Gaza

Neues aus Pallywood

Die Hamas-Serie heißt »Faust der Freien«. Foto: picture alliance / NurPhoto

Man könnte es medialen Futterneid nennen. Weil die israelische TV-Serie Fauda, die sich um die Einsätze einer Antiterror-Einheit in den palästinensischen Gebieten dreht, weltweit ein Riesen-Hit wurde, legt die Hamas nun nach und produziert ihre ganz eigene Action-Show.

Qabdat al-Ahrar heißt sie, auf Deutsch: Faust der Freien. Hintergrund der Handlung ist eine 2018 fehlgeschlagene Operation der israelischen Armee im Gazastreifen, bei der sieben Palästinenser sowie ein Israeli ums Leben kamen. Und die Protagonisten sind selbstverständlich Hamas-Kämpfer mit Märtyrertod-Ambitionen.

RAMADAN Zu sehen sein wird Qabdat al-Ahrar im Ramadan, und zwar auf dem Hamas-eigenen Fernsehkanal »al-Aqsa«. Ihre Macher wollen aber mehr als einfach nur an den Erfolg von Fauda anknüpfen. »Wir möchten die Gleichung umdrehen und die palästinensische Sichtweise zeigen, also ein Drama über den Geist unseres Widerstands ausstrahlen«, sagte Regisseur Mohammed Soraya dem TV-Sender France 24.

Qabdat al-Ahrat verfolgt eine ganz klare Hass-Agenda. Denn für Soraya ist der Konsum der ebenfalls bei Arabern sehr beliebten israelischen TV-Serien bereits ein Problem. Das würde auf eine Normalisierung der Beziehungen hinauslaufen und die »zionistische Besatzung« unterstützen. Die Hamas-TV-Produktion soll quasi das Gegengift dazu sein.

IDEOLOGIE Doch schon bei der Umsetzung des Projekts fällt den Islamisten ihre eigene Ideologie auf die Füße. Während in Fauda viele israelisch-arabische Schauspieler in die recht vielschichtig gezeichneten Rollen der Palästinenser schlüpfen und sowohl Hebräisch als auch Arabisch gesprochen wird, müssen in Ermangelung an Israelis im Gazastreifen Araber auf Arabisch die bösen Zionisten spielen. Und warum Frauen, die säkulare Israelinnen verkörpern sollen, mit Kopftuch durch den Set laufen, hat auch einen Grund: Bei Schauspielerinnen ohne Kopftuch würde die Geistlichkeit sofort protestieren.

Mehrfach wurden die Darsteller von Israelis in Qabdat al-Ahrar in der Öffentlichkeit bedroht und als Juden beschimpft. Für Jawad Harouda, der den lokalen israelischen Schin-Bet-Geheimdienstler spielt, ist das ein Kompliment. Er bringt die Botschaft der Serie denn auch auf den Punkt: »Je mehr mich die Leute auf der Straße hassen, desto glaubwürdiger spiele ich meine Rolle.«

Fernsehen

»Babylon Berlin«: Was bisher geschah (Folgen 1–4)

Wer jetzt noch einsteigen will bei der fünften Staffel der ARD-Serie, lernt hier die wichtigsten Figuren und ihre Verstrickungen kennen

von Wilfried Urbe  10.09.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Das süße Jahr oder Ein neues Kleid für Rosch Haschana

von Nicole Dreyfus  10.09.2026

Fernsehen

»Zu Asche, zu Staub«

»Babylon Berlin« endet düster: Die fünfte Staffel spielt in der Zeit um Hitlers Machtergreifung 1933

von Julia Kilian  10.09.2026

Argentinien

»Portrait of a Lady« wird restituiert

Ein niederländischer Journalist entdeckte die Raubkunst in einer Immobilienanzeige. Ein Jahr, nachdem der Fall für Furore gesorgt hat, wird das Gemälde endlich an die rechtmäßige Erbin übergeben

 10.09.2026

Filmfestspiele

Politik trifft auf Leinwand

In Venedig gibt es auch dieses Jahr zahlreiche Premieren, die für Kontroversen sorgen

von Patrick Heidmann  10.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  10.09.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

 10.09.2026

Teschuwa

Umkehrer und Rückkehrer

Der Berliner Rapper Ben Salomo brauchte lange, um herauszufinden, woher die eigene Stimme kommt

von Nicole Dreyfus  10.09.2026

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 09.09.2026 Aktualisiert