Thüringen

Potenzial für Begeisterung

Yael Gat ist die Gründerin, Sängerin und Trompeterin der Formation Folkadu. Foto: Alice End

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. In Thüringen sind es die Jüdisch-Israelischen Kulturtage, die ab dem 8. März das Publikum verzaubern werden. Das Potenzial für Begeisterung ist erheblich, wenn an 25 Veranstaltungsorten in zehn Städten rund 50 Veranstaltungen stattfinden, schöne Konzerte inklusive.

Keine Mühen oder Kosten wurden gescheut, um neben den Konzerten auch Lesungen, Workshops, Vorträge und Rundgänge anbieten zu können. Filmvorführungen gehören ebenfalls zu den Highlights des Festivals.

Eingebettet Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) freut sich auf das umfangreiche Angebot der Jüdisch-Israelischen Kulturtage, die »zwischen den jüdischen Feiertagen Purim und Pessach« eingebettet worden seien, wie er in einem Grußwort zutreffend feststellte.

»Und das passt ganz wunderbar: Denn so freudig wie Purim und Pessach in der jüdischen Tradition gefeiert werden, so viel positive Strahlkraft versprechen auch die Kulturtage in diesem Jahr«, schrieb Ramelow. Er dankte den Organisatoren. »Als kulturvermittelndes Festival laden sie uns ein, die 900-jährige Geschichte des Judentums in Thüringen zu entdecken und die unglaubliche Vielfalt an jüdischen Kulturbeiträgen kennenzulernen.«

»So verschieden die Festivalbeiträge auch sein werden, so verbunden sind sie in einem Gedanken: dem Wunsch nach einem toleranten und friedlichen Zusammenleben«, so der Regierungschef in Erfurt.

Geburtstag Die 31. Ausgabe der Kulturtage nimmt nach Angaben der Veranstalter, des Fördervereins für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen e.V. und der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Bezug auf den 75. Geburtstag Israels. Das Festival soll dazu beitragen, »ein Bild dieses Landes und seiner verschiedenen ethnischen, religiösen und kulturellen Communities zu vermitteln«.

Dieses Bild wird auch die in den USA aufgewachsene, jemenitisch-israelische Sängerin Noa positiv beeinflussen. Sie bewegt sich mühelos zwischen den Musikstilen hin und her und beeindruckte mit ihrem engelsgleichen Sopran bereits auf den bedeutendsten Bühnen dieser Welt. Kooperiert hat sie mit Stevie Wonder, Andrea Bocelli, Al Di Meola, George Benson und Sting. Ihr brillanter Gitarrist Gil Dor wird sie auch am 8. März beim Eröffnungskonzert der Kulturtage im Erfurter Zughafen begleiten.

Am 9. März tritt im »Comma« in Gera die Band Folkadu der israelischen Sängerin und Trompeterin Yael Gat auf, die in Berlin lebt. Jewish Folk wird für diese Performance angekündigt, mit Klassik-, Swing-, Balkan- und Klezmer-Einfluss. Letzterer wird auch noch mit nahöstlicher Musik vermengt. Ira Shiran spielt Akkordeon und Doron Furmann die Oud.

Erlebnis Am 18. März kommt mit dem Nigun Quartet eine weitere, einzigartige Formation auf die Bühne des Erfurter Cafés Nerly. Zu hören sind mit der umfassenden Originalität des Jazz vermengte chassidische Melodien. Versprochen wird hier »ein ganz und gar einzigartiges, magisches, kontemplatives Erlebnis«.

Die Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen laden auch zu einer Langen Nacht der Jüdischen Kulturen ein. Diese wird Assaf Levitin, der Kantor der Reformsynagoge in Hamburg, am 11. März in der Neuen Synagoge Erfurt eröffnen. Im Konzert stellt er seine neuen Kompositionen vor, die allesamt für das gemeinsame Singen konzipiert wurden.

Das komplette Programm der Kulturtage ist hier einsehbar.

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