Restitution

Potsdam-Museum gibt zwölf in der NS-Zeit enteignete Bücher zurück

Auf dem Alten Markt werden bei einer Open-Air-Veranstaltung am Gedenktag Passagen aus damals verbrannten Büchern vorgetragen. Foto: imago images/F. Berger

Das Potsdam-Museum hat zwölf in der NS-Zeit enteignete
historische Bücher an den rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben. Die
Bücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert seien aus dem Museumsbestand
an Günther Graf von der Schulenburg übergeben worden, teilte die
Stadtverwaltung am Freitag mit. Das Potsdam-Museum habe den Anspruch, Objekte unklarer Herkunft zu überprüfen und begründete
Restitutionsansprüche zu erfüllen.

Da zunächst die Herkunft nicht geklärt werden konnte, seien die
Bücher in die Lost Art-Datenbank des Deutschen Zentrums
Kulturgutverluste aufgenommen worden, hieß es. Einige Jahre danach
sei Graf von der Schulenburg darauf aufmerksam geworden und habe
Kontakt zum Museum aufgenommen. In der folgenden Provenienzforschung habe die Eigentumsfrage unzweifelhaft geklärt werden können.

Im Zweiten Weltkriegs habe das Museum hohe Verluste, Auslagerungen
und die Vernichtung von Inventarverzeichnissen verkraften müssen,
hieß es weiter. Der Bestandsnachweis von Objekten sei deshalb nicht
immer ohne weiteres möglich. Der Gesamtbestand des Museums umfasse
heute rund 270.000 Objekte. Hinzu komme eine fotografische Sammlung.

Die Aufarbeitung von Kunstraub durch die Nationalsozialisten sei
auch 80 Jahre nach Kriegsende nicht abgeschlossen, betonte die
Museumsleitung. Die »Washingtoner Prinzipien« hätten 1998 Maßstäbe
für die Aufarbeitung entzogenen Kulturguts jüdischer und politisch
verfolgter Menschen gesetzt. Im Jahr darauf wurde eine
Restitutionserklärung der Bundesregierung veröffentlicht. Seitdem
werden die Bestände deutscher Museen auf enteignetes Kulturgut
geprüft. epd

»Ladies First«

Darauf eine Minigurke

Rosamunde Pike und Sacha Baron Cohen spielen in einer Netflix-Komödie, die die Welt der Männer zeitweise mal auf den Kopf stellt

von Katrin Richter  05.06.2026

Berlin

»Tänzerinnen-Brunnen« für vier Millionen Euro versteigert

Erst kürzlich wurde der Brunnen als NS-Raubgut restituiert. Seit Ende der 70er-Jahre stand er im Georg Kolbe Museum

von Katrin Richter  05.06.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  04.06.2026

POWER LIST – Germany’s Top 50

Hape Kerkeling bekommt Sonderpreis für Zivilcourage

Auch die Ärztin und Bestsellerautorin Yael Adler, Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sowie JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel wurden ausgezeichnet

von Imanuel Marcus  04.06.2026

Kulturkolumne

Über Langzeitbeziehungen und Affären

Warum ich Esther Perel verehre

von Laura Cazés  04.06.2026

Frankfurt

Eher »OY« als »YO«

In »Mishpocha« thematisiert das Jüdische Museum Kernfamilie, Wahlverwandtschaft und popkulturelle Gemeinschaft in Bild und Sound

von Eugen El  04.06.2026

Diplomatie

Lebendiges Netzwerk

30.000 Euro für die deutsch-israelische Zusammenarbeit: Botschafter Ron Prosor zeichnet vier wegweisende Initiativen aus

 03.06.2026

Musik

Barry Manilow: Comeback mit neuem Album und Videoclip aus Schönefeld

Der legendäre Sänger hat eine Lungenkrebs-Operation hinter sich und Angst um seine Stimme. Einige seiner neuen Lieder sind melancholisch ausgefallen

von Imanuel Marcus  03.06.2026

Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen

Leipziger Fotoausstellung zu jüdischem Leben

Die Ausstellung »Momentaufnahme. Das Fotoarchiv Mittelmann« stellt u.a. die Familie des Fotografen vor

 03.06.2026