Zeugnisse

Skizzen in der Flaschenpost

Die meisten Bilder aus den Vernichtungslagern stammen von den Tätern. Nur sie waren in der Lage, das Geschehen fotografisch zu dokumentieren – so sehen wir das Grauen heute meist aus Tätersicht. Ein Häftling jedoch hielt das, was er in Auschwitz sah, in 32 Bleistiftzeichnungen fest. Über seine Identität und sein weiteres Schicksal wissen wir nichts, außer dass er seine Bilder mit dem Kürzel »MM« versah.

MM versteckte die Blätter in einer Flasche, die er im Boden des Konzentrationslagers vergrub. Hinweise auf den Zeichnungen deuten darauf hin, dass sie um das Jahr 1943 entstanden sind. Zwar schon 1947 entdeckt, werden die Zeichnungen von MM vom Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau nun zum ersten Mal in einer Buchausgabe präsentiert. ja

Agnieszka Sieradzka (Hg.): The Sketchbook from Auschwitz. Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Oswiecim 2011, 115 S., ca. 7,50 €

Medien

KI-Verstoß: »Tagesspiegel« nimmt Casdorff-Texte offline

Stephan-Andreas Casdorff verfasste auch für die Jüdische Allgemeine Kommentare. Die Redaktion prüft, ob auch diese Texte von einer KI statt von Casdorff selbst verfasst wurden

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Berlin

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Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

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Musik

Mike D in Berlin: Ein Beastie Boy meldet sich zurück

Das Berliner Säälchen am Holzmarkt wird zur Kulisse des einzigen Deutschland-Konzerts des »Beastie Boys« Mike D. Hunderte Fans sind begeisterte Zeugen des überraschenden Comebacks ihres Idols

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Weltmeisterschaft

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Kulturfest

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Dresden

Elnet: Initiative soll Neugier auf jüdisches Leben wecken

Die Kampagne ist Teil des Themenjahres »Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026« und wird zunächst sechs Wochen sichtbar sein

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Der amerikanisch-ägyptische Comedian relativiert die Hamas-Verbrechen vom 7. Oktober und verbreitet Verschwörungsmythen über Israel. Nun werden Forderungen nach einer Absage seiner Vorstellung im Tempodrom laut

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Festival in Köln

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 11.06.2026

Hollywood

Hasswelle gegen Gwyneth Paltrow wegen Israel-Werbung

Die Datstellerin mit jüdischem Familienhintergrund ist das Werbegesicht für das israelische Luxusbauprojekt 51 Park in Herzliya. Die Quittung: Sie wird online als »genocide queen« beschimpft

 11.06.2026