Paris

Roman Polanski von Verleumdungsvorwurf freigesprochen

Roman Polanski Foto: picture alliance / NurPhoto | Beata Zawrzel

Im Fall der Verleumdungsvorwürfe gegen Roman Polanski (91) hat das Pariser Berufungsgericht zugunsten des französisch-polnischen Filmemachers entschieden. Damit hat das Gericht den Freispruch in erster Instanz im Mai bestätigt. Die britische Schauspielerin Charlotte Lewis hatte gegen Polanski geklagt, weil dieser in einem Interview die von ihr erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe als »abscheuliche Lüge« bezeichnet hatte.

Das Gericht lehnte laut übereinstimmenden Informationen mehrerer Medien auch Lewis’ Forderung nach Schadenersatz ab. Der Anwalt der Schauspielerin, Benjamin Chouai, ließ wissen, dass er mit seiner Klientin über eine mögliche Berufung beim Obersten Gerichtshof sprechen werde. Lewis hatte 2019 gegen den Oscar-Preisträger (»Der Pianist«) Klage erhoben.

In dem besagten Interview verwies Polanski auf Aussagen der Darstellerin in einem englischen Magazin, in dem sie gesagt habe, dass sie von ihm fasziniert gewesen sei und seine Geliebte werden wollte. Lewis erklärte, dass sie in dem Magazin falsch zitiert worden sei.

Lesen Sie auch

Exil in Europa

Lewis hatte 2010 bei einer Pressekonferenz gesagt, der Regisseur habe sie 1983 vergewaltigt. Damals war sie 16 Jahre alt. Sie hatte nach eigener Aussage aber keine Klage gegen Polanski eingereicht, weil sie davon ausging, dass der Fall verjährt sei. Unter Polanskis Regie hatte Lewis in dem Abenteuerfilm »Piraten« aus dem Jahr 1986 mitgespielt.

Polanski wurde in der Vergangenheit von mehreren Frauen sexueller Gewalt bezichtigt. Seit 1978 ist der Regisseur auch wegen einer Anklage wegen Sex mit einer Minderjährigen vor den US-Behörden auf der Flucht. Polanski hatte damals unerlaubten Sex mit einer 13-Jährigen zugegeben, eine Vergewaltigung aber bestritten. Er setzte sich aus den USA ab, als sich ein Schuldspruch und eine Haftstrafe abzeichneten.

Polanski ist nie wieder in die USA gereist. Im Mai dieses Jahres wurde dort ein gegen ihn angesetzter Prozess wegen mutmaßlicher Vergewaltigung einer Minderjährigen im Jahr 1973 fallen gelassen. Der Fall war zur beiderseitigen Zufriedenheit der Parteien beigelegt und formell abgesagt worden. Heute lebt Polanski in Paris. dpa

Berlin

Ruin und Rausch - Schau zeigt Berlin-Leben der 1910er und 20er Jahre

Glamour, Armut, Aufbruch: Die Neue Nationalgalerie Berlin zeigt mit »Ruin und Rausch«, wie Berlin in den 1910er und 20ern zwischen Glanz und Absturz, Chaos und Ekstase lebte. Was das »Babylon Berlin«-Lebensgefühl prägte

von Karin Wollschläger  24.04.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter, Sabine Brandes, Imanuel Marcus  24.04.2026

Gesundheit

Brauchen Babys Fleisch?

Forscher der Ben-Gurion-Universität werfen ein neues Licht auf weit verbreitete Vorstellungen

von Sabine Brandes  24.04.2026

Kunst

Der Augenmensch

In Frankfurt zeigt das Jüdische Museum in einer Kabinettausstellung mehr als 200 Werke des Malers und Zionisten Armin Stern

von Eugen El  24.04.2026

Aufgegabelt

Schnelle Atayef

Rezept der Woche

von Katrin Richter  24.04.2026

Film

Maggie Gyllenhaal wird Jury-Chefin der Filmfestspiele von Venedig

In dieser Rolle darf die Regisseurin und Darstellerin sie über den Goldenen Löwen entscheiden

 24.04.2026

Venedig

Jury der Biennale schließt Israel und Russland von Preisvergabe aus

Solange Farkas und die anderen vier Jurorinnen erklären, sie wollten Staaten nicht in die Preisentscheidung einbeziehen, deren Regierungschefs vom Internationalen Strafgerichtshof angeklagt seien

 24.04.2026

Augsburg

Neue »Initiative Antisemitismuskritik & Theater« geplant

Theaterleute wollen sich gemeinsam gegen Judenhass im Kontext Bühne stellen. Dazu planen sie die Gründung einer neuen Initiative in Augsburg. Beteiligt sind auch Akteure aus anderen Teilen Deutschlands

von Christopher Beschnitt  23.04.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026