Zeugnisse

Skizzen in der Flaschenpost

Die meisten Bilder aus den Vernichtungslagern stammen von den Tätern. Nur sie waren in der Lage, das Geschehen fotografisch zu dokumentieren – so sehen wir das Grauen heute meist aus Tätersicht. Ein Häftling jedoch hielt das, was er in Auschwitz sah, in 32 Bleistiftzeichnungen fest. Über seine Identität und sein weiteres Schicksal wissen wir nichts, außer dass er seine Bilder mit dem Kürzel »MM« versah.

MM versteckte die Blätter in einer Flasche, die er im Boden des Konzentrationslagers vergrub. Hinweise auf den Zeichnungen deuten darauf hin, dass sie um das Jahr 1943 entstanden sind. Zwar schon 1947 entdeckt, werden die Zeichnungen von MM vom Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau nun zum ersten Mal in einer Buchausgabe präsentiert. ja

Agnieszka Sieradzka (Hg.): The Sketchbook from Auschwitz. Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Oswiecim 2011, 115 S., ca. 7,50 €

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