uhr, im Ausstellungs-Pavillon, Cora-Berliner-Str. 2, 10117 Berlin, 1. Stock. Der Eintritt ist frei.

Weitere Infos zum Begleitprogramm unter:
http://www.holocaust-denkmal-berlin.de

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  25.09.2026

"Es ist kein Einzelfall, dass jungen Frauen die Kette mit dem Davidstern vom Hals gerissen wird": Ute Cohen

Literatur

Kein Licht im Club der Versehrten

Ute Cohen zeigt in ihrem neuen Roman »Willents Brut« wie die deutschen Dämonen in einer Nachkriegsfamilie zerstörerisch nachwirken

von Stefan Meetschen  25.09.2026

Berlin

Vor 70 Jahren lief »Das Tagebuch der Anne Frank« auf deutschen Bühnen

Ihr Tagebuch gehört zur Weltliteratur. Das gleichnamige Theaterstück polarisierte dagegen

von Nikolas Ender  25.09.2026

Yotam Ottolenghi

Auch einfach lecker

Der israelisch-britische Koch hat sein neues Buch »Simple Too« in Berlin vorgestellt

von Katrin Richter  25.09.2026

Frankfurt

Jüdische Gemeinde Frankfurt erhöht Druck auf Hessischen Rundfunk

Im Streit um das in der NS-Zeit enteignete Grundstück der örtlichen B’nai-B’rith-Loge stehen nun auch personelle Konsequenzen im Raum

 25.09.2026

UEFA Nations League

Wirbel um Eckfahnen-Jubel nach Gelb-Rot für Israels Stürmer

Der israelische Stürmer Sayed Abu Farkhi schnappte sich beim Torjubel im Spiel gegen Österreich die Eckfahne - und wurde daraufhin vom Platz gestellt

 25.09.2026

Fernsehen

Adolf und seine »Akte«

Die fünfte Staffel von »Babylon Berlin« spielt 1933 zur Zeit von Hitlers Machtergreifung. Unterhaltung mit politischem Anspruch, aber stimmen die Fakten?

von Ayala Goldmann  25.09.2026

Berlin

Iris Berben: Antisemitismus entschieden entgegentreten

In Lesungen, Schulbesuchen oder öffentlichen Diskussionen tritt die Schauspielerin unermüdlich für jüdisches Leben ein. Dafür wurde sie nun ausgezeichnet - und erhält emotionale Worte von Igor Levit

 25.09.2026

Los Angeles

Rapper Macklemore kündigt »Free Palestine Tour« in Europa an

Wegen israelfeindlicher Äußerungen wurde der US-Rapper aus dem Vorprogramm der Tour von Popstar Ed Sheeran gestrichen. Jetzt kündigt er drei europäische Auftritte an

 25.09.2026