Zeugnisse

Skizzen in der Flaschenpost

Die meisten Bilder aus den Vernichtungslagern stammen von den Tätern. Nur sie waren in der Lage, das Geschehen fotografisch zu dokumentieren – so sehen wir das Grauen heute meist aus Tätersicht. Ein Häftling jedoch hielt das, was er in Auschwitz sah, in 32 Bleistiftzeichnungen fest. Über seine Identität und sein weiteres Schicksal wissen wir nichts, außer dass er seine Bilder mit dem Kürzel »MM« versah.

MM versteckte die Blätter in einer Flasche, die er im Boden des Konzentrationslagers vergrub. Hinweise auf den Zeichnungen deuten darauf hin, dass sie um das Jahr 1943 entstanden sind. Zwar schon 1947 entdeckt, werden die Zeichnungen von MM vom Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau nun zum ersten Mal in einer Buchausgabe präsentiert. ja

Agnieszka Sieradzka (Hg.): The Sketchbook from Auschwitz. Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Oswiecim 2011, 115 S., ca. 7,50 €

Zwickau

Ausstellung zu jüdischen Lebensgeschichten

Im Jahr 2022 ist in Zwickau eine alte Torarolle wiederentdeckt worden. Die Schrift der früheren jüdischen Ortsgemeinde bildet nun das Herzstück einer Ausstellung

 24.06.2026

Programm

Erinnerung, Entwurzelung, Erläuterung: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 25. Juni bis zum 2. Juli

 24.06.2026

Abschied

Musiker betrauern Clive Davis

Von Barbra Streisand über Carole King bis hin zu Billy Joel und von Earth, Wind & Fire bis Santana: Alle verabschieden sich von dem legendären Produzenten in Trauer und Dankbarkeit

von Imanuel Marcus  24.06.2026

Länger leben

Forscher drehen die biologische Uhr zurück

Israelischen Wissenschaftlern gelingt es, Alterungsprozesse in Lebern alter Mäuse umzukehren. Der Traum von der Verjüngung erscheint damit zumindest auf molekularer Ebene denkbar

von Sabine Brandes  23.06.2026

Social Media

Von Saftpäckchen und Zahlencodes

Auf der Online-Plattform TikTok versteckt sich Judenhass häufig hinter Zahlencodes, Emojis und Hashtags. Eine neue Studie untersucht die Besonderheiten des digitalen Antisemitismus

von Leon Stork  23.06.2026

Los Angeles/New York

Hitler-, Grusel- und Helden-Parodien: Mel Brooks wird 100

Nur wenige haben einen Oscar, Emmy, Tony und Grammy gewonnen. Das jüdische Multitalent Mel Brooks zählt dazu. Jetzt wird der Komiker und Regisseur 100 - und zeigt, dass er noch immer Menschen zum Lachen bringt

von Barbara Munker  23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  22.06.2026

Hören

»Amalie’s Cosmos«

Die in Paris geborene Harfenistin Anne-Sophie Bertrand stellt eine deutsch-jüdische Salonnière ins Zentrum ihres neuen Albums

von Claudia Irle-Utsch  22.06.2026