Nachruf

Sam Simon ist tot

Sam Simon (1955–2015) Foto: dpa

Der Miterfinder der US-Zeichentrickserie Die Simpsons, Sam Simon, ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Simon, der die weltweit erfolgreiche Serie 1989 zusammen mit Matt Groening und James L. Brooks entwickelte, erlag am Sonntag in seinem Haus in Los Angeles einem Krebsleiden. Das teilte ein Sprecher der Sendung mit.

Wie die Nachrichtenagentur Jewish Telegraphic Agency (JTA) schrieb, war Simons Vater Arthur in Beverly Hills aufgewachsen und besaß nach den Worten seines Sohnes »eine Schmattesfabrik in Downtown L.A.«, in der billige Kleidung für Warenhäuser hergestellt wurde.

ruhm Sein Sohn Sam arbeitete als Autor für erfolgreiche Shows wie Taxi und Cheers, aber seine Mitarbeit an den Simpsons verschaffte ihm den größten Ruhm. Oftmals sagte Simon, er habe bei Ausstrahlung der Pilotsendung im Dezember 1989 nicht erwartet, dass sich die Show für länger als eine einzige Saison halten würde. Heute, mehr als 25 Jahre nach ihrer Premiere, wird sie immer noch fortgesetzt und ist damit die am längsten laufende US-Zeichentrickserie. Bisher entstanden in 26 Staffeln über 560 Episoden.

Simon war 1993, nach vier Jahren, aus der Produktion der Serie ausgestiegen, wird aber weiterhin als Produzent mit genannt. Eine hohe Abfindung erlaubte ihm laut einem Bericht von »Variety«, sich vorwiegend karitativen Tätigkeiten zu widmen. Der mehrfache Emmy-Preisträger und Multimillionär gründete auch eine Tierschutz-Stiftung. Laut der Film- und Kinodatenbank IMDB betrug die Abfindung zehn Millionen Dollar im Jahr.

Simon erhielt sieben Emmys für Die Simpsons und zwei weitere Emmys als Autor von The Tracey Ullman Show. 2012 war bei ihm fortgeschrittener Darmkrebs diagnostiziert worden. Seitdem hatte er seine philanthropischen Aktivitäten verstärkt.

Washington D.C.

Trump sorgt mit Angriffen auf ermordeten Rob Reiner für Empörung

Der jüdische Regisseur sei an einem »Trump-Verblendungssyndrom« gestorben, schreibt der Präsident. Dafür erntet er seltene Kritik aus den eigenen Reihen

 16.12.2025

Nachruf

Filmproduzent mit Werten

Respektvoll, geduldig, präzise: eine Würdigung des sechsfachen Oscar-Preisträgers Arthur Cohn

von Pierre Rothschild  15.12.2025

Meinung

Xavier Naidoos antisemitische Aussagen? Haken dran!

Der Mannheimer Sänger füllt wieder Konzertsäle. Seine Verschwörungserzählungen über Juden und holocaustrelativierenden Thesen scheinen kaum noch jemanden zu stören

von Ralf Fischer  15.12.2025

Los Angeles

Bestürzung über Tod von Rob Reiner und Ehefrau Michele

Der jüdische Regisseur und seine Frau wurden tot in ihrem Haus aufgefunden. Die Polizei behandelt den Fall als mögliches Tötungsdelikt

 15.12.2025

Justiz

Gericht: Melanie Müller zeigte mehrmals den Hitlergruß

Melanie Müller steht erneut vor Gericht: Die Schlagersängerin wehrt sich gegen das Urteil wegen Zeigens des Hitlergrußes und Drogenbesitzes. Was im Berufungsverfahren zur Debatte steht

von André Jahnke  14.12.2025

Feiertage

Weihnachten mit von Juden geschriebenen Liedern

Auch Juden tragen zu christlichen Feiertagstraditionen bei: Sie schreiben und singen Weihnachtslieder

von Imanuel Marcus  14.12.2025

Nachruf

Trauer um Hollywood-Legende Arthur Cohn

Arthur Cohn war immer auf der Suche nach künstlerischer Perfektion. Der Schweizer Filmproduzent gehörte zu den erfolgreichsten der Welt, wie seine Oscar-Ausbeute zeigt

von Christiane Oelrich  12.12.2025

Computerspiel

Lenny Kravitz wird James-Bond-Bösewicht

Als fieser Schurke will der Musiker im kommenden Jahr dem Agenten 007 das Leben schwer machen – allerdings nicht auf der Kinoleinwand

 12.12.2025

Berlin

Jüdisches Museum bekommt zusätzliche Förderung

Das Jüdische Museum in Berlin gehört zu den Publikumsmagneten. Im kommenden Jahr feiert es sein 25. Jubiläum und bekommt dafür zusätzliche Mittel vom Bund

 12.12.2025