Studie

Nur geringes Vertrauen in Nahost-Berichterstattung

Kameras und Mikrofone vor dem Konrad-Adenauer- Haus Foto: picture alliance / photothek.de

Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland hegt Zweifel an der Nahost-Berichterstattung der Medien. Bei einer am Mittwoch vorgestellten Untersuchung der Universitäten Mainz und Düsseldorf gaben lediglich 27 Prozent der Befragten an, sie würden den Berichten über Israel und Gaza »voll und ganz« oder überwiegend vertrauen.

Ebenso viele Mediennutzer begegnen den Darstellungen mit völligem oder weitreichendem Misstrauen, gut 40 Prozent finden die Medien beim Nahost-Konflikt teilweise vertrauenswürdig. Das sind im Vergleich zu anderen kontrovers diskutierten aktuellen Themen die niedrigsten Werte. Auch die Berichterstattung zum Klimawandel, zum Ukraine-Krieg und über die AfD wird von mehr als der Hälfte der Mediennutzer zumindest teilweise für nicht vertrauenswürdig empfunden.

Die Untersuchung der Mainzer Wissenschaftler ist Teil einer Langzeitstudie zum Medienvertrauen, deren Daten auf einer repräsentativen Telefonbefragung von rund 1.200 Bürgerinnen und Bürgern über 18 Jahre beruhen. Bei der jüngsten Befragung gaben 47 Prozent der Menschen an, bei wichtigen Themen den Medien zu vertrauen. Das entsprach einem leichten Anstieg um drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Das höchste Vertrauen genießen demnach der öffentlich-rechtliche Rundfunk und Regionalzeitungen. Private Fernsehsender, Boulevardpresse und alternative Nachrichtenportale genießen weitaus weniger Vertrauen.

Lesen Sie auch

Von den Verfassern der Studie als »Medienzynismus« bezeichnete Einstellungen haben sich den vorgelegten Zahlen zufolge noch etwas weiter verbreitet. So glaubte 2024 fast ein Viertel der Befragten, Politik und etablierte Medien würden Hand in Hand arbeiten, um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Jeder Fünfte stimmte sogar der Aussage zu, die Menschen würden von den Medien »systematisch belogen«. »Es ist nicht auszuschließen, dass der Diskurs über angebliche Einschränkungen von freier Meinungsäußerung, der sich seit der Amtsübernahme von Donald Trump intensiviert hat, sich auch hierzulande verfestigt«, lautet ein Fazit der Forschungsgruppe.

In öffentlichen Diskussionen nehmen zugleich immer mehr Menschen eine Verrohung der Debattenkultur wahr. Respektloses Verhalten, bösartige Bemerkungen und das absichtliche Verschweigen wichtiger Fakten werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Studie deutlich häufiger bemängelt als noch vor zwei Jahren. epd

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  06.08.2026

London

Schwinden die Chancen auf einen jüdischen James Bond?

Seit Jahren wird darüber spekuliert, wer der neue 007 wird. Wenn es nach Produzentin Amy Pascal geht, fällt die Entscheidung bald. Stehen die Chancen für Aaron Taylor-Johnson weiterhin gut?

 06.08.2026

Kulturkolumne

Es gibt keine blöden Fragen

Die schmerzhafte Erinnerung an eine Gerechte

von Laura Cazés  06.08.2026

Theater

Abschied vom Ich

Jossi Wieler bringt Peter Handkes Stück »Schnee von gestern, Schnee von morgen« bei den Salzburger Festspielen zur Uraufführung

von Nicole Golombek  06.08.2026

Zahl der Woche

4 Etagen

Fun Facts und Wissenswertes

 05.08.2026

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 6. August bis zum 13. August

 05.08.2026

Meinung

Danke, Boy George!

Wie die 80er-Jahre-Ikone gegen alle Widerstände für Israel eintritt, verdient unseren Dank

von Sophie Albers Ben Chamo  05.08.2026

Potsdam

Forschung zu NS-Geschichte von Naturwissenschaften

International bekannte Forschungsinstitute haben ihren Sitz auf dem Potsdamer Telegrafenberg. Ihre Vorgeschichte insbesondere in der NS-Zeit wird nun Thema eines Wissenschaftsprojekts

 04.08.2026

Film-Klassiker

So wurde »Stand by Me« der beste Jugendfilm der Geschichte

Vier Jungs suchen Ende der 50er in der US-Provinz eine im Wald liegende Leiche. Der Kult-Film ist zum 40. Jubiläum nun etwa auch beim ZDF im Stream. Mit welchen Tricks Regisseur Rob Reiner arbeitete

von Gregor Tholl  04.08.2026