Los Angeles

Rose McGowan verklagt Harvey Weinstein

Rose McGowan Foto: imago images/ZUMA Press

Rose McGowan (46), eine der Vorkämpferinnen der #MeToo-Bewegung, zieht gegen Harvey Weinstein vor Gericht. Die US-Schauspielerin (Charmed - Zauberhafte Hexen) hat am Mittwoch vor einem Bundesgericht in Kalifornien Klage gegen den Ex-Hollywoodmogul eingereicht.

Der frühere Studioboss und seine Helfer hätten einen »teuflischen« und illegalen Versuch unternommen, die Opfer sexueller Übergriffe zum Schweigen zu bringen, heißt es in Gerichtsdokumenten, die das Branchenblatt »Variety« veröffentlichte.

Vorwürfe McGowan wirft ihm unter anderem Betrug, Verletzung der Privatsphäre und emotionale Bedrängnis vor. Neben Weinstein verklagt sie auch frühere Anwälte des Produzenten und die umstrittene Sicherheitsfirma Black Cube.

Weinstein wies die Vorwürfe durch seine Anwältin zurück. McGowan sei nur auf Geld und auf Publicity aus, schrieb Anwältin Phyllis Kupferstein in einer Mitteilung, die dem »Hollywood Reporter« vorlag.

Nach Angaben der Schauspielerin wurde sie 1997 von dem Produzenten vergewaltigt. Diesen Vorfall wollte sie 2016 in ihrem geplanten Buch beschreiben. Weinstein und sein Team hätten mit allen Mitteln versucht, dies zu unterdrücken, macht McGowan in ihrer Klage geltend. Dazu gehörte auch Rufschädigung, so dass ihr niemand glauben würde. McGowan pocht vor Gericht auf eine Entschädigung in nicht genannter Höhe.

prozess McGowan war 2017 eine der ersten Frauen, die Weinstein Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe vorwarfen. 2018 wurde der Filmproduzent in New York wegen krimineller sexueller Handlungen angeklagt. Der Prozess soll im kommenden Januar beginnen. Mehr als 80 Frauen haben Vorwürfe gegen den 67-Jährigen erhoben.

Bei der Anklage in New York geht es allerdings nur um zwei Vorfälle aus den Jahren 2006 und 2013. Weinstein beteuert, jegliche sexuelle Handlungen seien einvernehmlich erfolgt.  dpa

Polemik

Gerechter Zorn

In ihrem neuen Buch »Jude sein« setzt sich Sandra Kreisler mit Antisemitismus in Deutschland und Österreich auseinander

von Daniel Killy  06.05.2021

Streaming

900 Verdächtige?

»Blackspace« heißt der neueste Serienerfolg aus Israel über ein fiktives Highschool-Massaker

von Ralf Balke  06.05.2021

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  06.05.2021

Zahl der Woche

349.000 Menschen

Fun Facts und Wissenswertes

 06.05.2021

Fernsehen

Vor 50 Jahren lief zum ersten Mal »Dalli Dalli«

Mit einer Jubiläumsshow erinnert das ZDF an den Start vor 50 Jahren. Bis 1986 moderierte Hans Rosenthal. Später folgten Remakes mit Andreas Türck und Kai Pflaume. Doch das Original bleibt unerreicht

von Joachim Heinz  05.05.2021

Universität

»Gangsta-Rap fördert antisemitische Einstellungen«

Studie: Das Musikgenre bereitet den Nährboden für judenfeindliche Einstellungen

 05.05.2021

1700 Jahre jüdisches Leben

Sie dürfen nicht in Vergessenheit geraten

Ein neues Onlineprojekt erinnert an jüdische Künstler und Wissenschaftler, die in Deutschland wirkten

von Eugen El  05.05.2021

TV-Tipp

Das fast vergessene Kapitel der Nachkriegsjustiz

Arte zeigt heute Abend die bemerkenswerte Doku »Die Rastatter Prozesse - Kriegsverbrecher vor Gericht«

von Heide-Marie Göbbel  04.05.2021

Musik

Studie: Gangsta-Rap fördert Judenhass

Gangsta-Rap gilt bei vielen Jugendlichen als cool. Die gewaltverherrlichenden Texte werden gar nicht immer verstanden. Jetzt belegt erstmals eine Studie, dass Gangsta-Rap den Nährboden bereitet für antisemitische Einstellungen

von Bettina Grönewald  04.05.2021