Finale

Der Rest der Welt

Sommer, Sonne, Sonnenschein ... Foto: Getty Images

Finale

Der Rest der Welt

Warum ich mich auf einen Sonnenbrand freue

von Eugen El  27.02.2022 08:29 Uhr

Eigentlich hatten wir 2021 alles nachholen wollen: vor allem die Reisen, die der überraschend über uns alle hereingebrochenen Pandemie zum Opfer fielen. Natürlich die erste gemeinsame New-York-Visite; selbstverständlich den Antrittsbesuch beim Cousin, der im Jahr zuvor nach London gezogen war; über jeden Zweifel erhaben, den mittlerweile zur Tradition gewordenen gemeinsamen Israel-Trip; von Sankt Petersburg ganz zu schweigen, wo wir diverse Familienmitglieder besuchen und die legendären »Weißen Nächte« erleben wollten.

Das Jahr 2021 hatte aber andere Pläne mit uns. Die Hartnäckigkeit und Wandlungsfähigkeit des Virus und ein unglücklicher Sturz vom Fahrrad machten uns einen dicken Strich durch die Reise-Rechnung. Und so kamen wir nicht über einen Tagesausflug nach Luxemburg hinaus, wenn man einmal von vereinzelten Berlin-Besuchen und dem übrigen recht unspektakulären inländischen Reiseverkehr absieht.

Kunst Immerhin: In Luxemburg besuchten wir ein Kunstmuseum, als fast ganz Deutschland noch im Lockdown-Tiefschlaf lag. Dort begegneten wir einem weltbekannten südafrikanischen Künstler, über dessen Werke ich mich in seiner Anwesenheit ausließ, was ich leider erst bemerkte, als er vor mir stand … Mit einem Augenblick waren mehrere Monate pandemischer Einöde vergessen. Ein lebender Starkünstler, der in seiner eigenen Ausstellung meinen Tiraden zuhört – das passiert nicht alle Tage! Viel mehr Spektakuläres hielt das Jahr für uns nicht bereit.

Also ruhen alle Hoffnungen auf 2022! Denn dieses Jahr ist noch verhältnismäßig jung, und allmählich steigt die Zuversicht, dass die Pandemie in Bälde ihren Schrecken zumindest ein Stück weit verlieren könnte. Alles nachholen, was man verpasst hat, all die ausgefallenen Reisen, Feierlichkeiten und unbeschwerten Stunden: Dieser Wunsch beschleicht nicht nur mich seit zwei Jahren.

Sabbatical Aber ist das überhaupt möglich? Ist die Pandemie eine seltsame Zwischenzeit, die, sobald sie einmal vorüber ist, den Zustand »vor Corona« wieder freilegt? Hin und wieder ahne ich, dass auch die pandemischen Lebensjahre vollständig zählen und gelten. Daher müssten eigentlich alle ein Sabbatical einlegen dürfen – ein Jahr, in dem man das Verpasste nachholen könnte!

Ich jedenfalls freue mich schon auf israelischen Sonnenbrand, New Yorker Bagels, Londoner Parks, endlose Petersburger Sommernächte – und weitere Starkünstler, über deren Werke ich mich vor ihnen auslassen darf.

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  19.04.2026

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  19.04.2026

Aufgegabelt

Falafel-Bowl mit Quinoa

Rezept der Woche

von Katrin Richter  19.04.2026

Eurovision Song Contest

Mehr als 1000 Prominente verteidigen Israels ESC-Teilnahme

Helen Mirren, Amy Schumer und Co: Internationale Persönlichkeiten unterzeichnen einen offenen Brief

von Sabine Brandes  19.04.2026

Eurovision Song Contest

»Der Künstler aus Israel kann per se natürlich nichts dafür, dass er aus Israel kommt, aber …«

Der deutsche Sänger und frühere ESC-Teilnehmer Michael Schulte ruft Israel zum freiwilligen Verzicht auf seine Teilnahme am Eurovision Song Contest auf

 19.04.2026

Kultur

Klein wünscht sich mehr Wehrhaftigkeit gegen Antisemitismus im Kulturbetrieb

Der Antisemitismus-Beauftragte Klein kritisiert einen geplanten Auftritt der palästinenisch-stämmigen DJ Sama‘ Abdulhadi im Juli in Hamburg

 19.04.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Beat statt Predigt: Wenn der Rabbiner für eine bessere Welt rappt

von Margalit Edelstein  19.04.2026

Kommentar

Hätte er doch einfach geschwiegen

Michael Schulte ist der erfolgreichste deutsche Teilnehmer des ESC der letzten Jahre. Und Schulte ist ein geschichtsbewusster Künstler. Umso befremdlicher sind seine Einlassungen zu Israel

von Daniel Killy  18.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Wir Juden sollten uns nicht verstecken. Wir sollten offen, laut und stolz sein - auch und insbesondere auf den jüdischen Staat

von Daniel Neumann  17.04.2026