Geburtstag

»Piano Man« wird 65

Sänger, Pianist und Songschreiber: Billy Joel Foto: dpa

Dieses Jahr werde ich 65», sagte Billy Joel bei einem Konzert im März – und spielte damit auf seinen Geburtstag am 9. Mai an. «Die meisten Leute ziehen sich mit 65 aus dem Berufsleben zurück – aber ich nicht!» Tatsächlich ist der amerikanische Sänger, Pianist und Songschreiber Billy Joel, der in den 70er-Jahren mit seinem Song «Piano Man» weltberühmt wurde, weiterhin aktiv und auf großen Bühnen präsent.

Als William Martin Joel kam der spätere Musiker am 9. Mai 1949 in der New Yorker Bronx zur Welt. Joels Mutter wurde als Rosalind Nyman in Großbritannien geboren, sein Vater war Helmut Joel aus Nürnberg, der Sohn von Karl Amson Joel. 1938 emigrierte Joels Großvater Karl zusammen mit seiner Familie aus dem nationalsozialistischen Deutschland.

Billy Joels Vater war klassischer Pianist. Auch der Sohn erhielt Klavierunterricht, interessierte sich aber als Teenager mehr für den Boxsport. Die Schule brach er ab. Schon früh spielte er in Piano-Bars, ab Ende der 1960er-Jahre unter dem Künstlernamen Billy Martin. Nachdem Billy Joel die Beatles gehört hatte, beschloss er, Musiker zu werden. Er gründete die Band «The Echoes». Sein Debütalbum Cold Spring Harbor war jedoch ein kommerzieller Reinfall.

Durchbruch Der Erfolg kam später: 1973 veröffentlichte Joel das Album Piano Man, in dessen Titelstück er sich mit seiner Geschichte als Barmusiker auseinandersetzte – und das ihm auch seinen Spitznamen einbrachte. Mit dem 1977 erschienenen Studioalbum The Stranger schaffte Joel den großen Durchbruch. Der Titel «Just the Way You Are» wurde bei den Grammys 1979 als Song des Jahres ausgezeichnet. Für das 1978 veröffentlichte Album 52nd Street erhielt Joel zwei Grammys.

Als erster amerikanischer Rockmusiker ging Billy Joel 1987 in der Sowjetunion auf Tournee. Die Konzerte inspirierten ihn zu dem Titel «Leningrad». Große Hits wurden auch «We Didn’t Start the Fire» oder «She’s Always a Woman». 1979 trat Joel in Kuba auf. Alben wie River of Dreams und Singles wie All My Life und Fallujah folgten.

persönliches Billy Joel war dreimal verheiratet und hat eine Tochter. In seiner Jugend kämpfte er mit Depressionen, später auch mit Alkoholproblemen. Über sein Judentum sagte er einmal: «Meine Eltern kommen beide aus jüdischen Familien, aber ich wurde nicht religiös erzogen. (...) Meine Beschneidung war jüdisch, als Elfjähriger wurde ich in einer Church of Christ in Hicksville getauft. Ich bin ein kultureller Jude. Ich mag den Humor der Lower East Side, das Essen. Ich finde, Jiddisch ist eine schrecklich ausdrucksreiche Sprache. Macht mich das zu einem ganzen Juden, oder nur teilweise? Ich bin nicht sicher.»

Bis heute steht Billy Joel regelmäßig auf großen Bühnen. Im Sommer 2006 war er zum ersten Mal in Deutschland zu hören. Im vergangenen Jahr sang er in Irland, seit dem 27. Januar 2014 tritt Joel einmal im Monat im Madison Square Garden in New York auf. Die ersten Konzerte dort waren ausverkauft, ein Ende ist nicht abzusehen. Mazel tov – und bis 120! ja

Eurovision Song Contest

Israel geht mit »Michelle« an den Start

Jetzt ist klar, welchen Song Noam Bettan im Mai beim ESC vortragen wird. Das Stück soll aber schon im März Premiere feiern

 24.02.2026

Meinung

Xavier Naidoo hat allen etwas vorgemacht

Der Popstar hat gerade erst sein Comeback gegeben, da verbreitet er wieder antisemitisch konnotierte Verschwörungsmythen. Spätestens jetzt ist seine angebliche Läuterung ganz und gar unglaubwürdig geworden

von Ralf Fischer  23.02.2026

Interview

»Putin hat einen riesigen Repressionsapparat aufgebaut«

»Memorial«-Mitgründerin Irina Scherbakowa über vier Jahre Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Folgen für die russische Gesellschaft

von Ralf Balke  22.02.2026

Kino

Wegen israelfeindlicher Propaganda-Rede bei Berlinale: SPD-Minister verlässt die Preisverleihung 

 21.02.2026

Berlinale

»Free Palestine« auf der Bühne

Filmemacher Abdallah Alkhatib wirft der Bundesregierung vor: »Sie machen mit beim Genozid Israels in Gaza«

von Katrin Richter  21.02.2026

Berlinale

David Cunio: »Als ich nicht sprechen konnte, habt ihr mir eine Stimme gegeben«

Die israelische Ex-Hamas-Geisel bedankte sich an einem ebenso denkwürdigen wie emotionalen Abend im Babylon-Kino bei Regisseur Tom Shoval für den Film »A Letter To David«

von Ayala Goldmann  21.02.2026

»The Only Living Pickpocket in New York«

Ein Dieb aus Liebe

Der Film des Regisseurs Noah Segan mit John Turturro und Steve Buscemi feiert auf der Berlinale Premiere

von Katrin Richter  20.02.2026

Hollywood

Mikey Madison und Adrien Brody als Oscar-»Presenter« benannt

Bald werden die Academy Awards verliehen. Nun benennt die Filmakademie die ersten Stars, die bei der Gala als »Presenter« auf der Bühne stehen. Den Auftakt machen vier Oscar-Preisträger

 20.02.2026

Berlinale Shorts

In der Kürze ...

»Les Juifs Riches« und »Plan Contraplan« erzählen aus jüdischen Leben

von Katrin Richter  20.02.2026