Berlin

Nelly Sachs zu Ehren

20-Euro-Gedenkmünze Foto: BFM

Zum 125. Geburtstag der jüdischen Literaturnobelpreisträgerin Nelly Sachs erscheinen zu ihren Ehren eine 20-Euro-Gedenkmünze und eine Sonderbriefmarke. Wie das Bundesfinanzministerium am Freitag in Berlin mitteilte, wird beides am kommenden Dienstag vorgestellt.

Die Bildseite der Münze zeigt einen kleinen Vogel, der sich auf Stacheldraht niedergelassen hat. Der Schriftzug »Kommt einer von Ferne« nimmt Bezug auf Sachs’ gleichnamiges Gedicht, das sich mit der Aufarbeitung des Holocaust sowie Flucht und Verfolgung auseinandersetzt.

entwurf Der Entwurf stammt vom Künstler Georg Mann aus Halle an der Saale. Auf den Münzrand ist der Vers »Frieden du leiseste aller Geburten« aus Sachs’ Werk Einer wird den Ball nehmen geprägt. Die Münze hat eine Silberlegierung und wiegt 18 Gramm.

Die Briefmarke wird ab dem 7. April in den Verkaufsstellen der Deutschen Post erhältlich sein. Am gleichen Tag erscheint auch die Gedenkmünze. Sie kann an den Verkaufsstellen für Sammlermünzen der Bundesrepublik Deutschland sowie den Filialen der Deutschen Bundesbank und anderen Kreditinstituten erworben werden.

leid Die deutsch-schwedische Schriftstellerin Leonie »Nelly« Sachs veröffentlichte 1947 ihren ersten Gedichtband In den Wohnungen des Todes. Thematisch setzte sie sich in ihren Gedichtzyklen vor allem mit dem Leid der Juden während des Zweiten Weltkriegs auseinander.

Sie flüchtete 1940 zusammen mit ihrer Mutter von Berlin nach Stockholm, wo sie die letzten 30 Jahre ihres Lebens verbrachte. 1966 erhielt sie als erste deutsche Dichterin den Literaturnobelpreis. Ein Jahr zuvor war sie als erste Frau mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Sachs starb am 12. Mai 1970. epd

Europatournee

Bob Dylan kommt im Herbst nach Deutschland

Der jüdische Sänger und Songschreiber wird sieben deutsche Bühnen in Beschlag nehmen. Heute beginnt der Vorverkauf

 22.07.2026

Paris

Berührend: Was seine Tochter dem »Asterix«-Schöpfer schreibt

Millionen kennen René Goscinny wegen »Asterix«. In »Das Klimpern der Schlüssel« schreibt ihm seine Tochter Anne als Erwachsene einen Brief. Daraus entstand ein berührendes Buch, nun auch auf Deutsch

von Sabine Glaubitz  21.07.2026

Musik

»Bombentalent und schäbiger Charakter«

150 Jahre Bayreuther Festspiele: Warum Gespräche über Richard Wagner und seinen Judenhass auch heute noch notwendig sind

von Maria Ossowski  21.07.2026

Musikgeschichte

Die Rückkehr der vergessenen Namen

Was die Nationalsozialisten aus dem Musikleben verbannten, ist bis heute oft vergessen. Ein Langzeitprojekt arbeitet daran, dass sich das ändert.

von Evelyn Sander  20.07.2026

Die DJ Sama’ Abdulhadi bei der Arbeit, 2025 in London

Hamburg

Techno-Festival lässt Hamas-Sympathisantin auflegen

Obwohl sie die Massaker vom 7. Oktober verteidigt hat, durfte DJ Sama’ Abdulhadi beim Habitat-Festival auflegen. Die Antisemitismusbeauftragte Anna von Villiez hatte zuvor ihre Ausladung gefordert

 20.07.2026

Debatte

Danger Dan und Igor Levit: So reagiert »Die Anstalt« in ihrer Sendung auf die Absage des ZDF

In seiner Jubiläumssendung geht das »DieAnstalt«-Team ausführlich auf den Streit ein

 19.07.2026

NRW

Minister sieht bei Danger Dan-Song Nähe zu Extremisten

Der Rapper Danger Dan darf einen neuen Song nicht in der Satiresendung »Die Anstalt« präsentieren. Nun meldet sich der NRW-Medienminister zu Wort, der auch im ZDF-Fernsehrat sitzt

 18.07.2026

Zahl der Woche

70 Prozent

Fun Facts und Wissenswertes

 18.07.2026

Kommentar

Absage an Danger Dan und Igor Levit: Das ZDF hat absolut richtig gehandelt

Nicht alles, was nicht justiziabel ist, muss auch gesendet werden. Schon gar nicht unverhohlene Aufrufe zur linksextremen Gewalt und Verherrlichung der »Hammerbande«-Terroristen

von Philipp Peyman Engel  18.07.2026 Aktualisiert